Kopf und Herz

Manchmal dauert es bis Wahrheiten, die ich als Wissen in meinem Kopf habe, auch in meinem Herzen angekommen sind. Wir können unendlich viel Wissen besitzen, alles googeln und nachlesen. Ich kann mir gute Predigten anhören und richtige Sachen sagen.
Lange Zeit dachte ich, dass das alles wäre. Menschen um mich herum haben mir zwar erzählt, dass es im Herzen ankommen muss. Aber das verstand ich nicht.
Mittlerweile begreife ich immer mehr den Unterschied zwischen dem Wissen in meinem Kopf und dem Erkennen mit meinem Herzen. Und ich stelle fest, dass das Wissen in meinem Kopf zwar relevant ist, damit die Wahrheit dann in mein Herz kommt. Aber am Ende ist wichtig, dass es das auch tut.

Da geht noch mehr

Ich weiß, wie das Wissen in meinen Kopf gelangen kann. Aber wie geht es weiter in mein Herz? Der Weg kommt mir manchmal sehr lang vor. Und es macht mich manchmal sehr traurig zu sehen, wie lange es dauert. Diese Diskrepanz zwischen dem Istzustand und dem, wie es sein könnte, ist groß. Wann kann ich zum Beispiel wirklich glauben, dass ich es wert bin, geliebt zu werden? Von Jesus und meinen Mitmenschen?
In der letzten Kolumne habe ich geschrieben, wie froh ich schon über den Prozess bin, den ich in den letzten Monaten und Jahren erleben konnte. Doch ich merke da ist noch mehr, Gott hat noch mehr für mich. Doch nur weil ich weiß, dass es so ist, bringt mich das nicht gleich an den Punkt, der möglich wäre. Der Prozess geht noch weiter.

Aufgewühlt und dreckig

Vielleicht kann man es wie ein Garten beschreiben. In dem Garten sind Pflanzen, die rausgerissen werden müssen. Der Boden muss bearbeitet werden, damit dann neu gesät und gepflanzt werden kann.
Was muss herausgerissen werden? So viele falsche Dinge und Lügen, die ich noch immer glaube. Und wenn ein Garten neu gemacht wird, sieht es erstmal nicht schön aus und es ist Arbeit. Manches wird aufgewühlt und es ist dreckig.

Wahrheiten säen

Doch es bringt nichts einfach nur die Pflanzen auszureißen und die Lügen zu entlarven und mit Disziplin und Ausdauer zu verbannen. Sonst bleibt der Garten brach und das Unkraut kommt. Die Wahrheiten müssen als neue Samen gesät werden. Vielleicht ist das Säen der Wahrheiten, dass man das Wissen über sie im Kopf hat und sie mit etwas Zeit immer wieder annimmt und sein „Ja“ dazu zu findet? Ich kann nicht beeinflussen, dass es dann irgendwann „Klick“ macht.
Wie früher im Matheunterricht. Jahre habe ich mich mit Mathe abgemüht und mein Vater auch (Danke Papa!). Und irgendwann fiel der Groschen. Waren die Jahre davor umsonst gewesen? Ich glaube nicht. Denn auf einmal „ging die Saat auf“ und alles, was ich bis dahin versucht hatte zu verstehen, ergab auf einmal Sinn.
Ich glaube für mich ist relevant, die Wahrheiten Gottes in den nächsten Monaten zu säen, großzügig, bewusst und mit Zeit. Doch währenddessen möchte ich nicht stehen bleiben und warten bis das passiert, sondern zusammen mit ihm weiter gehen und erleben, dass Gott in mir und um mich herum wirkt.