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21. November 2018

#82
Unser Verlust

von Sascha Gonzales

21. November 2018
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Unser Verlust

Diese Ausgabe zu schreiben ist – mit Verlaub gesagt – zum Kotzen. Aber es hilft mir dieses Erlebnis in eine Perspektive zu bringen, die mir sonst nicht eröffnet wird. Und es ist mir wichtig, dass ihr wisst, wie es uns gerade geht.

Meine Frau und ich hatten Anfang September – direkt von Gott – erfahren, dass wir unser zweites Kind erwarten durften. Und nichts gab mir in den letzten 2+ Monaten mehr Freude und Frieden als die Hoffnung und das sehnsüchtige Erwarten dieses neuen Lebens in unserem Leben. Leider kam es nicht zu der Erfüllung dieses Wunsches und ich bin noch nie so tief traurig gewesen, wie jetzt. Letzten Freitag haben wir voller Schmerz erfahren müssen, dass das Herz unseres zweiten Kindes nicht mehr schlug.

Ich kann euch mit Sicherheit nicht beschreiben, wie unendlich traurig wir als Familie waren und sind, und wie viele Fragen ich an meinen Gott hatte. Ich fühlte mich gebrochen und überfordert. Und doch so aufgefangen. Ich dachte, ich würde meilenweit stürzen müssen, doch da war nach wenigen Metern eine Hand, die mich auffing und ein Schoß, der mich in all meiner Trauer, in all meinem Schmerz, und in all meiner Wut so annahm, wie ich kam. Ohne Bedingungen, ohne Korrektur. Mit Verständnis und Wärme.

Jesus Christus ist durch und durch gut und er ist das Leben. (Hebräer 10, 19-20) Ich sage das aus tiefster Überzeugung und Dankbarkeit, denn er war es, der mein Leben gerettet hat. Der an mir drangeblieben ist, als viele mich aufgaben. Von niemandem habe ich tiefere Liebe und Treue vernommen als von diesem, meinem Gott. Er hat mir neues Leben geschenkt.

Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es ein einzelnes Korn. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. – Johannes 12, 24 (NGÜ)

Ich vermisse mein Kind. Das kann ich nicht leugnen. Und doch merke ich, wie Gott mit uns weint. Ich merke, dass ich nun besser verstehe, wie viel Schmerz Gott empfunden haben muss, als er seinen eigenen Sohn verlor. Als er einen Teil seiner Familie in diese gefallene Welt sandte, um mich zu einem Teil seiner Familie zu machen.

PS: Dieses Lied hat mir so unglaublich geholfen, dass ich es euch gerne mitgeben möchte.