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09. März 2018

#11
Zeugnis:
Caroline Sophie

09. März 2018
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Zeugnis: Caroline Sophie

Ein neues Jahr – immer noch ein lebendiger, liebender und spannender Gott. Er will uns nah sein, er will uns bewegen. Das sehe ich, das erlebe ich.
Ich möchte euch heute, und in den kommenden Wochen, mit auf eine Reise nehmen. Eine Reise, auf der wir verschiendenen Menschen begegnen werden. Menschen in den unterschiedlichsten Lebens- und Glaubensphasen. Manche kämpfen gerade, manche suchen, manche genießen ihre Zeit des Friedens. Doch so unterschiedlich ihre Geschichten und Zeugnisse sein mögen, sie verbindet ein gemeinsames Fundament: Jesus.
Anfang letzten Jahres hatte ich den Eindruck, dass ich sammeln soll, was Gott auf dieser Erde für seine Kinder tut. Wie er sie berührt, wie er sie bewegt - wie er an ihnen dran bleibt. Ich hatte den Eindruck, ich solle euch dort draußen die Chance geben, zu sehen, wie lebendig und schön Gottes Werke sind. Wie Er an seinem Reich baut und uns dafür gebrauchen möchte. Wie er treu und beständig an unserer Seite ist. Und genau diese Vielfalt von Gottes Wirken möchten euch die Menschen im Folgenden ans Herz legen:

Gar nicht so inspirierend, oder?

Eigentlich fällt es mir ja nicht so unglaublich schwer, zu schreiben.
Aber sobald es persönlich wird, scheint es doch plötzlich nicht mehr machbar.
Vor allem, weil ich mich vielleicht überhaupt nicht als inspirierend wahrgenommen habe in den letzten Monaten. Weil ich so vieles hinterfragt habe. Weil es mir manchmal einfacher erschien, alles, was ich bisher geglaubt und gehofft (und sogar erlebt) hatte, aufzugeben. Weil ich mich zeitweise lieber in meinem Selbstmitleid gebadet hab, als den Menschen, die mir am meisten bedeuten, zu erzählen, dass ich mich scheinbar vergeblich abmühe, Sinn in so Vielem zu finden.
Ohne es zu merken, hab ich mich mitten in Prozessen wiedergefunden, die ich wahrscheinlich auch noch immer nicht in ihrer Fülle ergreifen kann. Prozesse, die schmerzen. Die erfordern, dass ich mich auch mit meinen Ängsten und Zweifeln, mit meinen Herausforderungen und Versagen, mit meiner eigenen Geschichte auseinander setze. Die Dinge ans Licht bringen, von denen ich dachte, ich hätte sie schon seit Jahren hinter mir gelassen.
Und obwohl ich mir dessen bewusst bin, dass da gerade mehrere Prozesse in mir ineinander rempeln und sich gegenseitig anstoßen, versuche ich mich vor ihnen zu verkriechen. Mir einzureden, dass schon alles gut wird. Mich abzulenken.
Kennt ihr dieses "Internet"?
Versuche einfach nach vorn zu blicken und alles Gewesene in gut verschlossenen Kisten verstauben zu lassen. Aber in Kisten wächst nicht gut Gras darüber. Und selbst wenn – nicht mal Asphalt kann Pflanzen aufhalten – hat Löwenzahn mir beigebracht. Die Frage ist also nicht, ob ich mir zugestehen werde, dass ich mich in Prozessen befinde, die so viel Neues anstoßen, in dem sie mich Vergangenes neu durchleben lassen, sondern wie ich damit umgehe. Ob ich bereit bin, daraus und darin zu lernen. Gott an mir arbeiten zu lassen. Mich anderen anzuvertrauen, um gemeinsam Schritte zu gehen. Verbindlich zu bleiben, gerade auch in meinen Schwächen – um daran zu wachsen.
Was in allem diesem Prozesserleben auch noch passiert und vielleicht auch ganz schön essentiell dafür ist: mein Gottesbild wird da gerade ganz schön erschüttert, durchgeschüttelt und aufgerüttelt. Neu gemacht, durcheinandergeworfen und hinterfragt. Wer ist der, von dem ich dachte, dass ich ihn doch schon mein Leben lang kenne? Wer ist dieser Jesus? Und welche Bedeutung hat Er für mich? Dreht es sich überhaupt noch um mich oder darf ich nicht endlich wirklich beginnen, mich um Ihn zu drehen? Sind meine Fragen relevant? Darf ich soweit hinterfragen, dass ich schon an Grundsätzlichem zu zweifeln beginne? Bringt mich das letztendlich nicht vielleicht sogar dem näher, den ich hinterfrage?

Ich weiß noch nicht, wo ich rauskommen werde oder wie, was noch passieren wird, welche Antworten ich finden werde und welche neuen Fragen sich auftun, aber eins hoffe ich, wünsche ich mir so sehnlich: dass ich am Ende wie Hiob sagen kann "Ich kannte dich vom Hörensagen, jetzt aber habe ich dich mit eigenen Augen gesehen."
Denn so sehr ich zwischenzeitlich auch versucht haben mag, das Glauben sein zu lassen, so erleichterter bin ich doch, dass das nicht funktioniert hat. Dass meine Fragen und mein Hinterfragen Gott nicht zum Verzweifeln mit mir bringen.
Und vor allem, dass ich mich trotz allem wieder neu dafür entscheiden kann, zu glauben, dass Gott gut ist. Und dass ich diese Entscheidung über jede andere setzen möchte, die ich treffe. Denn was gibt es Krasseres als sich von Gott geliebt zu wissen? Was könnte mir mehr Sicherheit in allen schwankenden Prozessen geben als zu wissen, dass Gott gut ist und es gut mit mir meint?
Ich glaube, es wird nicht einfach, Ihm zu vertrauen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es das Beste ist, was ich tun kann. Weil Er es wert ist.

Du möchtest auch von deinem Leben mit Gott Zeugnis geben? Von deiner Hingabe für sein Reich oder der Schönheit deiner Bekehrung zu Ihm? Dann schreib uns eine Mail mit deiner Geschichte, mit deinen Erfahrungen und deinen Worten. Trau dich deinen Glauben und Gottes Wirken und Wunder an dir zu zeigen: zeugnis@keineinsamerbaum.org