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10. April 2019

#99
Bin ich ein
Nachfolger Christi?

von Sascha Gonzales

10. April 2019
Lesedauer: 5 Minuten
Von Sascha Gonzales


Bin ich ein Nachfolger Christi?

Mich beschäftigt genau diese Frage: "Ist jeder Christ auch ein Nachfolger Christi?" schon seit (gefühlt) Urzeiten. Und damit bin ich sicherlich nicht alleine. Möglicherweise hast du dir ja ebenfalls schon mal diese Frage gestellt und bist zu deiner ganz eigenen Antwort gekommen. Oder du bist am gleichen Punkt, wie ich, und hast Lust dich auf meine Herangehensweise einzulassen.

Meine erste, spontane Antwort auf diese Frage ist: "Nein". Wenn ich in der Bibel die Werke suche, die Jesus auf seine Agenda gesetzt hat, weswegen ER auf die Erde gekommen ist, dann komme ich zu dieser Liste:

Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt, um den Armen die gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, Gefangenen zu verkünden, dass sie freigelassen werden, Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie befreit werden und dass die Zeit der Gnade des Herrn gekommen ist. – Lukas 4, 18-19 (Neues Leben. Die Bibel)

Schauen wir mal auf dieses Foto hier und gucken, wie viel von dem, was Jesus angekündigt und getan hat, ich so tue:

Nicht besonders viel. In meiner eigenen, ersten Schlussfolgerung würde ich nun auf das Ergebnis kommen, dass ich kein Nachfolger bin, weil ich die Werke nicht tue, die Jesus tat und uns aufgetragen hat, als er die Erde verließ. Wir lernen ja von Paulus, und das zurecht, dass Glaube, ohne die Werke, tot ist.
Unser Glaube, umso fester und stärker er wird, nimmt automatisch unser Herz ein und wird dementsprechend auch automatisch zu den Taten und Werken führen, die Jesus tat. Sie sind eine logische und nachvollziehbare Konsequenz: Fehlen die Taten, fehlt mir vermutlich (noch) der (nötige) Glaube. Richtig?

Zurück zu meiner Frage: Bin ich also kein Nachfolger Christi? Oder sollten wir diese Frage erweitern? Reicht bereits die Sehnsucht und das Verlangen nach diesen Taten, dass ich mich als Nachfolger bezeichnen darf?
Nun leben doch viele von uns ein ganz normales Leben, ohne große Auffälligkeiten; ohne dass man ihnen ansehen kann, ob sie Jesus nachfolgen oder nicht. Sie ecken nicht an, sie sind einfach 'ganz normal'. Sind dies nun Nachfolger? Vielleicht? Ich weiß es nicht.

Ich habe – neben vielen anderen – ein Motto im Leben: "Nicht nur schnacken, sondern auch anpacken!" Ich habe täglich eine handvoll 'guter Ideen' und höre Tag für Tag von Menschen und ihren 'guten Ideen' – doch kaum eine Gruppe von Gleichgesinnten, und das inklusiviert mich, scheint mir mehr hervorzustechen, wenn es ums 'Schnacken' und nicht 'anpacken' geht, als wir Christen.. nicht wahr?
Mein liebster Bibelvers, Römer 12 2, beschäftigt sich auch genau damit. Paulus rät uns, dass wir nicht die Werke der Welt tun, sondern die Werke Christi im Wohlgefallen Gottes. Wenn wir aussehen und handeln, als wären wir von dieser Welt, werden wir diese Welt auch nicht verändern. Wenn unsere Taten weltlich sind, werden wir auch weltliche Früchte ernten.

Viele von euch – und ich weiß wovon ich spreche, denn es ging mir genauso – sind frustriert und ermüdet vom Glauben an Jesus Christus, weil sie die 'Veränderung', den 'neuen Menschen' nicht spüren. Weil sie nicht bekommen, was sie wollen, was sie sich so sehr wünschen. Ihre Sehnsucht nach Beziehung mit Gott wird nicht gestillt. Vielleicht spürst du nicht einmal, dass Gott bei dir ist. UND DOCH, sehnt sich dein Herz und dein Geist nach dieser Nahrung, die geistlich ist. Nach dieser Frucht, die geistlich ist. FANG AN die geistliche Saat zu säen, dann kannst du auch die geistliche Frucht erwarten. Triff deine Entscheidungen nicht ohne Gott und im weltlichen Rahmen, sondern mach dich frei von diesen Ketten.

Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt, deshalb werdet nicht Sklaven von Menschen. – 1. Korinther 3, 27 (Neues Leben. Die Bibel)

Du bist für etwas anderes bestimmt. Der Grund, warum wir Christen so vieles nicht auf die Kette bekommen, ist, dass wir wie alle anderen Leben. Wenn du bist, wie jeder andere, dann bist du niemand, der Veränderung hin zu Jesus bringt. Wenn dein Glaube wirklich auf Vertrauen gebaut ist, dann wird er die Werke automatisch hervorbringen. Dann wirst du automatisch anecken, denn die Welt ist kein Jesus-Fan. Die Welt ist kein Nachfolger. Sie ist gegen Jesus.

Ich ende hier auf einer positiven Note: Du BIST befreit und erlöst. Mach doch aus dieser Position der Freiheit etwas aus ihr. Wenn du an den Jesus glaubst, den du sonntags besingst und suchst, dann ist der Startpunkt schon gesetzt. Deine Tasche ist bereits gepackt. Mach dich auf den Weg, der direkt vor deiner Haustür beginnt. Frag ihn direkt morgens: "JESUS, was willst du heute mit mir erleben? Was kann ich heute für dich tun?"
Für mich, ich habe meine Antwort gefunden: Ich bin ein Nachfolger Christi, weil ich jeden Tag danach strebe, seine Werke zu vollbringen und Tag für Tag hin zu Ihm wachse und hinein in meine Berufung als Apostel Christi. Meine Sehnsucht nach all diesen Dingen, die wir für Jesus tun sollen, ist unermesslich groß und es ist mir egal, ob die Welt mich 'cool' findet oder nicht, solange mich Jesus 'cool' findet und ich mein Haus auf Stein gebaut habe. Und genau das wünsche ich dir wirklich von Herzen.