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13. November 2019

#126
Wärmestube, genau mein Herzschlag

von Sascha Gonzales

13. November 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Wärmestube, genau mein Herzschlag

Ich spüre in mir eine unglaubliche Lust die Gesellschaft zu verändern und ihnen von Gottes 'Guter Nachricht' zu erzählen. Wie ihr ja vielleicht schon auf unserer Website gesehen habt, glaube ich fest daran, dass es nichts besser gibt, als das Evangelium. Jesus ist für JEDEN Menschen gestorben und für JEDEN Menschen ist der Weg zur Versöhnung mit Gott offen. Die Sünde und der Tod haben ihre Macht verloren, weil Jesus Christus am Kreuz, wie ein gewöhnlicher Verbracher, sein Leben für uns alle gab und von den Toten auferstanden ist – und das soll ich für mich behalten?

Marie und ich waren vergangenen Mittwoch in der Wärmestube der Stadtmission Halle. Ein Ort, an man einfach sein darf, wenn man einsam oder verloren ist. Es gibt keine 'Schwelle', nur ein paar Regeln. Und was wir dort gefunden haben, waren Menschen mit offenen Herzen für Jesus. Man mag es ihnen auf den ersten Blick nicht ansehen, aber ich habe das ganz deutlich gespürt. Es herrschte Unwissen und es gab viele Fragen, ohne genau zu wissen, wer die Antwort hat. Es gab eine spürbare Not und Spuren von Verzweiflung, Angst und Ratlosigkeit – kurzum: Der perfekte Ort, Menschen mit der Liebe und der Annahme Gottes zu begegnen.
Der Grund, warum wir auf die Idee kamen, dorthin zu gehen, war ein Treffen mit Michaela. Ich habe leider ihre genaue Arbeitsbezeichnung vergessen, aber ich würde sie einfach mal 'Pastorin der Stadtmission' nennen. Ich hatte mich vor 2 Wochen mit ihr getroffen, weil ich an Heilig Abend gerne etwas für Menschen machen würde, die niemanden haben und die einfach jemanden brauchen. Ich erfuhr durch einen Freund, dass die Stadtmission das schon macht und so kontaktiere ich sie. Lange Rede, kurzer Sinn, wie erzählte mir nebenbei von der Wärmestube und ich sage euch... ich war von Anfang an Feuer und Flamme dafür.

Jeden Mittag gibt es dort eine Andacht, mal geistlich-erfüllter, mal nicht so. Und so waren wir dort und hörten einfach zu. Begegneten den Leuten und ließen unsere Mauern fallen – in der Hoffnung, dass auch sie ihre Mauern fallen ließen. Und siehe da, genau das passierte und wir waren mittendrin. Und wenn ich irgendwas sagen kann, dann, dass ich dort genau in meinem Herzschlag war. Ich fühlte mich pudelwohl, zwischen Menschen, die doch einfach nur gesehen, angenommen und geliebt werden möchten. Die sich nach Begegnung und nach Antworten sehnen. Und wisst ihr was, ich hatte tatsächlich eine Antwort: UNS.
Ich weiß, das mag ein bisschen komisch klingen, aber ich glaube fest daran, dass Gott wirkt und uns nutzen möchte. "Genau dort vielleicht?" – warum nicht. Und ich merkte schon, dass wir den Menschen auf eine Art und Weise begegnen durften, die dort und überall sonst von uns Christen gebraucht wird: Auf Augenhöhe. Per 'du'. Ohne Grenzen und Mauern. Wir sind alle gleich viel wert in den Augen unseres Papas.

Ich brenne dafür, dass wir hier bei keineinsamerbaum eine Begegnungskultur entwickeln, in der wir niemals vergessen, dass wir ALLE geliebte Kinder Gottes sind. In der wir aus unserer Wohlfühlblase hinaustreten, weil wir wissen, dass es genau das braucht. Eine Kultur, die diese Organisation gesellschaftsrelevant macht und ich bin unfassbar dankbar und glücklich, dass Gott seinen Segen auf meinen Herzenswunsch legt. Nicht nur durch das Sichtbar-machen von Nöten und Bedürfnissen, sondern auch durch Menschen wie Marie.