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12. Februar 2020

#136
Als ich Jesus auf einem Hügel traf

von Sascha Gonzales

12. Februar 2020
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Als ich Jesus auf einem Hügel traf

Ich möchte meine heutige Kolumne in Anlehnung an Arthurs Beitrag vom vergangenen Montag Als ich Gott in Schottland traf schreiben.

Zeugnisse über das Wirken oder über Begegnungen mit Gott sind in meinen Augen eines der mächtigsten und gleichzeitig schönsten Werkzeugen, mit denen wir anderen Menschen von unserem Glauben und unserem Leben mit Jesus erzählen können. Im Gegenteil zu Meinungen, sind unsere Erlebnisse ein unantastbarer Schatz. Niemand kann dir DEINE Realität strittig machen und dementsprechend ist es beinahe unmöglich, dir deine Geschichte oder dein Erlebnis zu nehmen und die Kraft, die daraus kommt.

Für mich war ein Erlebnis prägend, welches sich 2010 auf einem kleinen Hügel nahe Oldenstadts abspielte. Ein kleines Dorf am Rand von Uelzen – meiner Heimatstadt.

Es war ein warmer, sonniger Tag im April und ich saß mit meiner brandneuen, allerersten Gitarre auf diesem besagten Hügel und versuchte mich an neuen Akkorden.
Bis dato war es ein furchtbares Jahr für mich. Meine erste, richtige Freundin hatte mich nach über 18 Monaten Beziehung betrogen und verlassen. Sie hatte einen neuen Freund und ich hatte.. na ja.. gefühlt nichts mehr. Ich war 20 Jahre alt und dachte in meiner noch kindlichen Traurigkeit, meine Welt hätte keine Zukunft. Und so saß ich auf diesem Hügel, mit meiner neuen Gitarre und probiert ein F zu lernen, damit ich endlich alle Emo-Songs spielen konnte.
Nach einer Weile sah ich in der Ferne einen sehr, sehr dicken Mann mit seinem Hund in Richtung 'meines' Hügels gehen. "Nervig...", dachte ich und hoffte, er würde irgendwo abbiegen –– aber das tat er nicht. Er kam immer näher und schlussendlich machte er vor mir halt.

Ich habe diese Geschichte, glaube ich, noch beinahe niemandem erzählt, aber dies war – im Nachhinein – meine erste Begegnung mit Jesus. Dieser sehr, sehr, sehr dicke Mann, der aussah als hätte er lange nicht geduscht, stand nun also vor mir und erzählte mir irgendwas, während sein großer Hund einen Stock jagte, den er ihm zuwarf. Ich dachte insgeheim, er solle verschwinden, doch er lenkte nach und nach das Gespräch dazu um, mir Fragen zu stellen und sein Hund taute mich auf.
Es war skurril, und ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein merkwürdiger Mensch ich damals war, aber ich begann allmählich etwas von meiner Geschichte preiszugeben. Ich erzählte ihm von meiner Ex-Freundin und er erzählte mir von meinen Ängsten und Problemen.
Ja, du hast diesen Satz richtig gelesen – er kannte mich und er kannte meine Ängste. Meine Motive, mein Verlorensein, mein Herz. Und so war ER es, der mir wieder Mut machte und mich irgendwie wiederbelebte. Nicht durch schlaue Ratschläge, sondern durch das Gefühl, dass mich jemand verstand und mich so sah, wie mich sonst seit Jahren niemand mehr gesehen hatte. Mein wahres Ich, mein Kern, der für alle seit dem Tod meines Opas 2003 verschlossen und versteckt war.

Ich war zu jener Zeit weder gläubig, noch Christ. Ich ging in keine Gemeinde, in keinen Gottesdienst und betete nicht. Und doch schrieb ich an genau diesem Abend des jenen Tages einen Blogartikel mit dem Namen "Mein Treffen mit Jesus". Denn genau so fühlte es sich an und genau davon war ich, und bin es heute noch viel mehr, überzeugt: Es war Jesus, der mir begegnete und der Tag für Tag, Monat um Monat, Jahr für Jahr mehr mein Herz erobern sollte – für mich beginnend mit dieser Begegnung.

Er erzählte mir zum Schluss, dass er jeden Tag den gleichen Weg mit seinem Hund spaziere, aber.. ich sah ihn nie wieder. Weder auf dem Hügel, noch in der Umgebung, noch in der Stadt. Und es sollte noch weitere 6 Jahre dauern, bis ich schlussendlich Jesus mein Leben hingab und IHM nachfolgte.