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23. Oktober 2019

#123
Diese Angst..

von Sascha Gonzales

23. Oktober 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Diese Angst..

Diese Kolumne zu schreiben fällt mir heute wirklich nicht leicht.. Wie ihr euch vielleicht erinnert, gingen wir als Familie vor ungefähr einem Jahr durch die schwierigste Zeit unseres Lebens. Wir mussten erfahren, wie es ist, ein Kind zu verlieren und zu merken, dass es nicht selbstverständlich ist, dass eine Schwangerschaft gut verläuft.
Diese Fehlgeburt kostete mich so viel und war die größte Herausforderung, vor der ich jemals stand. "Warum passiert uns das?" "Wie überwinde ich jemals diese Trauer?" Ich war voller Zweifel und Klage, voller Wut und Fragen.. und am Ende stand für mich eines mehr denn je fest: Gott ist gut. Gestern, heute und in alle Ewigkeit.

Nun schreiben wir den 23. Oktober 2019 und ich darf und möchte euch erzählen, dass meine Frau und ich wieder ein Kind erwarten. Wir wissen es seit ungefähr 4 Wochen und könnten nicht glücklicher darüber sein. Alles ist gut, wenn da nicht diese Angst wäre.

Ich bin selten besorgt oder ängstlich. Ich habe Höhenangst, aber das ist irgendwie etwas anderes, oder? Ich glaube fest an die Versorgung Gottes und bemerke mit Freude den Segen, den ich auf meinem Leben mit Jesus an meiner Seite spüre. Und doch.. ja, doch habe ich heute mit dieser Angst zu kämpfen, dass es wieder passieren könnte.

Als ich nach mehreren Wochen des Ringens mit Gott und mir zu der finalen Erkenntnis kam, dass Gott wirklich gut ist und mein Kind bei Ihm im Himmel ist, ohne Leid, ohne Angst – einfach in purer Liebe, da war ich mir sicher, ich hätte dieses Trauma abgehakt. Es wäre Vergangenheit. Aber das scheint nicht der Fall zu sein, denn seit gestern Morgen empfinde ich dieses stetige Gefühl der Besorgnis.
Es ist mal mehr und mal weniger auffällig, mal einnehmender und mal subtiler. Aber doch ist es da.. Ich stelle mir diese ganzen Szenarien vor.. "Was, wenn es wieder passiert?"

Ich habe heute keine Lösung für meine Angst. Ich bete, ich flehe und ich hoffe. Und es fällt mir schwer meine Angst öffentlich zu machen, aber im gleichen Atemzug weiß ich, dass es mir helfen wird, meine Gedanken und Ängste auf das virtuelle Papier zu bringen und euch daran teilhaben zu lassen. Und so, wie viele von euch Anteil an unserem Verlust vor einem Jahr genommen haben, so weiß ich auch, dass viele von euch Anteil an meiner Angst nehmen, und sich mit mir eins im Gebet dagegen machen werden. Und dafür bin ich euch unendlich dankbar. Und nichts kann meinen Glauben an die Güte und Liebe Gottes ins Wanken bringen. Denn wie könnte ich jemals wieder an diesem, meinem Gott zweifeln, der seinen eigenen Sohn gab, um mich (und euch) zu einem Teil seiner Familie zu machen.