Was wäre die Welt ohne Fragen?

Hast du dich das schonmal gefragt? Wir laufen jeden Tag durchs Leben und stellen so viele kleine und große Fragen. Und dabei es ist es so leicht, gar nicht mehr zu merken, wie wichtig Fragen sind.

Nun stell dir vor, von heute auf morgen dürften wir nur noch ohne Fragen kommunizieren.
Was wäre eine Begrüßung unter Freunden ohne das „Schön dich zu sehen. Wie geht es dir?“, eine gute Bestellung beim Bäcker ohne ein freundliches „Was darf es für Sie heute sein?“ oder das Frühstück am Familientisch ohne ein „Was steht heute bei dir an?“ Schon ein bisschen seltsam, um nicht zu sagen, unsere Kommunikation würde wohl kaum funktionieren.

Wenn dein Kopf so ähnlich funktioniert wie meiner, stellst du dir den ganzen Tag Fragen. Dinge einfach nur hinnehmen, gibt es bei mir nicht oft – ich hab eigentlich immer eine Frage dazu. Das hat schon mein Papa früh gelernt. Ich hab nämlich als Kind mindestens alle zwei Jahre mein Taschengeld mit ihm neu verhandelt. Der Prozess begann meist mit der Frage „Ich bin doch älter als meine Schwestern, warum bekomme ich nicht mehr Taschengeld?“ gefolgt von einer guten Argumentationskette, habe ich am Ende meist mein Ziel erreicht. Mehr Taschengeld für mehr Süßigkeiten beim Bäcker.

Eine Frage öffnet die Tür zu neuen Möglichkeiten, weil sie sich nicht mit dem status quo zufrieden gibt. Aber dazu muss ich immer wieder bereit sein, die Fragen in meinem Kopf ernsthaft zu stellen und mich mit ihnen auseinander zu setzen.
Eine gestellte Frage gibt Raum zum Nachdenken – quasi das Leerzeichen nach der Frage. Dieser Raum ist unsicher und herausfordernd, aber wenn ich mich darauf einlasse, ihn zu betreten, geschieht etwas Wunderbares: Veränderung wird möglich.
Manchmal komme ich am Ende zurück zu der Antwort, die ich auch schon vorher als richtig empfunden habe, aber manchmal lerne und entdecke ich auch etwas ganz Neues. Eine neue Art zu Denken, einen neuen Weg einen Menschen zu verstehen oder den Mut einen Schritt in eine neue Richtung zu gehen.
Ein Zeichen eben, das der Frage eine neue Antwort gibt.

Ich liebe Fragen. Diese Feststellung ist auch der Grund, warum sich diese Kolumne mit Fragen aller Art befassen wird. Genau genommen mit den Fragen, die mir in meinem Leben als Kind Gottes, Frau, Freundin, Leiterin und Pastorin über den Weg laufen. Und mein Wunsch ist, dass meine Fragen auch dich dazu ermutigen und inspirieren, dir deine Fragen zu stellen.
Bist du dabei?