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02. Oktober 2019

#120
Trophäenschrank

von Sascha Gonzales

02. Oktober 2019
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Trophäenschrank

Willkommen zur 120. Ausgabe von "Ströme lebendigen Wassers". Ich bin immer noch verblüfft darüber, dass diese Organisation und diese Kolumne dieses Ausmaß angenommen haben und ich bin ebenfalls über mich selbst verblüfft.

Früher.. also so mit 20.. war ich ein leidenschaftlicher Sammler von 'Trophäen' jeglicher Art. Ich liebte es, anderen zu beweisen, wie 'toll' und 'talentiert' ich war. Ich liebte es, Frauen zu erobern, bei Brettspielen zu gewinnen, die besten Noten zu haben, beliebt zu sein, anders zu sein, und so weiter.. Doch heute? Heute ist es mir egal. Diese 'Trophäen', die einst in meinem Schrank standen und verstaubten, sind heute entweder im Müll oder einfach nur noch Erinnerungen an eine Zeit, die von falschem Ehrgeiz, Egoismus und Selbstverherrlichung bestimmt war.

Doch genau die Dinge, die ich damals für einen Gewinn hielt, haben mir – wenn ich es von Christus her ansehe – nichts als Verlust gebracht. Mehr noch: Jesus Christus, meinen Herrn, zu kennen ist etwas so unüberbietbar Großes, dass ich, wenn ich mich auf irgendetwas anderes verlassen würde, nur verlieren könnte. Seinetwegen habe ich allem, was mir früher ein Gewinn zu sein schien, den Rücken gekehrt; es ist in meinen Augen nichts anderes als Müll. Denn der Gewinn, nach dem ich strebe, ist Christus; es ist mein tiefster Wunsch, mit ihm verbunden zu sein. Darum will ich nichts mehr wissen von jener Gerechtigkeit, die sich auf das Gesetz gründet und die ich mir durch eigene Leistungen erwerbe. Vielmehr geht es mir um die Gerechtigkeit, die uns durch den Glauben an Christus geschenkt wird – die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und deren Grundlage der Glaube ist. Ja, ich möchte Christus immer besser kennen lernen; ich möchte die Kraft, mit der Gott ihn von den Toten auferweckt hat, an mir selbst erfahren und möchte an seinem Leiden teilhaben, sodass ich ihm bis in sein Sterben hinein ähnlich werde. Dann werde auch ich – das ist meine feste Hoffnung – unter denen sein, die von den Toten auferstehen. – Philipper 3, 7-11 (Neue Genfer Übersetzung)

Ich LIEBE diese Verse der Bibel. Paulus weiß genau, wovon er hier spricht. Alles, was ihn früher ausgemacht hat, worauf er stolz war, wofür er bekannt und angesehen war –– all das ist ihm egal. Denn sein Herz schlägt jetzt nicht mehr für ihn, sondern für Jesus. Und damit fühle ich mich verbunden.

Täglich kann ich Menschen – ob christlich oder nicht – dabei beobachten, wie sie vermeintlichen 'Trophäen' hinterher jagen. Für den einen ist es das große Ziel, verheiratet zu sein und dabei ist es (gefühlt) manchmal augenscheinlich sogar egal mit wem die Ehe eingegangen wird. Für andere gilt es, Karriere zu machen, so wie es die Welt vorlebt und vorgibt. Sie studieren voller Ehrgeiz und haben sich hohe Ziele gesteckt: Vermögen, ein Haus bauen, Autos,..
Und nicht alles ist über einen Kamm zu scheren. Gott möchte auch Nachfolger in hohen Ämtern und mit viel Geld und Einfluss, aber sollte das wirklich das Ziel sein oder nur vielmehr etwas "was halt passiert"?

Mir liegt es mittlerweile fern darüber ein Urteil für andere fällen zu wollen. Es ist mir auch irgendwie schlichtweg nicht (mehr) so wichtig, was andere Menschen tun. Es liegt mir mehr daran, dass ich bei mir selbst beginne, fortfahre und irgendwann ankomme.
Ich erlebe es oft, dass mich andere Menschen nicht verstehen. Warum ich nicht studiere, keine Berufsausbildung habe oder gar versuche aus keineinsamerbaum einen Beruf zu machen.. und sie müssen das auch gar nicht. Ich glaube nur, sie sehen nicht, dass ich meinen eigenen Weg gehe, weil ich für mich einem himmlischen Preis nachjage – meiner Berufung. Eine Trophäe, die nicht im Schrank steht und verstaubt. Eine Trophäe, die nicht irgendwann wertlos auf dem Müll landet, nur weil sich mein irdischer Fokus verändert. Diese 'Trophäe' ist das Ewige Leben.
Wenn ich doch nur viel mehr in der Perspektive der Ewigkeit leben und handeln würde, wie viel besser und reicher wäre mein Leben dann noch?

Ich wünsche uns allen, dass wir aufhören irgendwelchen Anerkennungen und Siegen hinterher zu jagen und anfangen unser Leben nach dem einzig wahren und bedeutungsvollen Ziel auszustrecken: Dem Ewigen Leben bei Gott. Und ich freue mich auf den Tag, wenn die Perspektive der Ewigkeit mein ganzes Sein bestimmen und sein Geist voll und ganz in mir aufblühen wird.