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06. März 2019

#94
Eigene Ambitionen, wahre Freiheit.

von Sascha Gonzales

06. März 2019
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Eigene Ambitionen, wahre Freiheit.

Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. – Philipper 3, 7 (Lutherbibel 2017)

06. März 2019: Als ich das erste Mal über diesen Vers in der Bibel gestolpert bin – und ich erinnere mich noch ganz genau daran – blieb mir der Atem weg: So passend und präzise hätte ich meine damalige Lebenssituation und meinen Weg mit Jesus niemals beschreiben können. Es war als hätte Paulus diesen Satz nur für mich in die Bibel gepackt; als hätte Gott nur meinetwegen diesen Vers in seine Heilige Schrift aufgenommen.

Als ich mit 20 anfing Musik zu machen, und mein Leben noch in weltlich-geraden Bahnen verlief, ahnte ich nicht, dass meine Sehnsucht und mein Verlangen nach Erfolg solch Auswirkungen auf meine gesamten 20er Jahre nehmen würde.
Schon oft habe ich euch davon erzählt, wie wichtig es mir war, mein Ego dadurch zu befrieden, dass ich es 'allen zeigen' würde. Ich arbeitete härter als die meisten Menschen, die ich kannte; saß an Feiertagen in der Bibliothek, die mir als Büro diente, um meine nächsten Konzerte zu planen; verbrachte Tage und Wochen mit der Produktion von Songs. Und das alles aus einem Antrieb, der mir später (fast) das Genick gebrochen hätte: Angst.

Viele von uns Leben permanent in dieser Empfindung, nicht zu genügen. Weder für die Menschen in unserem Umfeld, noch für uns selbst. Und ich weiß so gut, wie schwierig es ist, da raus zu kommen. Angst und Scham wechseln sich ab und sich einzugestehen – den anderen einzugestehen, dass man es nicht schafft und schwach ist, funktioniert einfach nicht. Jedenfalls nicht in unserer Vorstellung.

Ich war gefangen in einer Angst des Versagens: "Siehst du, ich hab doch von Anfang an gesagt, dass das nichts wird." – weil ich so unsicher und ohne Selbstwert war, waren es diese Gedanken und Aussagen, die ich fürchtete. Und auch wenngleich ich oftmals das Gefühl hatte, ich wäre am Ende, schämte ich mich dafür. Denn was bliebe mir? So jedenfalls schien es mir.

Doch Gott hatte einen anderen Plan und er blieb an mir dran, bis ich es verstand; bis ich endlich aus dieser Spirale heraustreten konnte. Endgültig.
Es kostete mehrere Anläufe bis ich erkannte, dass all das, was ich für Gewinn hielt: Erfolge, Spaß, Anerkennung, Macht, Geld, Status – doch nur Schaden für mich war. Und nun, nun ist Gott mein Gewinn und ich sage euch, ich bin ebenfalls ein Gewinner. Nicht, weil ich so viel besitze oder so viel kann, nein – ganz im Gegenteil: Weil ich sehe, von wie viel Angst und Scham mich Jesus befreit hat. Wie viel Last auf meinen Schultern lag, welche nun von mir genommen wurde. Und wie schwach ich vor meinem König sein darf.
Freiheit ist nichts, was wir uns verdienen können. Du kannst Freiheit weder erschaffen, noch erhalten. Wahre Freiheit wird dir geschenkt, wenn du überwindest und Jesus, dem Sieger, dein Leben hingibst.

Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, auf dass ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott kommt durch den Glauben. Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten. – Philipper 3, 8-11 (Lutherbibel 2017)