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20. November 2019

#127
ENTtäuschung

von Sascha Gonzales

20. November 2019
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


ENTtäuschung

Enttäuschung ist wie ein Fahrstuhl.. und wir entscheiden, in welches Stockwerk wir fahren.

Mir ist am Wochenende in einem Gespräch aufgefallen, dass wir im Leben von zwei maßgeblichen Mächten enttäuscht werden können: Von Gott und vom Teufel. Der Sinn von Gottes Enttäuschung könnte allerdings nicht weiter von dem entfernt liegen, was der Teufel sich wünscht.

Wenn wir hoffen und wünschen, dass gewisse Dinge und Ereignisse in unserem Leben in eine bestimmte Richtung gehen und sie dies im Endeffekt doch nicht tun, obwohl wir doch gebetet haben, enttäuscht uns das.
So, wie wir das Wort in unserem Sprachgebrauch verwenden, sehen wir darin oftmals etwas Negatives. Und diese Negativität gegenüber z.B. Gott, sorgt dafür, dass wir uns vielleicht von Ihm entfernen und unseren 'Glauben' an seine Güte verlieren. Und genau das ist es, was der Teufel von uns will.

Gott ist in erster Linie kein Wunschautomat und je schneller wir lernen, dass Gott uns ENTtäuscht, um uns von Täuschung zu befreien, desto besser. SEINE Pläne und Wünsche für unser Leben übersteigen bei Weitem den unseren und wir dürfen, wenn unsere Wünsche und Hoffnungen nicht eintreffen, getrost sagen: "Du wirst sicherlich einen besseren Plan für mich haben."
Gott enttäuscht uns, damit wir wachsen. Hin zu Ihm, nicht zu uns.

Da bat Manoach den HERRN und sprach: Bitte, mein Herr, der Mann Gottes, den du gesandt hast, komme noch einmal zu uns, dass er uns lehre, was wir mit dem Knaben tun sollen, der geboren werden soll. Und Gott erhörte Manoach, und der Engel Gottes kam wieder zu der Frau. Sie saß aber auf dem Felde, und ihr Mann Manoach war nicht bei ihr. – Richter 13, 8-9 (Lutherbibel)

Gott handelt in dieser Geschichte (die ihr ganz lesen solltet) nicht ganz genau so, wie es der Vater erbeten hat. Dieser hätte sich gewünscht, dass der Engel ihm erscheint, aber er kommt erneut zu seiner Frau. Gott erhört Manoachs Gebet, macht es aber auch seine Weise.
Wir sehen hier deutlich, dass Gott FÜR uns ist und uns entgegen kommt, trotzdem immer seinen Weg geht – weil es der bessere ist.

Es gibt nichts kräftigeres für uns, als dass wir in den Ideen und Wünschen Gottes leben und handeln. Wenn unser Herz mit seinem Herzschlag gefüllt ist und wir tun, was er tun will. Diese Überlappung unserer Herzenswünsche und seiner Herzenswünsche verändert die Welt und zu allererst dich selbst.

Aber warum nun ein Fahrstuhl? Wenn wir einen Fahrstuhl betreten, gibt es meist Knöpfe, die uns entscheiden lassen, ob wir nach oben oder nach unten fahren wollen. Gott möchte, dass wir immer nach oben fahren und uns ENTtäuschen lassen – aber es liegt in unserer Hand, ob wir dies auch tun.
Ich habe mich in meinem Leben schon so so oft für den Keller und die Tiefgarage entschieden, weil ich nicht bekam, was ich wollte. Sei dies bei meiner Musikkarriere oder in meinem Familienleben gewesen. Ich wollte mit absoluter Sicherheit NICHT scheitern, aber Gott hatte andere Pläne für mich und so wurde mein Gebet nach Erfolg und Ruhm (Gott sei Dank) nicht erhört und es blieb am Ende auch meinen Augen nicht verborgen: Gottes Plan ist besser als alle anderen Pläne für mich, denn ER kennt mich in- und auswendig. Meine Prioritäten, die Gründe, warum ich erfolgreich sein wollte, waren falsch.

Nun stehen wir oft vor der Entscheidung im Fahrstuhl, weil wir Enttäuschungen erleben. "Du bist entlassen!""Wir haben uns für jemand anderen entschieden!""Ich liebe dich nicht mehr!" – all diese Beispiele und viele mehr, die nicht einmal direkt von Gott kommen müssen, enttäuschen uns und Gott möchte, dass wir uns auch genau und gerade dann für IHN entscheiden und den Fahrstuhl direkt zu seinem Stockwerk nehmen.

Die wichtigste Lektion, die ich in meinem Leben bislang gelernt habe, war, dass ich Gott niemals verstehen kann und das auch gut so ist. Er übersteigt alles, was ich mir erdenken oder vorstellen kann und ich weiß, dass er immer FÜR mich ist.
Vergangenen Samstag war ich auf einer Schulung in unserer Gemeinde und der Referent sagte ungefähr so etwas: "Wenn ich nicht weiß, wie es das schaffen soll, dann will ich mir darüber keine Sorgen machen, sondern neugierig werden und gespannt darauf sein, wie Gott es mit mir meistern wird!" – ich liebe diese Einstellung und ich wünsche uns allen, dass wir sie genau dann für uns entdecken, wenn wir mal wieder merken, dass unser Weg und unsere Pläne scheitern und wir Enttäuschung erleben.