Warum ist mutig sein anstrengend?

Mutig sein ist anstrengend. Mein Leben lang möchte ich mutig sein. Ich bewundere Menschen, die mutig sind, Dinge riskieren, Stärke zeigen. Allerdings ist mir in den letzten Monaten klar geworden, was mutig sein wirklich bedeutet. Und ich bin weiter davon entfernt, als ich je dachte.

Was bedeutet mutig sein?

Lange habe ich gedacht, dass Mut bedeutet meine Ängste zu ignorieren. Ich blende sie einfach aus. Ich wusste genau, dass ich nicht perfekt bin, habe aber trotzdem versucht mich möglichst ohne Makel und Fehler darzustellen. Mittlerweile ist mir klar, dass Mut nichts damit zu tun hat mich als jemanden auszugeben, der ich nicht bin.
Um mutig zu sein ist es notwendig, dass ich mir meine Ängste bewusst werde. Wovor habe ich Angst?
Mir meine Ängste einzugestehen war nicht leicht. Es brauchte knallharte Ehrlichkeit zu mir selbst. Ich musste mich verstehen. Vor allem mir eingestehen, dass ich aus Angst heraus handle. Wenn man die ganze Zeit mutig sein möchte, will man natürlich nicht wahrhaben, dass man aus Angst handelt. Die Frage die ich mir stellte war also: Aus welchen Ängsten handle ich?
Echter Mut bedeutet, sich selber seinen Ängsten bewusst zu werden und sie sich und Anderen einzugestehen. Das heißt, ich setze mich regelmäßig mit meinen Ängsten auseinander, gestehe sie mir ein und überlege, wo sie mich konkret beeinflussen.
Ein Beispiel: Ich rede nicht besonders gerne vor vielen Menschen. Ich habe Angst davor, was Falsches zu sagen, doof auszusehen und am Ende blöd dazustehen. Außerdem kann ich mich spontan nicht besonders gut ausdrücken. Wenn ich mir dieser Angst bewusst werde, kann ich anfangen mich mit ihr zu beschäftigen. Aber was hat das jetzt mit Mut zu tun? Ich glaube, der Mut entsteht da, wo du dich bewusst dafür entscheidest der Angst entgegenzutreten. Das geht ganz „einfach“, indem du dich ihr aussetzt. Im Beispiel würde das bedeuten, dass ich anfange vor kleinen Menschengruppen zu reden.
Wenn mutig sein also bedeutet sich den Ängsten auszusetzen, ist es kein Wunder, dass es als anstrengend empfunden wird. Da jeder Mensch andere Ängste hat, bedeutet „mutig sein“ für jeden etwas anderes. Deswegen ist es auch nicht besonders hilfreich sich mit anderen Menschen zu vergleichen.

Lohnt es sich dann mutig zu sein?

Es ist anstrengend, wenn ich mich meiner Angst aussetze. Oft empfinde ich Stress und Spannung. Es scheint erstmal bequemer sich seinen Ängsten nicht zu stellen. Lohnt es sich überhaupt?
An diesem Punkt kommt Jesus für mich ins Spiel. Er fordert uns immer wieder auf keine Angst zu haben. Wieso? Jesus hat dich und mich ursprünglich ohne Angst erdacht. Wenn wir uns von unserer Angst bestimmen lassen, sind wir nicht in der Lage freie Entscheidungen zu treffen. Die Gedanken und Entscheidungen sind von der Angst bestimmt. Du würdest anders leben, denken und Entscheidungen treffen, wenn die Angst nicht da wäre. Aus der Angst nicht versorgt zu sein, entscheidest du dich vielleicht für einen Job mit höherem Gehalt, obwohl dir eine andere Arbeit mit einem geringeren Lohn mehr Spaß machen würde. Ohne der Angst würdest du dich also anders entscheiden. Die Angst macht dich unfrei, sie bestimmt dich. Im Gegensatz dazu steht, dass Jesus versprochen hat dich und mich zu versorgen.

Freiheit durch Jesus

Wenn ich Jesus nachfolge, bedeutet das für mich, dass er der Herr meines ganzen Lebens ist. Ich unterstelle mich ihm und seiner Herrschaft, nicht der Angst.
Ich darf die Freiheit erleben unabhängig von Angst Entscheidungen treffen zu können. Der Grund dafür ist, dass Jesus Wahrheiten in dein und mein Leben spricht. Es liegt an uns, ob wir sie annehmen und gegen die Ängste eintauschen wollen. Wenn ja, triffst du vielleicht Entscheidungen, die anders sind, ungewohnt für dich und dein Umfeld. Besonders zu Beginn ist es schwer die Muster deines Handelns zu durchbrechen. Aber es wird einfacher und es lohnt sich, denn es macht frei. Ich glaube es wird nie ganz leicht, aber Jesus spricht uns zu seinen Versprechen mutig zu glauben und ihm zu vertrauen.