Menü

04. Dezember 2019

#129
Wenn man es mir nicht ansieht..

von Sascha Gonzales

04. Dezember 2019
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Wenn man es mir nicht ansieht..

..ist es doch eigentlich auch egal? Wir alle lieben es ja, gewisse, kleine Bibelpassagen herauszupicken und dann in voller Weisheit zu präsentieren. Du nicht? – okay, ich schon. Und eine dieser Bibelstellen ist die folgende:

So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber. – Jakobus 2, 17 (Lutherbibel)

Vor einigen Monaten bin ich auf den Trichter gekommen, dass es nicht wichtig ist, wie viel Leistung man auf Erden erbringt und doch, streben wir alle danach, uns genau über diese Leistungen definieren zu lassen. Wir bauen unsere Identität und unseren Selbstwert über unsere Taten auf.
Guter Job, check! Viel Geld, check! Geiles Haus, check! Und so leben wir von einer Quelle der Nichtigkeit zu nächsten. Ja, du hast richtig gelesen: Das alles ist nichtig. Oder ins heutige Deutsch übersetzt: Völlig rille. Sch**ß egal. Gar nicht 'lit'?

Wenn deine Identität in deiner Arbeit, in deinem Geld oder deinem Besitz gegründet ist, dann.. na ja.. dann hast du keine Identität. Und wenn du dann in der glücklichen Position bist, genau dies zu erkennen, dann gibt es da jemanden, der dir deine wirkliche Identität zusprechen möchte: Geliebtes Kind, eine Schönheit, gewollt und so weiter. Und all das, was dieser herrliche Gott dir zuspricht, hat rein gar nichts mit dem zu tun, was du arbeitest, was du verdienst, wie 'hot' deine Freundin ist oder wie glänzend deine Zähne.

Zurück zu meinem Vers: Glaube ohne Werke ist tot. Man, das widerspricht ja jetzt irgendwie meiner Meinung, oder? Das denken viele Menschen. Und das denken viel mehr Christen als ich je für möglich gehalten hätte.
Gott liebt dich bedingungslos. Du bist in erster Linie nicht mal auf der Erde um 'Werke' zu vollbringen. Dieser Vers sagt dir eigentlich etwas völlig anderes – ich paraphrasiere mal:

"Wenn du wirklich glaubst, dann kannst du gar nicht anders, als deinem Glauben Taten folgen zu lassen. Und dies nicht, weil du es musst; nicht weil du es allen zeigen willst; nicht weil du dich profilieren willst; nicht aus schlechtem Gewissen, sondern weil du Gott damit verherrlichen willst. Weil du ihn repräsentieren willst. Weil du ihn liebst und seine Liebe anderen zeigen möchtest! Du willst ein lebendiges Vorbild sein, damit sich Gottes Herrlichkeit in deinen Augen widerspiegelt." – Saschas freie Bibelübersetzung 2019

Das ist etwas völlig anderes als das, was ich tagtäglich erlebe und DAS ist es, was Gottes Wort damit meint. Du KANNST nicht anders als deinen Glauben in Taten auszudrücken und genau DAS verändert diese Welt. Genau diese Taten machen den Unterschied in dieser Welt aus.
Und ganz ehrlich, ich vermisse diese Taten manchmal in meinem Leben. Ich sehne mich danach, dass mein Glaube noch viel, viel, viel mehr 'Werke' produziert. Und ich vermisse dieses sichtbare Zeugnis des Glaubens an ganz, ganz vielen Christen.

Und so kommen wir zur Überschrift: Wenn man es mir nicht ansieht, ist es doch eigentlich auch egal.. dass ich mich Christ nenne? Ich bin es doch gar nicht, wenn mein Glaube an genau diesen Christus nicht auch mein gesamtes Leben bestimmt und einnimmt.
Man sagt Luther nach, er hätte gesagt: "Ich stehe hier und KANN nicht anders." – DAS ist der Glaube in ihm. DAS ist das Werk, die Tat, das Zeugnis seines Glaubens, das sichtbar geworden ist. Hört auf zu leben, wie alle anderen! Lasst euch nach und nach verändern, zum Wohlgefallen Gottes. Lasst uns leben, wie es uns in Römer 12, 2 empfohlen wird:

Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. – Römer 12, 2 (Lutherbibel)

Damit ALLE Menschen überall sehen, dass wir an Jesus glauben. Lasst uns ein lebendiges Evangelium sein – eine lebendige, herumlaufende 'Gute Nachricht' Gottes. Denn DAS verändert diese Welt.