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13. März 2019

#95
Vielleicht

von Sascha Gonzales

13. März 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Vielleicht

Diese vergangene Woche stand einmal mehr im Zeichen der Erkenntnis. Diesmal ging es vorrangig um eine relativ simple, aber kraftvolle Offenbarung, die ich durch eine Predigt erleben durfte. Diese drehte sich um den folgenden Bibeltext:

Und Jonatan sprach zu seinem Waffenträger: Komm, lass uns hinübergehen zu der Wache dieser Unbeschnittenen! Vielleicht wird der HERR etwas für uns tun, denn es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen. – 1. Samuel 14, 6 (Lutherbibel 2017)

Ich empfehle euch, die gesamte Bibelstelle zu lesen. Jonatan findet sich hier in einer Situation wieder, in der aus Angst, niemand – außer er und sein Waffenträger – zu handeln bereit ist. Weder Saul, der das Heer anführt, noch "Ahija, der Priester des Herrn" (1. Samuel 14, 3), der den Priesterschurz trug, welcher durch Urim und Tummim in der Lage gewesen wäre, Gottes Willen erkennbar werden zu lassen und Fragen zu beantworten. Kurzum: Die, die eigentlich handeln sollten, taten es nicht. Also musste Jonatan Gottes Willen auf seine eigene Weise herausfinden: Mit Vertrauen.

Das Wort, welches mich hier besonders gepackt hat, ist "vielleicht". Als Jonatan seine Idee seinem Waffenträger schildert, ist er sich nicht sicher, dass Gott handeln wird. Er ist sich aber sich, dass Gott "etwas für uns tun" kann, "denn es ist dem HERRN nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen." Seine Zuversicht auf die Verheißungen Gottes, nämlich dass Israel befreit werden soll, ist so gewaltig; sein Vertrauen in Gottes allmächtige Kraft so unerschütterlich, dass er bereit ist, seinen Plan auf ein "vielleicht" zu stützen. Und Gott lässt ihm diese Hoffnung und dieses Vertrauen gelingen.

Aber zurück zu meiner ganz eigenen Situation: Seit mehreren Monaten scheue ich mich davor, meine Podcast Idee in die Tat umzusetzen, bzw. die Podcasts dann auch zu veröffentlichen – aus Angst. Gott hat mir nie konkret gesagt: "Sascha, ich möchte, dass du einen Podcast machst!", aber er hat mir gezeigt, dass er möchte, dass ich Menschen von meinem Glauben erzähle, von meiner Nachfolge, von meinem Leben mit Jesus. Also, VIELLEICHT lässt er es mich ja gelingen?

Auch Jonatans Plan war nicht perfekt, nicht ausgereift. Man könnte vielleicht sogar behaupten, er sei 'dumm' und 'verrückt'. Und auch mein Podcast wird weder perfekt, noch ausgereift daherkommen, denn ich bin noch lange nicht am Ende meiner Reise und meines Prozesses, Gott wirklich gut repräsentieren zu können. Aber, ich möchte mich auf das VIELLEICHT einlassen: VIELLEICHT erreicht dieser Podcast am Freitag ja die Ohren und Herzen derjenigen, die er erreichen soll?

Mir ist klar geworden, dass ich oftmals mit Scheu(klappen) durch meinen Glauben und mein Leben gehe. Gott hat mir doch bereits so viele Verheißungen in der Bibel zugesprochen, die er für mich (und dich) bereithält. So hielt und hält er immer noch sein Versprechen, dass ich versorgt bin, obwohl ich auf keinem Weg gehe, der weltlich und rein menschlich dazu führen sollte. Warum sollten also nicht ALLE Verheißungen Gottes stimmen? Das sah wohl auch Paulus so:

Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? – Römer 8, 32 (Lutherbibel 2017)