Autorität – Teil 1

Welcome back! 

Heute soll es um zwei Dinge gehen:
Was macht Autorität aus? Und welchen Dingen oder Menschen gebe ich Autorität?

Für mich hat Autorität immer zwei Seiten.

Auf der einen Seite finde ich es wichtig, in bestimmten Situationen Autoritäten zu haben, die lenken und den Weg angeben. Das gibt Sicherheit und Richtung. Aber für mich ist Autorität auch negativ besetzt – nämlich mit Macht. Machtspielchen, Unterdrückung usw. Eigentlich überwiegt in meinem Kopf doch meistens Letzteres. Irgendwie klingt da für mich immer etwas Negatives mit. Das mag an der deutschen Geschichte liegen oder auch daran, dass eben auch im kleineren Rahmen Autorität oft mit Willkür einher gehen kann und sie Gefahr läuft, zu kippen. Menschen, denen Autorität gegeben ist, haben die Verantwortung, damit weise umzugehen, sich selbst zu hinterfragen, wachsam zu sein und nicht an der ihnen gegebenen Macht selbst zugrunde zu gehen. 

Warum mache ich mir darüber Gedanken?

Ich werde Lehrerin. Außerdem habe ich unter anderem die Aufgabe den Lobpreisbereich in meiner Gemeinde mit zu leiten und ich bin Lobpreisleiterin. Das Thema ist also schon präsent in meinem Leben. 😄
Aber in unser aller Leben ist die Frage nach den Einflüssen von außen super wichtig. Genauso wie die Frage nach den Bereichen, in denen wir selbst Einfluss haben und wie wir mit diesem umgehen.

Heute ist mein Fokus aber vor allem auf den Autoritäten, die in unser Leben hineinwirken.

Was ist das denn aber eigentlich, Autorität?

Ich kann sie nicht anfassen. Weder eine Krone, noch ein Stab oder sonst irgendwas. Insignien sind auch nur äußerliche Zeichen für Autorität. Ursprünglich kommt der Begriff aus dem alten Rom und heißt so etwas wie Würde, Ansehen oder Einfluss. Es gibt unzählige Theorien über die Entstehung von Autorität. Es scheint aber einen Konsens zu geben: Autorität ist eine Übereinkunft. Eine Gruppe entscheidet also beispielsweise aufgrund von Ansehen und Qualitäten, einer Person besondere Autorität zuzusprechen. Ich glaube aber, das ist noch nicht die ganze Wahrheit. 

Ich glaube, dass Gott übernatürliche Autorität verleiht.

Ich glaube, dass Gott Autorität gibt. Das kann die Leitung in einer Gruppe sein. Das kann auch die Autorität sein, in jemandes Leben zu sprechen. Noch eine andere Art von Autorität, die Gott uns gibt, ist jene, in seinem Namen Dämonen auszutreiben, Menschen zu heilen und geistliche Kämpfe zu führen. Das ist ganz schön abgefahren! Übrigens ist uns auch Autorität über Gottes Schöpfung gegeben worden, denn wir sind eingesetzt worden, an Gottes Stelle über sie zu herrschen (übrigens wie ein wohlwollender König).

Wenn wir die Macht haben, in der geistlichen Welt in seiner Autorität zu wirken, dann hat sich diese ja nicht darauf geeinigt. Es muss also noch eine Quelle geben. Und ich denke, diese Quelle ist Gott selbst, sowie ein Leben, das Jesus Christus nachfolgt.
Frag mich jetzt bitte nicht, wie das so rein technisch funktionieren soll. Keine Ahnung. Ich hab aber festgestellt, dass Menschen, die ehrlich mit Jesus unterwegs sind und mit ihm zusammen leben in enger Vertrautheit und im ständigen Austausch mit ihm, eine gewisse Aura (ich weiß – mir fällt kein besseres Wort ein) mit sich bringen, die ihnen Macht verleiht. Ich meine, wenn wir Gottes Kinder sind, dann lebt er ja in uns und strahlt durch uns hindurch. 

Jetzt habe ich zwei Arten von Autorität gegenübergestellt: soziale und geistliche. Ich glaube, es gibt noch mehr Autoritäten. Ein Amt z.B. bringt auch Autorität mit sich. Äußerlichkeiten wie eine Krone, die ich oben erwähnt hab, können auch im ersten Moment Autorität schaffen. Außerdem, können nicht nur Menschen Autorität haben und ausüben. Das liegt daran, dass jeder selbst sie auch verleihen kann. An Mitmenschen oder an Dinge, Gedanken, Träume, Ideen,..
Mir stellt sich daraufhin eine Frage:

Welchen Instanzen gebe ich Autorität?

Zunächst erstmal gebe ich zumindest theoretisch Gott Autorität. Ich wünschte, ich würde es öfter so richtig tun. Ganz oft stelle ich aber noch andere Dinge über Ihn und Seine Wahrheiten und dann komme ich ins Wanken.
Wer mich kennt, weiß, dass ich mir viel zu viele Gedanken mache. Das größte Problem daran ist, dass ich den falschen Gedanken manchmal die größte Autorität zukommen lasse. Ich lasse sie mein Leben bestimmen und handle nach ihnen. Ganz oft sind das Lügen. Und dann lebe ich eine Lüge. 

Ich gebe auch meinen Freunden und meiner Familie Autorität. Das ist ganz normal. Sie kennen mich, ich kenne sie. Deswegen erlaube ich ihnen in mein Leben zu sprechen und ich höre auf ihre Meinungen und ihren Rat.
Ich gebe auch meiner Gemeinde Autorität, weil ich mich dafür entschieden habe, ein Teil von ihr zu sein. Deswegen stelle ich mich bewusst hinter sie und lasse auch sie mein Leben lenken. 

Ich gebe auch mir selbst Autorität. Ich entscheide wie ich meine Zeit verbringe, was ich esse, mit welchen Menschen ich mich umgebe usw. Hier ist übrigens spannend, dass ich mir bis vor einiger Zeit meiner eigenen Autorität über mein Leben nicht wirklich bewusst war. Klingt paradox, finde ich. Aber ich habe mich gefühlt wie ein Blatt im Wind, das nur von außen beeinflusst wird und niemals wirklich selbst Kontrolle übernehmen kann. Dadurch konnte ich meine Verantwortung für mich selbst auch gut verneinen, aber das ist ein anderes Thema.
Jetzt habe ich also mehrere Autoritäten genannt, die in meinem Leben existieren – und es sind bei Weitem nicht alle.

Wie sortiere ich die jetzt?

Wie du vielleicht gemerkt hast, habe ich oft eine Begründung genannt, warum ich bestimmten Instanzen Autorität verleihe. Das ist wichtig, weil ich mir darüber bewusst sein will, wer oder was Einfluss in meinem Leben hat. Von diesem Punkt aus kann ich erst anfangen einzuordnen und zu sortieren. 

Ich will Jesus die größte Autorität geben. Tue ich das? Ich befürchte oft nicht. Das ist traurig aber ich kann mit Ihm immer wieder neu beginnen und lernen. Unglaublich, dass Er uns nicht links liegen lässt, wenn wir so oft in die falsche Richtung abbiegen.
Von Gottes Perspektive aus will ich dann die restlichen Dinge ordnen. Ihn fragen, mit Ihm auch diskutieren und immer wieder neue Konstellationen finden. Warum? Weil er mich und mein Leben am besten kennt, ich ihm vertraue und er gut ist! Das klingt jetzt super heilig. In der Umsetzung sieht das nicht mehr so rosig aus. Aber ich will mich trotzdem am Jesus festklammern und darauf vertrauen, dass ich immer mehr lerne, mit ihm zusammen vorwärts zu gehen. Das heißt eben auch, mit ihm mein Leben zu sortieren – auch die Autoritäten in meinem Leben. 

Welchen Dingen oder Personen gibst du Autorität und warum? Wie kommt Autorität zustande? Was heißt das für dein Leben konkret?
Vielleicht willst du dir diese Fragen auch einmal stellen. Vielleicht kommst du auch zu ganz anderen Schlüssen als ich. 

Wie denkst du über Autorität?

In der nächsten Kolumne will ich dann darüber schreiben, wie es ist, wenn wir selbst Autorität zugesprochen bekommen.
Bis dahin!