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19. September 2018

#74
Erkenne ich Gottes
Segen auf mir?

von Sascha Gonzales

19. September 2018
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Erkenne ich Gottes Segen auf mir?

Da das hier ja quasi gerade eine Serie von Themen ist, die ich nach und nach bearbeite, möchte ich nochmal kurz zusammenfassen, wo wir gerade sind.
Ich hatte letzte Woche davon gesprochen, dass ich wieder angefangen habe, Musik zu machen – öffentlich. Vergangenen Freitag war es dann tatsächlich auch soweit und ich habe mit "No Other Love" den ersten von vier Songs aus meiner neuen EP "Living God" publik gemacht. Und ja, das war ein krasser Moment:
Drei Jahre war und ist es her, seitdem ich das letzte Mal dieses Kribbeln gespürt habe – diese Aufregung darüber, dass nun fremde und gleichermaßen vertraute Menschen die Songs das erste Mal hören. Aber es war ein wirklich gutes Erlebnis. Ich würde sogar behaupten, es war viel besser als früher, weil ich weiß, dass es diejenigen entdecken werden, die es sollen. Diese Angst und diese Obsession von früher, als ich der Meinung war, ich müsse dafür kämpfen und sorgen, dass es am besten jeder hört, war so ungesund und ich bin einfach nur erleichtert, ohne diesen eigenen Druck Musik machen zu dürfen.

Nun, wir haben erneut Mittwoch und somit ist es fast eine Woche her, seitdem ich es "gewagt" habe, wieder diese Seite an mir zu zeigen, die ich in den letzten zwei Jahren wirklich still gehalten hatte.
Musik war für mich immer ein Mittel, um zu zeigen, wer ich bin und um mir zu beweisen, dass ich etwas wert bin. Doch nun ist dies nicht mehr der Fall: Ich weiß auch ohne die Musik, welchen Wert ich in Gottes Augen habe.

Denkt an den Preis, den Christus gezahlt hat, um euch als sein Eigentum zu erwerben! Macht euch daher nicht selbst zu Sklaven von Menschen! – 1. Korinther 7, 23 (Neue Genfer Übersetzung)

Und das ist nur eine Bibelstelle, die mir in den letzten Jahren Wahrheit über mich zugesprochen hat. Gott ist so gut. Das erkenne ich jetzt.

Aber diese Kolumne heißt "Erkenne ich Gottes Segen auf mir?" und ich möchte den Bogen zu dieser Frage schließen.
Ich habe die Antwort für mich gefunden: Ja, ich erkenne ihn. Und ja, ich möchte diesen Segen nicht nur für mich nutzen, sondern insbesondere für andere.
Mir ist gestern klar geworden, dass ich ein Fundament – einen Weg – für andere ebnen möchte, wo vielleicht vorher keines war. Ich möchte, dass mein Leben anderen eine Unterstützung ist und u.a. dafür, glaube ich, hat Gott mir seinen Segen gegeben.
Nicht um mich zu erheben, sondern um mich zu nutzen. Damit ich Gott dienen kann, wie auch immer das aussehen mag.

Ich habe oft das Gefühl, dass wir gerade in Deutschland als Christen unser Licht unter den Scheffel stellen und nicht zeigen, was Gott in uns gelegt hat. Wir achten mehr darauf, dass wir nicht auffallen, nicht anecken oder gar arrogant und überheblich wirken könnten. Dabei vergessen wir oft völlig, wie wichtig es ist, dass wir stark in unserem Glauben und Gottes Wahrheiten stehen. Wir sind nicht geschaffen, um zu verbergen, was Gott in uns gelegt hat – er hat es immerhin mit Absicht in dich gelegt.
Für mich war es dran, zwei Jahre so gut es geht zu verstecken, was ich von Gott als Gabe erhalten habe, aber nur, weil ich nicht damit umgehen konnte. Aber gilt das auch für dich? Sollst auch du deine Talente und Gaben klein halten, um ja nicht damit aufzufallen? Das trifft mit Sicherheit nicht auf alle von euch zu, aber möglicherweise auf manch einen, der sich jetzt die Frage stellt: Bin ich sichtbar? Traue ich mich, Gottes Gaben in mir offen und frei zu zeigen und zu zelebrieren? Wenn das so ist, dann erforsche dich und hänge dich an Gottes Wort, ob nicht vielleicht gerade für dich der Zeitpunkt gekommen ist, ein bekennender, auffälliger und – in den Augen der Verurteilenden – "angeberischer" Diener Gottes zu werden, der zeigt, was er durch Gott alles kann?