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31. Oktober 2018

#80
Das Geschäft mit
der Angst

von Sascha Gonzales

31. Oktober 2018
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Das Geschäft mit der Angst

Mir ist erst letztens klar geworden, dass es tatsächlich eine Unterhaltungsindustrie gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Der Titel gibt es ja beinahe schon preis, worum es geht. Mir kam diese (erschreckende) Erkenntnis als ich den Kinotrailer zu "Halloween" in der Werbungpause vom Football sah. Nun ist es so, dass beinahe jeder Mensch in Angst lebt. Dem einen ist dies mehr bewusst als dem anderen und doch fürchten wir uns alle in der einen oder anderen Weise. Da ist es also kaum überraschend, dass Gott uns über 100x in der Bibel rät: "Fürchte dich nicht!".
Seien es die Sorgen über die Zukunft, Angst vor Kontrollverlust, die Furcht eine Prüfung zu versemmeln oder etwas 'banales' wie Höhenangst. Gott möchte, dass wir ihm vertrauen und ohne Angst durch's Leben gehen.
Also, da stellt sich für mich die Frage: Warum stehen manche Menschen dann auch noch zusätzlich darauf, wenn man ihnen die Angst in ihrer abendlichen Unterhaltungslaune präsentiert?

Ich habe dazu ein wenig recherchiert und bin auf folgenden, sehr informativen Artikel gestoßen, der mir diese Frage so beantwortet:

"Genau wie bei befriedigenden Erfahrungen - zum Beispiel leckerem Essen oder Sex - wird auch in Gefahrensituationen der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Dopamin hat einen euphorisierenden Effekt, dessen Stärke sich allerdings von Mensch zu Mensch unterscheiden kann. Im Zusammenhang mit Horrorfilmen sprechen Experten häufig von "Angstlust". Aus dieser "Angstlust" kann bei einigen Menschen sogar eine "Angstsucht" werden, wenn sie ohne den Reiz nicht mehr auskommen." – Ildiko Holderer, WDR.de (Link)

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Artikel. Ihr solltet ihn vielleicht einmal komplett lesen (LINK) und dann machen wir hier weiter.

Im weiteren Verlauf beschreibt der Artikel diese 'Angstlust' als 'Triebbefriedigung' und gibt uns Einblick darin, dass viele Horrorfilme mögen, weil der Antagonist die Grenzen des Anstands übersteigt und sich nicht an gesellschaftliche Normen und Sitten (z.B. nicht zu morden) hält. Und hier sollten wir hellhörig werden: Die Bibel hat eine klare Haltung zu Mord, Heimtücke und der Lustbefriedigung. Ich empfehle dir hier eine kleine Recherche in eigener Sache.
Wie können wir – als Christen – diese Angstindustrie also einfach so hinnehmen und als 'Kleinigkeit' abwälzen? Oder noch besser, wie erklären wir es uns, dass ein großer Teil unserer Brüder und Schwestern sich dieser Kultur auch noch aussetzt und sie zelebriert?

Am heutige 31. Oktober 2018 feiern wir den alljährlichen 'Reformationstag' – den mittlerweile allerdings viele nicht mehr kennen und schlichtweg denken, sie hätten frei, weil Halloween ist. Für uns Christen sollte das eigentlich ein Dorn im Auge sein. Und doch kenne ich genug unter uns, die sich mit Leib (und Seele?) in das Getümmel der Gruseligkeiten und der Angst/Lust begeben.

Ich möchte uns alle auffordern, diesen Tag zurückzuerobern.
Eines der bedeutendsten, christlichen Ereignisse des 'modernen' Zeitalters ist im Vergleich zu Halloween eine Farce für die Welt. Macht euer Umfeld darauf aufmerksam, dass das Geschäft mit Angst nicht zu tolerieren ist. Weder ist es Gott-gefällig, noch bringt es dich auf deinem Weg hin zu Jesus in irgendeiner Weise weiter. Also beschäftigen wir uns doch lieber damit, dass wir unseren Mitmenschen zeigen, dass Angst kein 'hinzunehmender Teil des Lebens' ist und sich der Teufel nur zu gerne an unserer Furcht und Lust bedient. Und das ist weder unterhaltsam, noch fiktiv.