Dankbarkeit

Hallo! Willkommen zurück nach der Sommerpause. Zuflucht ist wieder am Start und ich freue mich, dass du es auch bist. Ich möchte dich heute mit in Gedanken nehmen, die ich in letzter Zeit oft habe. Rückblicke. Momentaufnahmen, die Gottes Güte zeigen und zeigen wie ich mich durch Ihn verändere.

Vielleicht kennst du das? Plötzlich fühlst du dich herausgerissen aus der Situation. Du nimmst eine Außenperspektive ein und beobachtest alles plötzlich von einem anderen Ort aus. Dir wird bewusst, dass du nicht immer nur in einem Moment lebst und erkennst einen Bruchteil vom Großen Ganzen. Ich mag solche Momente eigentlich sehr. Sie überfordern mich, manchmal habe ich einen Kloß im Hals und manchmal bin ich so glücklich, dass ich weinen möchte.

Meistens beginne ich Momente so zu sehen, wenn ich in Situationen bin, die mir vor Monaten oder Jahren noch völlig unrealistisch erschienen. Man selbst verändert sich ja stückchenweise und merkt es manchmal gar nicht so sehr. Aber wenn man das Heute auf ein weiter entferntes Gestern bezieht, dann zeigt sich erst, was anders ist.

Einer meiner Lieblingsmomente ist es, wenn ich vor einem Mikro stehe. Nicht, weil Leute gucken. Nicht, weil ich mich besonders toll fühle. Ich kann ganz allein in einem Raum sein. Sobald ein Mikro vor mir steht, muss ich lächeln und die Freude breitet sich in meinem ganzen Körper aus. Ich glaube, das liegt zum Teil daran, dass ich es mir früher nicht erträumt habe, jemals so richtig vor Leuten zu singen.
Erstmal, weil ich dachte, das will sowieso keiner hören. Warum sollte jemand mir Wert zusprechen? Meinen Beitrag als wertvoll und gültig annehmen? Unrealistisch. Auch aus meiner Perspektive ganz allein konnte ich es mir nicht vorstellen. Ich wollte nie die Aufmerksamkeit auf mir haben. Wenn ich singe, dann nur, wenn es keiner hört. Der einzige Ort, an dem ich früher gesungen habe, war mein Kinderzimmer. Wenn mich Freunde aufgefordert haben zu singen, habe ich mein Schweigen ausgehalten. Es war mir unangenehm. Peinlich. Wenn Menschen mir gesagt haben, dass ich gut singe, wäre ich am liebsten im Erdboden versunken! Warum? Das habe ich noch nicht herausgefunden. Vielleicht sollte ich dem aber mal nachgehen. Was ich jedenfalls damit sagen wollte: Welch eine Gnade! Ich bin so dankbar dafür, dass Gott mir Wert zugesprochen hat, dass ich lernen durfte, dass ich etwas zu geben habe. Ich bin dankbar, dass Gott mir geholfen hat und immer wieder hilft, meine Angst zu überwinden und zu wachsen. Ich will mich dafür nicht rühmen. Das steht mir nicht zu, denn ohne Gott hätte ich das nicht geschafft.

In einem Lobpreislied heißt es „Jedes Lob, das ich bekam, geb ich dir wieder, Herr.“ Ich liebe diese Zeile so sehr. Ich habe sie sehr oft im Kopf und versuche nach ihr zu leben. Am Sonntag habe ich mit meiner Band im Gottesdienst gespielt und es war ziemlich cool! Es hat Spaß gemacht, ich habe Gott gespürt – es war ein richtig schöner Gottesdienst. Danach haben uns, die Band, einige Leute gelobt. Das freut mich natürlich sehr. Wirklich! Trotzdem will ich versuchen Gott jedes Lob wiederzugeben. Er hat Musik erschaffen. Er hat Lobpreis erschaffen. Er hat jeden Einzelnen von uns erschaffen. Er hat uns unsere Fähigkeiten geschenkt und er wirkt unser Zusammenspiel und ich bin so dankbar! Ich bete, dass ich das niemals vergesse!

Eine weitere Sache, die mir am Anfang echt Angst gemacht hat, sind Videos von mir. Vielleicht kennst du WILLKOMMEN IN MEINER KÜCHE. Das sind Videos, in denen ein Thema kurz angesprochen wird und ich im Anschluss versuche Fragen dazu zu beantworten. Ich hatte so Angst, als wir das erste Mal Videos aufgenommen haben! Der bloße Gedanke, man könne mich und meine komischen Bewegungen und meine komische Mimik auf Video sehen, hat mir echt Angst gemacht. Dann kamen die Videos irgendwann raus und es war okay. Ich konnte Stück für Stück annehmen, dass ich vielleicht komische Grimassen ziehe oder nicht die Dünnste bin (Hallo Körperbild-Problem!). Aber das ist in Ordnung. Das bin ja ich.
Wir haben vor einiger Zeit eine zweite Reihe Videos aufgenommen. Dieses Mal war es für mich schon ein bisschen leichter vor der Kamera zu sitzen und ich selbst zu sein. Als ich dann die Videos gesehen habe, ist mir richtig aufgefallen wie entspannter ich wirke. Ich ruhe viel mehr in mir selbst. Wie cool!
Aber ich will hier nicht erzählen wie toll ich bin, ich will erzählen wie toll Gott ist! Durch Ihn durfte ich in den letzten Monaten lernen mich immer mehr zu akzeptieren. Kleine Schritte oft mit großer Wirkung! Vielleicht siehst du die Unterschiede nicht so sehr, aber ich weiß, dass sie da sind und ich bin so dankbar. Ich bin ich dankbar, dass wir mit Gott nicht immer das größte Mega-Sonstwas-Ding reißen müssen, sondern, dass er geduldig ist und jeden Schritt sieht und ihn mit uns feiert.

Im Lied Oxygen von Steffany Gretzinger heißt es „Babysteps and short breaths, anything is progress“ (Babyschritte und kurze Atemzüge, alles ist Fortschritt) und das liebe ich an Gott. Er ist geduldig und bei uns bei jedem kleinsten Schritt. Und am Ende sehen wir, dass uns die kleinen Schritte, die sich vielleicht wie Laufen auf der Stelle angefühlt haben, uns weit gebracht haben. Lasst uns Gott dafür loben und ihm jeden Schritt anvertrauen!

Und WILLKOMMEN IN MEINER KÜCHE? Gestern kam die erste Folge der neuen Reihe raus und du kannst auf vier weitere, eine heute 18:00 Uhr, gespannt sein und ich würde mich freuen, wenn du sie dir ansiehst.
Bis bald!