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27. März 2019

#97
Ich werde kein Zweifler sein

von Sascha Gonzales

27. März 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Ich werde kein Zweifler sein

Ich möchte diese Kolumne auf einer positiven Note beginnen: Gott wirkt! Gestern, heute, morgen, immer. Und das ist keine 'schnöde' Christen-Phrase, sondern die reine und eindeutige Wahrheit.
Vor zwei Wochen habe ich euch (mal wieder) von meiner Erkenntnis erzählt, dass Gottes Verheißungen ALLE wahr sind und für uns bereitstehen. Unser Glaube an und Vertrauen auf Ihn sind der Schlüssel, der diese Verheißungen für uns öffnet.

Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. – Hebräer 10, 35 (Lutherbibel 2017)

An was für einen Gott würde ich glauben, dessen Wort (Bibel) ich nur zu 20% für wahr hielt und am Rest zweifelte? Ich glaube und erfahre, dass Gott mich bedingungslos versorgt, aber habe Zweifel an seiner Verheißung und Zusage, dass ich Kranke heilen, Dämonen austreiben und größere Werke als Jesus vollbringen kann, wenn ich in und durch seinen Geist ein neues Leben lebe? Was für ein Nachfolger bin ich, wenn nicht einer, der an ALLES glaubt, was Gott mir und dir zugesprochen hat.
Jesu Selbstbewusstsein und seine Autorität kamen durch Gott, durch seinen Geist in Ihm, durch die perfekte, reine und zweifellose Verbindung zwischen dem Vater und dem Sohn. Wenn also Jesus sagt, ich kann das auch, dann will ich ein Nachfolger Christi sein, der dies nicht nur glaubt, sondern dessen Glaube daran auch die Früchte bringt, die so ein Großglaube bringen kann.

Wir leben in einer Welt, die uns diese Idealvorstellung – und noch viele weitere – zerstören und wegnehmen will. Durch falsche Vorbilder, durch Verführungen, durch Ängste, Scham und Hass. Durch Bequemlichkeiten, falsche Zufriedenheit und Ungeduld. Durch Rat- und Rastlosigkeit, durch falschen Ehrgeiz und durch immerwährendes Profilieren voreinander.
"Wer glaubt schon noch an Ideale..?" Die Frage habe ich mir schon so oft gestellt. Eine sehr einprägsame Erinnerung für mich war, als ich in einer Runde mit vielen Leitern unserer Gemeinde saß und in der Gesprächsrunde ungefähr sagte: "Wir müssen nicht den ganzen Tag, Woche für Woche in Jobs hängen, die uns nicht erquicken, bis wir im Burn-Out landen. Wir können auf Gott vertrauen, weil er uns versorgt und sollen einfach nur nicht faul sein." – ich erntete zweifelnde Augenbrauen-Hochzieher und spöttische Antworten wie: "Es kann ja nicht jeder so leben wie du!" – dabei lebe ich doch einfach nur, so gut ich das schaffe, im Vertrauen auf Gottes Weisung und Führung. Gehe, so gut ich es kann, den Weg, den mir Gott in mein Herz und in meinen Verstand legt. Sollte ich lieber ein Zweifler sein?

Seit ich denken kann, lebe und denke ich in Idealen. Und nicht all diese Ideale werden dann in der Praxis und in den Bereichen, in denen ich mich bewege, erfüllt. Aber ich lasse mich nicht von meinen Idealen abbringen: "Irgendwann wirst du auch mal realistischer, Sascha." – Die Antwort ist "Nein, werde ich nicht!", denn Glaube und Vertrauen leben von meinem Drang nach Gottes Idealvorstellung. Gott schließt in der gesamten Bibel keinen einzigen Kompromiss, oder gibt auf, weil alle zweifeln, oder lässt es bleiben, weil es 'unrealistisch ausschaut'. Ich glaube, dass sich Jesus von uns wünscht, dass wir seinen Idealvorstellungen hinterher jagen – auch, wenn wir sie nicht erreichen, wird doch so viel mehr passieren, wenn wir es versuchen und nicht schon vorher kleingläubige Ausreden finden und Kompromisse vorschieben.