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03. April 2019

#98
Ich genüge!

von Sascha Gonzales

03. April 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Ich genüge!

Diese Woche habe ich mich innerlich und auch in so manchem Gespräch mit dem Thema "Wem muss ich eigentlich etwas beweisen?" auseinander gesetzt. Und ich möchte euch gleich das Ergebnis vorwegnehmen: Ich habe niemandem etwas zu beweisen, solange ich weiß, wer ich in Gottes Augen bin und solange ich durch Ihn ein neuer Mensch werden.

Dieser Erkenntnis scheint auf den ersten Blick sehr klein zu sein, vielleicht sogar unbedeutend oder offensichtlich – aber ich verspreche dir, für mich ist und war sie das nicht. Ich habe, seit ich denken kann, immer das Empfinden gehabt, ich müsse allen und jedem um mich herum beweisen, wer ich bin und was ich alles kann.
Nun, dieses Bedürfnis, dessen Ursprung in einer Lüge lag – nämlich der Lüge, dass ich nicht genüge und nicht angenommen bin – ist für mich durch Wahrheit ersetzt worden. Und das schon vor einigen Jahren. Dieser ständige Drang nach Anerkennung und Bestätigung sind – Gott sei Dank – nun nur noch ein Teil meiner Vergangenheit, von dem ich hier berichten und erzählen darf.

Aber zurück zum Ursprung dieser Kolumne: "Wem muss ich eigentlich etwas beweisen?" – mir ist aufgefallen, dass ich immer nur das Gefühl hatte, jemandem etwas beweisen zu müssen, wenn er mich nicht wirklich kannte. Bei Menschen, die mir wirklich von Herzen nahe standen, gab es dieses Empfinden nicht. Ich denke dabei an eine sehr gute, alte Freundin von mir, die beinahe 10 Jahre immer eng an meiner Seite stand. Bei ihr kam diese Lüge nicht zum Tragen. Ich wusste, sie kennt mich und kennt meinen wert, den ich – teilweise – selbst nicht kannte. Doch sie kannte meinen wert und hielt zu mir.

Es war also eine Angst nicht zu genügen, die darin ihren Kern fand, dass ich mich selbst nicht kannte. Wie viele von uns kennen sich selbst nicht? Wer erkundet sich schon? Ich habe mir diese Zeit genommen, als ich aufhörte, meiner Musik 'Karriere' nachzueifern und Gott alles hinzulegen. Ich war quasi 'blank' und 'nackt' in der Welt. Keine Ausbildung, kein Studium, keine Ideen, keine Vision vom Leben, keine Berufung, die mir bekannt war. Und so machte ich mich, basierend auf einem prophetischen Wort der Versorgung und einer Erkenntnis, auf, mich selbst kennen und lieben zu lernen. Meinen eigenen Wert durch Gottes Augen zu erkennen. Meine Lügen abzulegen und Wahrheiten hineinzulassen. Nicht meine eigenen Wahrheiten, sondern göttliche: Du bist berufen. Du bist geliebt. Du bist sicher und versorgt. Du bist teuer erkauft.

Nun bin ich hier an diesem 03. April 2019 und schreibe euch eine Kolumne über meine Angst und darüber, dass ich mir selbst fremd war. Darüber, dass der Teufel dies nutzte und mich verführte, mein Streben in die Irre zu leiten und meine Talente für mich selbst zu nutzen. Nun bin ich hier und lerne mich immer noch selbst kennen. Und ich stelle fest: Ich bin wunderbar gemacht. Und du bist das ebenfalls.

Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. – Psalm 139, 13-14 (Lutherbibel 2017)