Menü

06. Februar 2019

#90
Ein Liebeslied

von Sascha Gonzales

06. Februar 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Ein Liebeslied

Vielleicht erinnert ihr euch noch an meine Kolumne mit dem Namen "Eine Gitarre und eine Berufung". Ich erzählte euch darin, dass Gott mir nicht nur eine neue Gitarre geschenkt hatte, sondern auch gleich noch eine Berufung mit dazu: Deutsche Lobpreislieder zu schreiben – jedenfalls ist das die Kurzform der Berufung. Ihr könnt euch die Kolumne gerne noch einmal durchlesen, falls ihr es nicht schon getan habt.

Ihr mögt euch ebenfalls daran erinnern, dass ich euch davon berichtete, dass ich im gesamten Jahr 2018 kein einzigen Song geschrieben hatte, bis – ja, bis – diese Gitarre zu mir kam und ich am 30. Januar meinen ersten, deutschen Lobpreissong schrieb.

Heute möchte ich euch von einer Begegnung mit Gott erzählen, die ich vergangenen Sonntag hatte. Ich spielte nichts-ahnend im Wohnzimmer Gitarre und plötzlich vernahm ich den unwiderstehlichen Drang, einen Song zu schreiben. Ich packte mein Aufnahmegerät, mein Songbuch, einen Stift und natürlich meine Gitarre und verschwand schnurstracks im Schlafzimmer, um die nötige Ruhe zu finden.
So deutlich, wie dieses Mal, hatte ich das noch nie vernommen: "Schreib einen Song!" pochte es in mir und ich begann damit einen Text auf die Akkorde zu schreiben.

Nach mehreren Versuchen, in denen ich, wie viel zu oft, viel nachdachte, um besonders tolle, smarte Lyrics hinzubekommen, kam ich zum ersten Mal zu dem 'brillianten' Einfall, einfach zu beten, welchen Text Gott mir geben wolle.
Seine Antwort war: "Schreib mir ein Liebeslied!" – und das tat ich.
Über die nächsten 24 Stunden, Stück für Stück. Bis ich den Song gestern Abend fertigstellen konnte. Als ich ihn das erste Mal ganz spielte, kamen mir die Tränen, weil ich überwältigt war. Nicht von der puren Schönheit des Liedes, sondern von Gottes Liebe und seinem Opfer für uns. Gott gab einen Teil seiner Familie als Opfer da, um uns zu einem Teil seiner Familie zu machen.
Noch nie kamen mir Tränen bei einem meiner Lieder. Noch nie spürte ich wirklich Gottes Handschrift in einem Text, den meine Hand geschrieben hatte. Noch nie wusste ich wirklich, dass sich Gott über eines meiner Lieder freute und es wirklich ganz und gar Lobpreis für ihn ist.

Der Name des Songs ist "Unverdient" und genau diese bedingungslose, unverdiente Liebe Gottes spürte ich in jenem Moment über meine Lippen, zurück in mein Ohr kommen. Und ich weinte, weil Gott mein Herz zum Beben brachte.