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24. Oktober 2018

#79
Gemeindegründung?

von Sascha Gonzales

24. Oktober 2018
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Gemeindegründung?

Vor 8 Wochen hatte ich euch einen Überblick über meine nächsten Kolumnen gegeben. Diese Liste bestand aus Themen, die mich zu der Zeit stark bewegten und ich konnte den Eindruck nicht loslassen, dass es wichtig war, genau diese Reihenfolge und diese Themen einzuhalten.
Einer der größten und herausforderndsten Punkte ist der heutige: Gemeindegründung. Seit Monaten trage ich dieses Frage in meinem Kopf umher und bewege sie auf und ab. Denke mir mögliche Namen und Designs aus, baue Websites, überlege mir, was mir alles wichtig wäre und erkunde die Gründe, warum ich es überhaupt im Herzen trage und wohin es damit gehen soll, falls es dran ist.

Nun, wir sind nun bei diesem Thema angekommen und ich war mir sicher, dass Gott mir genau zur rechten Zeit – also heute – die nötigen Antworten parat stellen würde: Und das ist tatsächlich auch so geschehen. Nur eben ganz anders als ich es vermutet hatte.

Mein eigentlicher Plan war, euch heute über meine Ideen und meine Wünsche – vor allem aber über meine Beweggründe – aufzuklären und euch so direkt von Anfang an teilhaben zu lassen an dem, was auf uns als Familie und vielleicht dich zukäme.
Nun, so wird es nicht kommen, denn ich verspüre ein deutliches 'Es ist nicht so dran, wie du es dir ausgedacht hast!' von Gottes Seite und darauf möchte ich mehr hören als auf meinen Drang meine Vorstellung umzusetzen.
Denn machen wir uns nichts vor, eine Gemeinde ohne Gottes Segen und Salbung ist die Mühe nicht wert. Eine Gemeinde ohne Gottes 'Ja'-Wort wird niemals zu diesem Ort werden, den ich mir erträume und den ich so sehr vermisse.
Ändert das meine Sehnsucht nach Veränderung, nach Gottes Wirken unter uns, nach Verantwortungsbewusstsein, geistlicher Leiterschaft, nach einem Ort an dem Menschen Orientierung finden und wirklich Nachfolge erleben und erlernen dürfen? Nein. Diese Sehnsucht bleibt in mir und lodert weiterhin, ohne Unterlass.
Ich will ehrlich sein, ich sehne mich nach diesem Ort, den ich schon so deutlich vor mir sehen kann. Ich vermisse diesen Ort bereits in meinem Leben und ich wünsche mir so sehr, dass ich anderen von meiner lebendigen Beziehung mit Jesus Christus erzählen und sie zu Gott führen darf, so wie ich zu Gott geführt wurde. Nicht mit Kaffee und Kuchen. Nicht mit Kuscheleinheiten noch und nöcher. Nicht mit lieben Worten. Nicht mit 'Alle sollen glücklich und zufrieden sein' – nein. Ich wurde zu Jesus geführt, weil ich bereit war, korrigiert zu werden; umzukehren; Buße zu tun und Ihm mein Vertrauen zu schenken. Ich wurde zu Jesus geführt, weil Menschen mutig genug waren, sich der 'Gefahr' auszusetzen, dass man sie in der Welt 'merkwürdig' und 'uncool' finden könnte und sie mir auf die Füße getreten sind. Treu und schmerzhaft. Das ist der Weg der Befähigung. Liebe ist nicht immer kuschlig, sie ist oftmals vielmehr ehrlich und sucht das Beste für den anderen. Und das Beste für jeden von uns ist es, wenn wir uns auf die Herausforderung Gottes einlassen und umkehren. Wenn wir offen für Korrektur sind und Gottes Liebe nicht als Couch, sondern als Fundament sehen. Wenn wir aufhören bloße Konsumenten zu sein und dienen, wo wir dienen sollen.

Werde ich diese Gemeinde Gottes gründen? Ich weiß es nicht, aber ich werde anfangen, sie im Herzen zu bewegen, als wäre sie das Ziel meiner Reise hier auf Erden.

Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte einnimmt. – Sprüche 16, 32 (Lutherbibel 2017)