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20. Mai 2020

#144
Meine letzte Kolumne

von Sascha Gonzales

20. Mai 2020
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Meine letzte Kolumne

Seit ich 18 Jahre alt bin, blogge ich in der einen oder anderen Form. Meine ersten Erfahrungen mit dem Schreiben machte ich im zarten Alter von 16 Jahren, als ich völlig überraschend für eine englisch-sprachige Website über eSports schreiben durfte. Zu jener Zeit waren meine Englischkenntnisse beinahe unsichtbar und ich hatte so wenig Selbstvertrauen, dass es schon einem Wunder gleichkam, dass ich durch einige Umwege an diese Stelle kam.
Aber es half mir, neben einigen anderen Sachen, aus einem Loch herauszukommen, in dem ich mich schon mehrere Jahre befand. Weil da jemand war, der sich in mich und meine Arbeit investierte. Ich fühlte mich wichtig, fühlte mich gesehen und lernte jeden Tag ein wenig besser die Sprache kennen, während mir sehr viel Geduld entgegen gebracht wurde.

Im Laufe der Zeit wechselte ich dazu über, die englischen Texte meiner Kollegen zu übersetzen und eigene Texte auf Deutsch zu schreiben. Ich durfte bei den digitalen Turnieren in der Orga helfen und war sogar das ein oder andere Mal im Radio Stream als Gast eingeladen, da die Organisation sehr bekannt war und somit jeder Mitarbeiter irgendwie interessant erschien und ich zudem einer der einzigen deutschen Mitarbeiter war, was mir natürlich einige Türen in der deutschen Szene öffnete.

Lirumlarum.. Mir geht es heute, in meiner vorerst letzten, regelmäßigen Ausgabe von Ströme lebendigen Wassers um die Zeit und die Kräfte, die jemand in mich investiert hat, und wie viel mir dies damals (und auch heute noch) bedeutete.
Nicht nur, dass ich mir mit 16 nicht selbst zugetraut hatte, für jemanden zu arbeiten, geschweige denn auf Englisch Texte zu schreiben – doch wurde ich gesehen, und es wurde sich in mich investiert.
Der Leiter meines Bereiches las sich damals all meine Texte durch, gab mir Feedback und korrigierte mich mir gemeinsam meine Fehler. Er half mir dabei Sätze besser zu formulieren und ich fühlte mich stets als wertvoller Teil dieser Arbeit. Und genau so jemand möchte ich auch für unsere Mitarbeiter hier sein: Jemand, der sich kümmert, der sich investiert, der hinschaut, leitet, eine Vision hat, unterstützt und an die Menschen glaubt – egal wo sie gerade stehen. Jemand der Sicherheit gibt, Beziehungen aufbaut, Potenziale erkennt und fördert, Räume schafft und einfach da ist. Ob im Gebet, als Zuhörer oder als Gesprächspartner.

Ich hatte ja bereits vor einigen Monaten die Frequenz meiner Kolumne auf einen 14-Tage Rhythmus verringert und merke, wie gut mir dies tut. Und doch möchte ich meine ganze Energie und meine Ideen in einem anderen Medium einbringen (wovon ihr bald erfahren werdet) und diese Kolumne beenden.

Da wir ab dem 1. Juni bis zum 1. Juli in unsere alljährliche Sommerpause gehen, bietet sich dieser Zeitpunkt einfach an. Ich möchte diesen Platz und eure Aufmerksamkeit auf die viele, talentierte und Jesus-liebenden Menschen lenken, die für uns hier schreiben und ihren Glauben an und ihr Leben mit Jesus mit euch und uns allen hier teilen. Sie sind so mutig und es ist mir immer wieder eine Freude zu sehen, wie sie immer besser in dem werden, was sie hier für euch machen machen. Wie sie wachsen, offener und selbstbewusster werden. Wie sie mich und euch inspirieren und jeder Artikel auf seine eigene Weise die Schönheit und die Lebendigkeit Gottes zum Vorschein bringt.
Mein Herz schlägt dafür, mehr und mehr meiner Zeit in diese Menschen zu investieren und damit über Umwege auch in euren Glauben. Denn ich bin überzeugt, dass nichts mehr Kraft hat als ein persönliches Erlebnis, ein ehrliches Zeugnis von Gottes Wirken im Leben eines Menschen. Denn niemand kann DEINE Geschichte und DEINE Erlebnisse mit Gott zunichte machen oder kleinreden, denn sie gehören DIR. Und genau diese Geschichten und Erlebnisse, wollen wir hier weiterhin für euch sammeln und damit Gott ehren.

Ich danke euch für die 1226 Tage, in denen Ströme lebendigen Wassers eine Kolumne sein durfte, in der ich euch von meinem Leben und Glauben erzählen und sogar den ein oder anderen inspirieren konnte, mehr von Jesus zu suchen oder gar Jesus zu entdecken. Danke für eure Treue und euer Feedback über diese 144 Ausgaben und ich bete, dass wir uns in einer neuen, veränderten Form ganz bald wiedersehen werden.

Auf Wiedersehen,

Sascha