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19. März 2019

#16
Zeugnis:
Maja Sophia

19. März 2019
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Zeugnis: Maja Sophia

Es ist beinahe ein gesamtes Jahr vergangen, seit wir das letzte Mal in diese Reihe eingestiegen sind: Und auch in dieser Staffel von 'Unser Leben in Christus: Ein Zeugnis seiner Herrlichkeit' haben wir wieder fünf mutige, offene und ehrliche Menschen gefunden, die uns von ihrem Leben mit und ihrem Glauben an Jesus Christus erzählen möchten.
Diese Reihe dient uns und euch zur Inspiration und zum bewussten Innehalten über Gottes Wunder und seine Güte mitten unter uns. Gott wirkt! Heute, genau wie gestern und auch in Zukunft und dies wollen wir hier mit euch teilen. Viel Freude beim Lesen und entdecken, Sascha.

Ich bin als ein kleines 'Sensibelchen' geboren wurden. D.h., ich war schon immer anfällig für Reize. Viel zu schnell ist mein Gehirn voll von Farben, Geräuschen oder Bewegungen meiner Umgebung und ich bin sofort abgelenkt. Genauso habe ich schon immer schnell und ohne Worte, Gefühlslagen anderer erkannt und nachempfunden. Also brauchte ich auch schon immer einen Rückzugsort vor der Welt und ihrer ständigen Reizüberflutung. Diese Seite von mir habe ich nie besonders geschätzt. Wie sehr ich es aber als Defekt meiner Person empfunden habe, ist mir erst seit Kurzem klar. Und meine Unfreiheit darin..

Schon von klein auf lernte ich mich anzupassen. Ich war das Chamäleon der Familie und Freunde. Ich spürte ihre Anspannung und zog schweigend den Kürzeren und sagte schnell 'Ja', nie aber 'Nein', um schlichtend zu wirken. Mein Grundsatz war: "Ich bin zu schwach, um gegen dich anzukommen. Ich bin unwichtig."
Ich war so in der Angst gefangen, jemandem auf die Füße zu treten, dass ich mir verbot, für Gott durch das Leben zu tanzen. Das ging fast mein gesamtes Leben so und wurde zu meinem heimlichen Motto unter dem Deckmantel der Demut und Bereitschaft zu dienen. Ich freundete mich mit sehr dominanten Menschen an, die teils auch selbst schwer beladen und stolz waren. Gott kannte ich nur aus dem "Gute-Nacht-Geschichten"-Buch. Eine Gruppe, in der ich selbst hätte wachsen können, hatte ich nicht. Ich hielt mich im Schatten meiner Freunde und investierte viel in sie. Meine sensible Seite belastete mich dabei mehr, als dass sie half. Sie war meine Schwäche, Makel, der nicht ging, und Verletzlichkeit. Ich hasste es, schnell emotional zu werden und mich ablenken zu lassen. Aber vor allem die Papierhaut, durch die einfach alles geht.

Und dann kam Gott und stellte alles volle Kanne auf den Kopf. Ich erfuhr hautnah von einem Kampf unsichtbarer Mächte und von Gottes barmherziger, geduldiger Liebe. Klar, dass das einige Dämme brach. Langsam begann ich mich selbst aufzuarbeiten. Meine Faszination für Gottes Art wurde immer tiefer und größer. Ich staunte nicht schlecht, dass Jesus auch mal allein sein wollte: Beten, auftanken und stärken.
Mir vorzustellen, dass meine verhasste Sensibilität Gottes Stärke ist, verwirrt mich und macht mich erst richtig demütig. Immer mehr durch Seine liebenden Augen die Welt zu sehen, eröffnet mir erst die Zerbrechlichkeit und Schönheit jedes Einzelnen. Plötzlich passte keiner mehr in das Schema des dominanten Leitercharakters, der nur Bedingungen stellt. Doch wie begegne ich diesen liebenden Menschen? Ich denke mal mit Liebe. Aber das ist sehr herausfordernd, wenn man immer in Angst reagiert hat. So viel Vertrauen und Verletzbarkeit ist mir noch ungewohnt neu. Aber ich glaube fest, dass es dem Guten dient, Gott dient, zu vertrauen. – Maja Sophia

Du möchtest auch von deinem Leben mit Gott Zeugnis geben? Von deiner Hingabe für sein Reich oder der Schönheit deiner Bekehrung zu Ihm? Dann schreib uns eine Mail mit deiner Geschichte, mit deinen Erfahrungen und deinen Worten. Trau dich deinen Glauben und Gottes Wirken und Wunder an dir zu zeigen: zeugnis@keineinsamerbaum.org