Sei nicht naiv

Moin, ich habe richtig Bock meine Gedanken mit dir zu teilen. Los geht’s.

Manchmal bin ich naiv – und damit meine ich nicht diese liebenswürdige, kindliche Art von Naivität, sondern in der Weise, wie es auch Wikipedia definiert: „leicht verführbar“ und „unwissend“. Situationen werden falsch eingeschätzt und bei erwachsenen Menschen spricht der Eintrag bei Wikipedia sogar von „ernsthaften Charakterfehlern“ – oftmals gepaart mit Arroganz und Narzissmus.

Ich bin ein rationaler Mensch und wenn mir jemand einen Sachverhalt schildert, dann finde ich schnell eine mögliche Erklärung – basierend auf sachlichen Überlegungen. Das ist zweifelsfrei eine Stärke – in vielen Gebieten.

Einige Leser dieser Kolumne kennen mich ganz gut und einige ’nicht christliche‘ Freunde, die das wiederum wahrscheinlich nicht lesen, ebenso. Eben diese sind manchmal schockiert, wenn ich von Gott, dem heiligen Geist und Jesus erzähle; und von einem geistlichen Kampf – doch genau darüber möchte ich diesmal schreiben.
Sie können einfach nicht begreifen, wie ein rational denkender Mensch im aufgeklärten Deutschland des 21. Jahrhunderts noch von Jesus und der Ewigkeit faselt. Wohlmöglich gar vom Teufel, bösen Mächten und der Hölle – zugegeben: Das fällt ja sogar der Kirche mitunter schwer.

Aber hier mein Bekenntnis: Ja, ich glaube an Jesus Christus als meine Erlöser – und ja, ich glaube an die Existenz des Widersachers. Doch genau da schließt sich der Kreis zu den ersten Sätzen der Kolumne: „Warum bin ich manchmal so naiv?“

Die Bibel [1. Petrus 5,8 – Luther 2017] hat dazu ein klares Verständnis und eine eindeutige Warnung: „Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“ Hier wird klar an uns appelliert: Der Teufel geht umher und sucht, wen er verführen kann – wegreißen von der Wahrheit unseres Glaubens.

Nehmen wir noch ein weiteres Bild dazu. Paulus schreibt an Timotheus [2. Timotheus 4,7]: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten.“ Er spricht von einem Kampf und in einem solchen ist Naivität so fehl am Platz wie ein Schalker in der Dortmunder Südkurve. In einem militärischen Kampf geht es um Leben und Tod. Dein Gegner versucht dich zu töten – und genau aus diesem Grund sollten wir unsere dümmliche und gefährliche Naivität ablegen und begreifen, dass es einen Widersacher gibt und er uns ‚verschlingen‘ will.

Es gibt viele Namen für das Böse – zwei davon sind ‚Durcheinanderbringer‘ und ‚Zerstörer‘. Genau das versucht er: Er bringt Wahrheiten durcheinander und will Leben zerstören. Er hat ein ernsthaftes Interesse daran, dass deine Ehe scheitert, Freundschaften zerbrechen und dein Glaube ins Wanken gerät.
Lasst mich ein weiteres Beispiel aus der Bibel bemühen. In Matthäus 3,17 – ganz am Ende – lesen wir von Jesu Taufe: „Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Als Jesus zu Beginn des vierten Kapitels – also wirklich nur wenige Zeilen nach Gottes postulierter Wahrheit über Jesus als seinen geliebten Sohn – lesen wir [Matthäus 4]: „Bist du Gottes Sohn, so sprich […].“ Erlaubt mir diese Worte: Der Teufel ist ein ausgemachter Drecksack. Gott spricht: Das ist mein geliebter Sohn – und der Teufel untergräbt und verunsichert. Jesus nimmt das Wort Gottes und schmettert es dem Teufel um die Ohren und letztlich – nach drei gescheiterten Versuchen – lässt er von ihm ab.

Manchmal gibt es gebrauchte Tage. Da hat man früh keine Lust aufzustehen, alles scheint sinnlos. Dann verbrüht man sich unter der Dusche, der Kaffee ist alle und der Kollege haut dir einen blöden Spruch nach dem anderen um die Ohren. Alles ist zu viel und du fühlst dich wertlos. Deinen ganzen Frust lässt du an Menschen ab, die du eigentlich liebst oder betäubst dich mit Alkohol oder anderen Süchten. Nicht alles muss man jetzt dem Teufel in die Schuhe schieben – aber lasst uns nicht naiv und dumm sein! Lasst uns verstehen, dass der ‚Durcheinanderbringer‘ umhergeht und zerstören will.

Psalm 139, 14 zeigt, wie Gott von uns denkt und wir das als seine Wahrheit erkennen und ihn dafür loben und ehren dürfen: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“ Damit bist auch du gemeint: Du bist wunderbar gemacht – geliebt und gewollt, noch bevor die Welt geschaffen wurde. Kein Zufallsprodukt, sondern ein Geschöpf Gottes – eines Gottes, der seinen eigenen Sohn geopfert hat, um dich in Ewigkeit bei sich zu haben.

Schreib dir das auf den Badezimmerspiegel: „Ich bin ein geliebtes Kind Gottes“ und passend dazu aus Römer 8, 38-39: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ Zugegeben, das letzte ist etwas lang für den Spiegel, aber es ist wahr: Nichts und niemand kann uns trennen von der Liebe Gottes.

Wenn du zu den Leuten gehörst, die sich hier mehr oder weniger verirrt haben, nicht an Gott glauben und aus welchem Grund auch immer bis hierher gelesen haben: Genial! Ich wünsche mir von Herzen, dass du ein offenes Ohr hast für das, was Gott dir auch durch diese Zeilen sagen will. Ja, er sieht unsere Fehler, deine und meine ‚gebrauchten Tage‘ und unsere Schuld und Scham. Gefühle von Nutzlosigkeit. Ich sage dir im Namen von Jesus Christus: Das ist eine Lüge. Eine verdammte Lüge. Du bist geliebt und wertvoll. Wähle die Wahrheit.

Nochmal zum Ausgangsthema: Naivität. Lasst uns nicht naiv und unbewaffnet in einen Kampf ziehen. Lasst uns anziehen die Waffenrüstung Gottes [Epheser 6] – und wie es Jesus getan hat – das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, ziehen gegen einen Mächtigen Feind, der aber längst verloren hat. Das Wort Gottes ist das Schwert – denken wir an Jesus als er versucht wird: „Es steht geschrieben […].“ Gottes Wahrheit triumphiert über das Böse.

Gerade läuft bei mir „Raise a Hallelujah“ – ein geniales Lobpreislied. Singen wir Gott ein Halleluja, beten wir ihn an.

PS: Ich bin froh, dass meine Welt mehr zu bieten hat als nur das ‚Sichtbare‘.

Sei gesegnet.