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12. November 2019

#2
Wert

von Marie Wandelt

12. November 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Marie Wandelt


Wert

Willkommen zurück zu Zuflucht - wie schnell zwei Wochen vergehen! Als ich darüber nachgedacht habe, worüber ich schreiben möchte, ist mir bewusst geworden dass sich ein Thema durch meine letzten zwei Wochen gezogen hat. Und das ist mir gar nicht so lieb, denn irgendwie dachte ich, dass ich das Thema schon abgehakt und irgendwann 'am Anfang' für mich geklärt hätte. Da hat mich Gott von meinem hohen Ross geholt und mir gezeigt, dass das Christsein keine strikte Aufwärtslinie ist, mit Etappen, die man nacheinander abhandelt wie Level. Es ist ein Auf und Ab und ein Zurückkehren. Immer wieder vergessen wir - oder ich zumindest - die 'Basics' und muss mich von Neuem auf die Suche machen.

Langer Rede kurzer Sinn: Es soll um Wert gehen. Welchen Wert habe ich? Und bin ich es überhaupt wert? Mit dieser Frage habe ich vor 3-4 Jahren heftig gerungen. Ich hatte Probleme anzunehmen, dass Gott mir einen Wert zuspricht und dass ich zuerst einmal geliebt bin. Das hat damals eine Weile gedauert, aber am Ende glaubte ich, verstanden zu haben, was es bedeutet und wie das mein Leben beeinflusst.

Ich bin gerade ganz frisch in einer Beziehung und bei all dem Wirrwarr und den Fragen, die sich da in meinem Kopf sammeln, habe ich nicht erwartet, dass das Thema hochkochen würde und wie stark es mich beschäftigt - aber auf einer anderen Ebene.
Meinen Wert in Christus habe ich, soweit man das sagen kann, 'verstanden' und ich weiß, dass Jesus für mich gestorben ist und dass ich dem Vater unheimlich kostbar bin, aber was ich irgendwie nicht verstanden habe und langsam lernen darf, ist, dass ich auch für andere Menschen wertvoll sein kann und es bin. Die Liebe Gottes anzunehmen, fällt mir eigentlich nicht so schwer, aber die Liebe anderer Menschen anzunehmen ist nochmal eine ganz andere Liga. Plötzlich kamen Lügen, die sagten: "Du bist eine Last." "Lass ihn doch in Ruhe." "Du bringst sein Leben nur durcheinander." Und das tat weh. Ich habe auch direkt gemerkt, dass genau diese Lügen, die nur in meinem Kopf existieren, Gift für die Beziehung sind. Sie veranlassen mich dazu, mich komisch zu verhalten, mich zurückzuziehen und bauen Distanz auf.

Ich glaube, dass wir einander Wert zusprechen dürfen und sollen und dass das die Grundlage gesunder zwischenmenschlicher Beziehungen ist. Warum gibt es das Format Zuhören, bei dem wir dir begegnen wollen? Weil du unendlich wertvoll bist und wir dir dienen wollen.

Ich glaube, dass es unfassbar viele Menschen auf der Welt gibt, denen noch nie jemand gesagt hat, dass sie wertvoll sind. Dass sie zuerst wertvoll sind, weil Gott ihnen diesen Wert zuspricht, aber auch, dass es da nicht endet, sondern es auch Menschen gibt, für die sie einen Wert haben. Vielleicht sind es Menschen, die wir nicht kennen. Menschen, die sich zurückgezogen haben. Vielleicht sind es aber auch Menschen in unserem unmittelbaren Umfeld. Unserer Stadt, unserem Viertel, unserer Arbeit/Uni/Ausbildung oder unserem Haus. Wir dürfen und sollten Menschen Wert zusprechen und irgendwann rutscht es, selbst wenn es am Anfang höchstens im Kopf ankommt, ins Herz.

Und wenn der Feind dir Lügen entgegen wirft, dass du allen eine Last bist oder wenn du Menschen in deinem Leben hast, die dir das Gefühl geben, nichts wert zu sein, dann möchte ich dich einladen, dich in die Wahrheit Gottes und sein Wort zu stellen. Der Gott, an den ich glaube, ist Liebe und ich bete, dass wir das alle immer mehr verstehen dürfen. Liebe von Gott, die Liebe, die unter uns wohnt und die, die wir weitergeben dürfen. Ich bete, dass wir es immer mehr lernen, anderen Liebe und Wertschätzung entgegen zu bringen und diese von anderen auch selbst anzunehmen.