Was ändert ein Morgen in der Hängematte?

Ich mag Sicherheit und gute Pläne die funktionieren. Das habt ihr den letzten Kolumnen, denke ich, entnommen. Schockierend ist für mich immer wieder, wie viel in mir passiert, wenn sich um mich gefühlt alles verändert.

Gedanken um die Zukunft

Im August, saß ich im Urlaub auf Madeira, einer kleinen Inseln im Atlantik – übrigens eine absolute Empfehlung zum Entspannen, aber auch traumhaft zum Wandern – in der schönen Hängematte vor unserem Haus. Die Sonne war schon eine Weile aufgegangen und in der Ferne konnte ich das Meer rauschen hören.
Nachdem ich die ersten Tage hauptsächlich am Pool verbracht hatte, erholt und sonnengebräunt das Leben in ganzen Zügen genießen konnte, so viel es mir in der Mitte des Urlaubs an diesem Morgen besonders schwer abzuschalten. In meinem Kopf war ich schon zuhause und machte mir Gedanken um die Zukunft.

Mein Umzug stand einige Wochen später bevor, auf der Arbeit gab es unendlich viel zu tun und dazu kamen noch so viele persönliche Herausforderungen, dass ich mich in diesen Momenten wie eine Dartscheibe fühlte, die konstant mit Pfeilen beworfen wird. Jeden Tag ein neues Problem. Ich war vor dem Urlaub so angespannt, dass es mich überraschte, wie ruhig ich doch die erste Woche am Pool war.
Doch an diesem Morgen war mein Kopf voller sorgenvoller und negativer Gedanken. Ich konnte sie einfach nicht abstellen.
Statt im Bett liegen zu bleiben, stand ich auf, schnappte mir meine Bibel, mein Notizbuch und einige Stifte und setzte mich in die Hängematte. An vielen anderen Morgenden habe ich das nicht geschafft und bin deshalb umso dankbarer, dass ich mich an diesem irgendwie aus dem Bett schälen konnte.

Nur Gott

In herausfordernden Zeiten und auch wenn ich nicht weiß, was ich lesen will oder soll, schlage ich meistens einen Psalm auf und fange an ihn abzuschreiben. Das Schreiben hilft mir so, mein Denken zu verlangsamen und mich auf die Worte vor mir zu konzentrieren.
An diesem Morgen landete ich bei Psalm 62, 2.

“Nur bei Gott schweigt meine Seele still
von ihm kommt Hilfe, die ich nötig habe.
Nur er ist mein Fels und meine Rettung—
meine feste Burg, so dass ich nicht wanke.“

– BasisBibel

Nur Gott. Ich hatte meine Sicherheit und meinen Frieden an so vielen anderen Orten gesucht.

Ich tue es immer noch, aber ich merke, dass ich es immer öfter schaffe, mich daran zu erinnern, dass meine Seele bei Jesus ruhen darf.
Selbst wenn ich das Gefühl habe, alles läuft aus dem Ruder, so darf ich mich daran erinnern, dass er mein Fels und meine Rettung ist. Und darin kann ich jeden Tag neu, egal wie die Umstände sind, Frieden und Ruhe finden. Gerade ist es ein täglicher Kampf für mich, aber ich will den Weg im Vertrauen auf Jesus gehen. Er lässt mich nicht fallen und dich auch nicht.