Menü

13. Juni 2018

#69
Radikalität

von Sascha Gonzales

13. Juni 2018
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Radikalität

Ich möchte heute mit euch über Radikalität reden. Ich wurde vergangene Woche angefragt, ob ich Lust hätte über dieses Thema einen kurzen Input zu geben und genau das passiert heute Abend.
In der "Öffentlichkeit" über meinen Glauben und mein daraus resultierende Leben zu sprechen fällt mir wirklich nicht leicht. Jedenfalls nicht, wenn es so "offiziell" ist und ich quasi mit Absicht über ein bestimmtes Thema sprechen soll. Wenn wir Worship machen, ist es mittlerweile relativ einfach zu beten, zu predigen und einfach loszulassen – ich bin mir noch unsicher, ob es in dieser, für mich, neuen Form auch so sein wird.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Radikalität. Als ich gefragt wurde, ob ich darüber sprechen möchte, empfand ich ein "Nein" im Geist. Ich hatte absolut keinen Frieden darüber. Ich glaube fest daran, dass ich Radikalität lieber vorleben möchte, als darüber zu reden. Aber Gott ließ mich nicht so einfach von der Leine. Also betete ich und hatte immer noch ein "Nein". Damit ging ich zum Ältestenabend unserer Gemeinde und ganz zum Schluss hörte ich im Gebet ein "Ja, aber..".

Warum soll ich nicht über Radikalität predigen? Weil wir uns nicht für Radikalität entscheiden können. Wir werden automatisch radikal, wenn wir Jesus ernsthaft und aufrichtig mit unserem Leben nachfolgen. Radikalität ist keine Frage von Mut, sondern eher ein Ausdruck von Erkenntnis und Ehrfurcht. Wie kann ich die Welt um mich herum so weitermachen lassen, wenn Gott doch eindeutig etwas anderes mit ihr vorhat? Wie kann ich die Augen vor dem verschließen, was der Geist mir zu erkennen gibt? Die Sünden und vielen verlorenen Schafe, die gefangen sind in der weltlichen Verführung? Radikalität ist mein Ausdruck von "Bis hier und nicht weiter!" – Radikalität ist mein Ausdruck von "Ich bin ein neuer Mensch! Nicht länger ich lebe, sondern Christus in mir!". Und genau diese Erkenntnis und Ehrfurcht, die ich vorhin beschrieben habe, die all dies zur Folge hat, kommt durch den Geist Gottes in uns: Den Heiligen Geist.
Glaubt ihr Paulus hat sich ausgesucht radikal zu sein? Nein. Es war nur der Ausdruck seiner Ernsthaftigkeit Jesus nachzufolgen und die Welt zu Reich Gottes zu machen. Es war der Geist in ihm.
Wenn DU dich entscheidest, Jesus ernsthaft nachzufolgen und im Geist zu sein, dich freizumachen von aller Sünde und Verführung, dann, ja dann, wirst du "radikal" leben.

Bleibt noch die Frage, warum sie gerade mich dafür im Auge hatten über dieses Thema zu sprechen. Ich glaube, wir denken, dass Radikalität laut sein muss. Aber das muss es nicht. Die beiden radikalsten Menschen, den ich kenne, sind sehr still in ihrer Nachfolge. Sehr friedlich und ruhig in ihrer Art und Weise Jesus immer ähnlicher zu werden. Und genau darum soll es doch gehen. Muss jeder so laut und "nervig" sein, wie ich? Nein. Ich glaube, wir müssen verstehen, dass jeder, der ernsthaft Nachfolger sein will, automatisch radikal leben will und wird.