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15. Januar 2020

#132
Hören

von Sascha Gonzales

15. Januar 2020
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Hören

Fangen wir damit an:

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. [..] – 1. Genesis 1, 1-3 (Lutherbibel)

Wir könnten wahrscheinlich die nächsten 20 Sätze hier auflisten und wir würden immer wieder folgenden Satz finden: "Und Gott sprach:". Gottes Wort ist mächtig. Es versetzt Berge, heilt Kranke, befreit Gefangene, ist treu, erschafft unsere Erde, das Licht, Tag und Nacht, .. wir könnten ewig so weitermachen.

Doch all dies geschieht in der Bibel.. ich meine, heute spricht er ja nicht mehr.. oder doch?

Unser Gott ist voller Kreativität und Mystik. Kaum irgendetwas, was wir in der Bibel lesen, passiert nochmal genau gleich. Gott rettet andauernd sein Volk, aber jedes Mal denkt er sich etwas Neues aus. Wir Menschen machen immer wieder die gleichen Fehler und Gottes Einfallsreichtum ist unbegrenzt und er hält stets sein Wort, dass er mit uns den Weg zu Ende geht und uns "aus der Patsche holt". Dieser kreative Gott also spricht durch einen brennenden Busch, schickt Engel, manchmal ist er nur eine Stimme und dann wiederum kommt er durch deine Gedanken.. aber warum kommt er dann heute nicht mehr durch Wunder und lautes Tamtam?

Der wohl markanteste Unterschied zwischen der damaligen und der heutigen Welt ist nicht Gottes fehlendes Sprechen – es ist unser Mangel an Aufmerksamkeit, unser fehlendes Zuhören. Es vergeht kaum eine Sekunde in diesen hektischen und lauten Tagen, in denen nicht irgendetwas, irgendwo und irgendwie unsere Aufmerksamkeit für sich beanspruchen möchte. Wir sind überflutet mit Informationen und nur selten wirklich in der Lage abzuschalten. Seien es Benachrichtigungen auf unserem Handy, Termine, Sorgen, Hoffnungen, Pläne oder was dir sonst noch so einfällt. Alles nimmt unsere Aufmerksamkeit in Anspruch und wir? Wir hören einfach nicht mehr richtig zu.

Welche Rolle spielt denn schon ein Gott, der für die Gesellschaft und die Welt keinerlei erkennbaren Mehrwert hat? Was soll es bringen, wenn wir uns nicht optimieren und das Maximum aus unserem Leben herausholen?
Wir messen Glück mit Einkommen und bemerken nicht einmal, dass wir kränker und kränker, unglücklicher und verlorener werden. Tag für Tag, Monat um Monat, Jahr für Jahr werden viele Menschen im Kern unruhiger, beschäftigter und besorgter zugleich. Aber Gottes Nachricht, sein Evangelium, ist relevanter denn je.

Hör mir zu. Kein Penny, kein Diamant, kein MacBook, kein Smartphone, kein Auto, kein Job, kein andere Mensch, kein Status, kein Therapie, keine Tabletten, keine Drogen, kein Sex und auch keine Club-Night mit Jason Derulo kann dich auf lange Sicht erfüllen. Diese Erfüllung nach der du und die Welt sich sehnen steckt in Christus – im Zuhören.

Danach wurde Jesus vom Geist gedrängt, in die Wüste hinauszugehen. Dort blieb er vierzig Tage und wurde vom Satan versucht. Er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. – Markus 1, 12-13 (NGÜ)

Jesus wusste, dass Ruhe, Gebet, Frieden im Inneren, Entschleunigung und Klarheit finden wichtiger sind als Ruhm und Reichtum. Er wusste, dass das Leben ein Marathon und kein Sprint ist.
Lasst uns unseren Fokus neu setzen und auf Gottes Wort hören. Weg von uns, hin zu ihm. Weg von Hektik und Chaos, hin zu Ruhe und Harmonie. Weg vom Getrieben-werden der Zeit, hin zum geduldigen Frieden und der Gewissheit, dass es nichts besseres für uns gibt, als Gottes Willen für unser Leben. Immer mit einem halben Auge auf die Ewigkeit geschaut.