Menü

24. Juli 2019

#110
Tu, was du nicht
lassen kannst

von Sascha Gonzales

24. Juli 2019
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Tu, was du nicht lassen kannst

Wir treffen im Leben tagtäglich viele Entscheidungen und eine Phrase, die uns möglicherweise des Öfteren begegnet, ist: "Tu, was du nicht lassen kannst!"
Oftmals sagen wir dies aus Frust oder Resignation zu jemandem, der drauf und dran ist, etwas 'Dummes' zu tun.

Ich möchte meine heutige Kolumne dazu nutzen, die Reputation dieser Phrase wieder ins richtige Licht zu rücken. Denn: Ich glaube fest daran, dass wir "tun sollten, was wir nicht lassen können", denn es hat einen Grund, warum wir es nicht lassen können.

Gott gibt jedem Menschen, ob er Ihm nun nachfolgt oder nicht, Gaben und Talente. Er legt jedem von uns Herzenswünsche und Sehnsüchte in die Wiege. Unter diese mischen sich dann im Laufe eines jeden Lebens ungesunde Angewohnheiten und unkluge Süchte. Aber darauf möchte ich heute nicht hinaus –– ich will bei den positiven Sachen bleiben.

Gott hat mir ganz deutlich die Fähigkeit in die Wiege gelegt, meinen Mund nicht halten zu können, wenn ich 'etwas' bemerke. Ich veranschlage hier nicht, dass alles, was ich bemerke, immer korrekt von mir wahrgenommen wird, oder richtig ist, aber.. manchmal treffe ich den Nagel auf dem Kopf.
Wie dem auch sei, ich schaffe es sehr selten in einem Raum mit Menschen zu sitzen und einfach nur zuzuhören, oder andere ohne meine Meinung zu entlassen. Das hat, wie gesagt, Pros und Cons, aber auch hier geht es mir darum, dass Gott mich so erschaffen hat. Ich weiß nur manchmal nicht, damit umzugehen und in welchem Maße es angebracht ist (Daran arbeite ich gerade).

Ich behaupte, dass auch du viele Gaben und Sehnsüchte hast, die Gott in dich gelegt hat, damit du "sie nicht lassen kannst" und damit den Unterschied ausmachen sollst in einer Welt, in der kaum jemand wirklich einen Unterschied macht.
Wir leben in einer angepassten Blase, einer Welt bestehend aus Recht und Ordnung, in der wir ebenfalls angepasst leben, damit wir angenommen werden.
Mir ist dies so häufig begegnet, während ich meiner Musikkarriere und dem Erfolg hinterher geeiert bin, und gerade diese 'Abneigung' und die vielen Kommentare haben meine Sehnsucht nach einem 'anderen' Lebensweg nur noch verstärkt.

Mir ist so krass in Erinnerung geblieben, als ich bei einem Treffen unserer Gemeinde saß und wir über Arbeit und die Zukunft sprachen. Zu der Zeit war es gerade ganz neu für mich, meine Musik aufzugeben und ich wusste nicht ganz, was ich tun werde. Ich lebte oftmals in den Tag hinein, 'verschwendete' gerne mal meine Zeit. Aber eines wusste ich immer zu 100%: Ich bin versorgt.
In diesem Glauben sagte ich ungefähr das Folgende: "Man muss nicht jeden Tag etwas arbeiten, was man nicht will, nur damit man versorgt ist! Gott versorgt euch auch ohne dass ihr euch in den Burnout arbeitet." –– ich erntete Gelächter und einen Satz à la: "Nicht jeder kann so leben wie du, Sascha!". Ich propagiere hier nicht, dass wir faul sein sollen, ich möchte, dass wir ohne Angst leben.

Und mir geht es um noch eine Sache: Gott versorgt und er hat dir Sehnsüchte und Wünsche ins Herz gelegt und diese sind für manche von außen vielleicht 'dumm'. Diese 'dumme' Ideen, sei es deine Berufung oder nicht, können andere nicht verstehen und sie beurteilen und VERurteilen dich, weil du dich nicht anpasst. Vielleicht mischt sich Neid darunter, weil sie (noch) nicht in der gleichen Freiheit und im gleichen Zuspruch Gottes leben, wie du es möglicherweise tust (obwohl sie es könnten). Doch ich sage dir: Wenn Gott dich ruft, dann "tu, was du nicht lassen kannst!", denn es hat einen Grund, warum sich dein Herz so danach sehnt. Erkunde den Wunsch zusammen mit Gott und schau, ob er Gott-gefällig ist. Betrachte, ob deine Taten Früchte tragen und ob dein Weg mit Frieden geebnet ist. Und vergiss nie, Jesus hat dir diesen Weg im Frieden mit seinem Leben erkauft.