Was spreche ich über mir aus?

Willkommen zurück! 🙂 Ich möchte heute über etwas schreiben, was mir in den letzten Wochen immer wichtiger geworden ist. Die Macht von Worten.

Worte über Andere

Wenn du mich kennst, weißt du, dass ich liebend gerne pöble. Ab und an und im richtigen Umfeld landet da auch mal der ein oder andere Spruch unter der Gürtellinie. Und das ist ja auch mal schön und meistens weiß ich, bei wem ich was sage und wo ich mich zurückhalte. So weit so gut erstmal. Keine Sorge, ich will das Pöbeln nicht verteufeln.

Aber manchmal kommt es eben vor, dass ich nicht nachdenke und plötzlich rutscht mir etwas raus, bei dem ich nur denke: “Ach Marie, einfach mal Klappe halten, hätt’s auch getan.” Und im schlimmsten Fall sehe ich dann in den Augen meines Gegenübers, dass das, was ich gerade gesagt habe, mitten ins Schwarze getroffen hat.

Worte haben Macht

Bestimmt hast du es auch schonmal erlebt, wie ein Kommentar, der unbedarft und ganz plötzlich im Gespräch aufkam, dich mitten ins Herz getroffen hat. Bei mir fühlt sich das dann immer an wie ein Schlag in die Magengrube. Mir wird schlecht. Und das Traurige ist, dass die Person, die das gesagt hat, nicht mal mit Absicht so gesprochen hat. Aber manchmal sitzen Worte eben einfach.

Die Bibel sagt dazu an mehreren Stellen etwas. Zum Beispiel:

Sprüche 18,21: Worte haben Macht: Sie können über Leben und Tod entscheiden.

Epheser 4,29b: Was ihr sagt, soll hilfreich und ermutigend sein, eine Wohltat für alle.

 Es gibt noch einige weitere Beispiele. Eins ist allen gemein: Worte haben Macht und wir sollen sie mit Bedacht wählen.

Der innere Kommentator

Ich weiß nicht, ob du das auch machst, aber ich führe leidenschaftlich gerne endlose Selbstgespräche. Über alles Mögliche. Das hilft mir beim Denken und fühlt sich irgendwie wie eine Kommentarfunktion an. Ich mache etwas und dann kommentiere ich das. Das ist vielleicht ein bisschen weird aber erstmal nicht besorgniserregend.
Seit mir aber ab und an der Gedanke an Worte und deren Macht einfällt, ist mir aufgefallen, dass mein Kommentator – also ich, wenn ich mich selbst kommentiere – ein ganz schöner A**** ist. Ich beleidige mich konstant selber.
“Boar, bin ich dumm.” “Besser wird’s nicht.” (beim Blick in den Spiegel) “Was kannst du eigentlich?” oder einfach nur verärgert “Marie Alter!”
Das klingt hart. Aber ehrlich gesagt sehen meine Selbstgespräche immer wieder genauso aus. Und es ist mir super lange nicht aufgefallen.

Gedanken prägen Worte

Über meine negativen Gedanken über mich selbst und all die Lügen, die so tief in meinem Denken sitzen, habe ich ja schon oft geschrieben. Leider habe ich sie auch hier im Verdacht. Das, was ich da über mir ausspreche, ist ja kein Zufall. Es ist ein Ausdruck dessen, was ganz tief in mir verankert ist. Ernüchternd, wenn man das so feststellt.

Dass ich das Negative über mich glaube, weiß ich. Und ich arbeite daran. Für mich hört es da aber nicht auf. Ich glaube, dass es einen Unterschied macht, ob ich es nur denke oder ob ich es über mir und meinem Leben ausspreche. Worte haben Macht. Wenn ich andere Menschen so sehr mit meinen Worten verletzen kann, wie kann ich mir dann selbst Tag für Tag Stiche versetzen und es nicht mal mehr merken.
Vielleicht meine ich es nicht immer so. Okay. Trotzdem spreche ich es über mir aus und es verändert etwas in mir und um mich herum. Was wäre, wenn ich mir gute Dinge zusprechen würde? Was wäre, wenn ich mich auch mal lobe, wenn etwas gut läuft? Wenn ich einen Tag lang  nur Gutes sprechen würde? Nicht nur zu anderen, auch zu mir.

Worte des Lebens

Ich will Worte des Lebens sprechen. Das habe ich mir vorgenommen. Ich will ermutigen, will fördern, will Menschen mit Liebe begegnen. Ich wünsche mir nichts mehr als anderen Menschen dabei zu helfen, all den unnötigen Ballast abzuwerfen, den sie mit sich tragen und der aber nicht zu ihnen gehört. Dabei können Worte entscheidend sein. Entscheidend zwischen Fortschritt und Scheitern.
Ich finde, immer öfter gelingt es mir auch, andere so zu sehen, wie Gott sie sieht und Gutes über ihnen auszusprechen.

Mein nächster Schritt ist es, mir selbst Worte des Lebens zuzusprechen. Was wäre, wenn ich mich morgens vor dem Spiegel ermutige? Was wäre, wenn ich so gestärkt in meiner Identität in Christus losgehe? Wer kann mich da noch aufhalten?
Das ist ein Traum von mir. Und der Weg dahin fängt an, wenn ich mich korrigiere und den Kommentator wegschicke. Oder ihn zumindest mit Gottes Wahrheit füttere. Vielleicht glaube ich dann nicht alles Gute, was ich über mir ausspreche. Aber ein Teil davon wird in meinem Herzen landen.

Vielleicht kennst du das auch. Vielleicht hast du einen Kommentator, der dir alles klein redet und dich entmutigen will. Lass uns zusammen dagegen Wahrheit und Leben sprechen.