Mit Jesus im Garten

Heute schreibe ich von einer Begegnung in meinem inneren Garten.
Ich weiß nicht, ob du das Prinzip des inneren Gartens kennst. Es geht dabei um einen Ort „in dir“, der dir als Rückzug dient und zu dem du jederzeit hingehen kannst. Dabei muss er nicht wie ein echter Garten aussehen, sondern kann auch ein anderer beliebiger Ort sein.

„Der Garten ist riesig“

Heute Morgen bin ich in meinem inneren Garten gewesen. Ich hatte mich an meinem Küchentisch gesetzt und mit Jesus geredet. Oft bin ich dabei in meinem inneren Garten.
Mein innerer Garten besteht aus mehreren Orten. Oft treffe ich mich mit Jesus bei einem Baum, wo eine Bank und Stühle stehen. Dort sitzen wir dann zusammen und ich erzähle von dem, was mich beschäftigt, Jesus stellt mir Fragen oder wir schweigen. Halt so, wie mit einem guten Freund.
Nach und nach hatte mir Jesus immer mehr Orte gezeigt, denn der Garten ist riesig.
Da sind viele duftende Blumen und Vögel, die zwitschern. Später kommt ein Feld mit nasser Erde, wo ein lauer Wind weht und ich in die große Weite schauen kann. Etwas bergab steht ein Kreuz, weiter oben ist ein wunderbarer Thronsaal. In einer anderen Richtung liegt ein See. Wenn ich an dem vorbeigehe, einen Hügel hinauf, komme ich zum himmlischen Vater.
Jedes Mal, wenn Jesus mir neue Orte zeigt, freue ich mich sehr. Heute fragte ich auch: „Jesus, zeigst du mir einen neuen Ort?“ Jesus antworte: „Nein, gehe heute zum Vater.“
Ich merkte, wie es in mir anfing zu rumoren. Aber ich machte mich mit Jesus zusammen auf den Weg.

Der Weg zum Vater

Hier änderte sich meine Perspektive. Auf einmal schaute ich von außen auf die Situation und sah mich als kleines Kind mit Jesus zum Vater gehen. Kurz darauf blieb die kleine Jule stehen. Sie wollte nicht zum Vater, sie traute sich nicht. Daraufhin nahm Jesus sie auf den Arm und wollte sie weitertragen. Aber die kleine Jule wehrte sich und schlug um sich. Jesus setzte sie wieder ab. Sie rannte schnell weg, zurück zu der Bank.
Ich (die erwachsene Jule) ging ihr nach und redete mit ihr. Ich tröstete das Kind solange, bis es sich beruhigt hatte. Ich fragte: „Warum möchtest du nicht zum Vater?“ Das Kind antwortete: „Das passt nicht zu mir. Dort ist es gut und schön.“

Jesus ist immer dabei

Ich weiß nicht, ob du solche Momente kennst. Es sind Gespräche mit dir selber. Oft habe ich diese Gedanken, dass ich nicht zum Vater kommen kann, weil ich es nicht verdient habe. Da ich eigentlich weiß, dass das falsch ist, schiebe ich die Gedanken oft nur weg. Manchmal schaffe ich es aber, mich mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen. Ein Teil von mir denkt, dass ich es nicht verdient habe. Wenn ich dann anfange mit diesem Teil von mir zu reden, dann ist das emotional oft zwar anstrengend, aber im Nachhinein gut. Und der Vorteil ist, dass Jesus die ganze Zeit dabei ist. Aber zurück in den Garten.

Das Treffen mit dem Vater

Jesus stieß zu mir und der kleinen Jule hinzu und beruhigte uns beide. Ich fragte das Kind nochmal, ob es mit zum Vater kommen möchte. Das Kind traute sich. Also machten wir uns zu dritt auf den Weg zum Vater. Jesus, die kleine Jule und ich. Das Kind war sich immer noch unsicher. Doch wenn nötig, trösteten und ermutigten wir es.
Wir gingen an dem See vorbei, den Hügel hinauf und sahen schon von Weitem, dass der Vater uns zu winkte. Da gab es kein Halten mehr. Die kleine Jule und ich rannten ihm entgegen. Wir freuten uns, an diesen schönen Ort angekommen zu sein. Jesus stieß auch dazu. Da waren wir alle zusammen beim Vater angekommen.
Der Vater schaute mich an und sprach: „Das hast du gut gemacht, Jule.“