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16. Mai 2018

#65
Verantwortung,
Fehler & Gnade

von Sascha Gonzales

16. Mai 2018
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Verantwortung, Fehler & Gnade

Mir ist in den letzten Tagen auf eine deutliche Weise klar geworden, wie groß unsere Verantwortung als Mensch in der Nachfolge ist. Wie wichtig es ist, sich dessen stets bewusst zu sein und sich zu vergegenwärtigen, dass der "geistliche Kampf" von dem die Bibel spricht, tatsächlich Realität ist.

Vergangenes Herbst bot ich erneut ein Männerabenteuer in Halle an. Ich spüre einen starken Auftrag Menschen damit zu dienen, ihnen den Heiligen Geist näherzubringen. Und genau darauf zielen auch meine "Lebe, Mann!" Abenteuer ab. Jedenfalls verpasste ich meine geistliche Verantwortung und nahm die Ernsthaftigkeit, die Anfechtung und den geistlichen Angriff erst viel zu spät wahr.
Reihenweise sagten die angemeldeten Teilnehmer ab – eine Begründung fadenscheiniger als die andere. Bis hin zu jemandem, der 3 Stunden vorher per Whatsapp erklärte, er möchte lieber im warmen Bett bleiben. Ich betete und Gott ließ mich nach und nach erkennen, dass ich es verpasst hatte, die Männer im Gebet unter Seinen Schutz zu stellen und meine geistliche Verantwortung als Leiter der Gruppe wahrzunehmen. Eine Lektion, die ich nie wieder vergessen werden. Oder?

Zurück in die Gegenwart. Ich werde hier nicht ins Detail gehen, in welcher Form ich es dieses Mal geschafft habe, meine geistliche Verantwortung als Leiter – oder in diesem Fall als Mentor – zu versäumen, da es zu privat wäre. Doch erneut ist es mir nicht gelungen, die Ernsthaftigkeit und die Realität der Anfechtung und Täuschungen, der geistlichen Kämpfe zu erkennen und im Bewusstsein zu behalten.
Ich tat Buße, ließ mich neu ordnen und ausrichten, bat um Vergebung und empfing Gnade. Und diese Gnade ging über die Wiedereinsetzung hinaus – mein Dienst wurde sogar erweitert, indem Gott mir eine weitere Person anvertraute.

Worauf will ich hier hinaus? Ich möchte, dass wir gemeinsam – und nicht nur ich für mich alleine – verstehen, was Gottes Gnade bedeutet.
Wir alle machen Fehler – Tag ein, Tag aus. Manch einer schwerwiegender als der andere, aber wir sündigen wahrscheinlich alle hin und wieder. Und genau hier kommt der neue Bund mit Christus ins Spiel:

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn gerettet werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind. Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben. – Römer 5, 8-11 (Lutherbibel)

Jesus ist für deine und meine Sünden gestorben, damit wir unsere Identität als "Sünder" abgeben können und uns seither als Kinder Gottes verstehen dürfen. Genau das beweist uns Gott jeden Tag auf's Neue. Er bleibt dran, lässt uns erkennen, wo wir umkehren müssen, hilft uns dabei wieder aufzustehen und setzt uns in unsere Berufung ein, nachdem wir ehrlich und aus freier Entscheidung Buße getan haben.

Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. – Johannes 1, 11-14 (Lutherbibel)