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28. November 2018

#83
Kein Arsch mehr

von Sascha Gonzales

28. November 2018
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Kein Arsch mehr

Bislang war es immer so: Ich hielt mein Verhalten in gewissen Situationen mit Menschen umzugehen für 'Radikalität', die ich auch bei Jesus so wiederfand. So hielt ich stets mein 'über das Ziel hinaus schießen' und meine teilweise harte und direkte Art in Gesprächen für etwas, was nötig ist, weil doch gerade so viele Christen dies nicht können: Ehrlich und direkt sein.

Nun, jedes Jahr zu dieser Zeit bete ich für Erkenntnis und für ein Thema, welches mein nächstes Jahr – 2019 – maßgeblich bestimmen soll. Dieses Jahr hieß dieses Thema "Sanftmut" und ich konnte mir Anfang 2018 noch gar nicht ausmalen, dass ich jemals an diesem Punkt stehen würde, an dem ich so eine Kolumne schreiben würde.

Wenn ich mir Jesu Werke und Taten anschaue, dann komme ich immer wieder zu der gleichen Bibelstelle zurück:

Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Was ich euch sage, sage ich nicht aus mir selbst heraus. Der Vater, der in mir ist, handelt durch mich; es ist alles sein Werk. Glaubt es mir, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist. Wenn ihr immer noch nicht davon überzeugt seid, dann glaubt es doch aufgrund von dem, was durch mich geschieht. Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun. – Johannes 14, 10-12 (NGÜ)

Wie kann man so eine intensive und enge Beziehung zu Gott haben, dass man nichts tut und sagt, was Gott einem nicht sagt. Wie schön wäre die Vorstellung, wenn alles, was ich tue und sage, von Gott käme und ich mir – selbst in 'brenzligen' Situationen – nichts vorzuwerfen hätte, weil es Gottes Wille wäre? Wenn ich mich und meine eigenen Sachen hinter mir lassen könnte, um nur in und durch Gott zu leben?

Genau danach möchte ich 2019 streben und genau dieses Gebet danach sah und sieht Gott in meinem Herzen. Weshalb er mir für 2019, nach einem Jahr der 'Sanftmut', nun die nächste Herausforderung auf dem Weg zu ihm gegeben hat: "Sei kein Arsch mehr. Jesus war nie einer." – und das stimmt.

Diese Erkenntnis mag für viele von euch vielleicht banal und selbstverständlich erscheinen, aber für mich war es, als fielen mir Schuppen von den Augen. Jesus war nie ein Arsch! Er war radikal, teilweise laut, kein 'Blatt im Wind', durchsetzungsstark und zornig (gegen die Sünde, nie gegen die Menschen), aber er war nie ein Arsch.. Warum bin ich dann manchmal einer?