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09. Mai 2018

#64
Heilung

von Sascha Gonzales

09. Mai 2018
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Heilung

Ich hatte eine Erkenntnis:

Gott hatte vor einigen Monaten zu mir durch ein Buch gesprochen und mich zum Gebet aufgefordert. Genau genommen sollte ich endlich meine Berufung festmachen. Erkennen wofür ich hier bin. Ich tat es und empfing den ersten Teil einer Bestimmung. Er offenbarte mir, wohin mein Leben streben soll. Ich hatte Angst und fürchtete mich. Nicht vor Ihm, sondern davor, dass sich ab diesem Moment vieles ändern würde und müsse. So geschah es.

"Kümmer' dich um die Einsamen" – so sprach Er zu mir. Ganz glasklar sprach Er zu mir. Ich fing an zu weinen und spürte eine unglaublich tiefe Liebe in mir. Etwas wurde bereitet. In mir. Durch Ihn.

"Doch welche Einsamen", fragte ich mich seither. Ist es wirklich so offensichtlich, wie mir scheint? Oder hat diese Berufung noch mehr Facetten, oder eine tiefere Bedeutung, die mir bis dato noch entgangen war? "Doch welche Einsamen, Herr?"

So vergingen die Monate und die Berufung schien keine Priorität in meinem Leben zu genießen. Gelegentlich wurde ich platziert, um jemandem zu dienen, der scheinbar einsam war. Ich wurde platziert, um zu befähigen. Platziert, und doch entschied ich mich oft falsch – wissentlich falsch.

Ich empfinde nichts inspirierender als Menschen, die ihre Fehler zelebrieren. Nichts ist ansteckender als jemand, der fällt, wieder aufsteht und besser als zuvor dienen kann.
So ist unser Gott zu uns. Wir machen Fehler, fallen hin, bleiben oftmals liegen und doch, ja doch, richtet er uns wieder auf. Ermutigt uns am Ball zu bleiben. Dem Weg zu folgen oder wieder auf ihn zurück zu kommen. So ist unser Gott. Das ist Gnade. Ich wurde immer und immer wieder platziert, geschult und gelehrt, was es heißt, zu dienen. Und nun?

Nun, vergangenen Sonntag fügte Gott meiner Berufung einen Nebensatz zu:

"Kümmer' dich um die Einsamen, indem du sie zu mir führst, wie auch ich dich zu mir geholt habe."

Mein Herz fühlt sich seither ergänzt. Kompletter. Mein Weg scheint mir viel klarer zu sein. Meine Aufgabe viel deutlicher.

Doch warum heißt diese Kolumne "Heilung"?

Ich sehne mich nach übernatürlicher, göttlicher Heilung. In meinen Vorstellungen dachte ich immer an Menschen, die aus Rollstühlen aufstehen, Tumore, die verschwinden und Kranke, die wieder gesund werden.. doch das ist nicht meine Aufgabe. (Noch nicht?) Gott sprach glasklar zu mir: Er wünscht sich Heilung. Er wünscht sich von mir, dass ich Ihm als sein Werkzeug diene und Ihm vertraue. "Durch mich? Heilung?"

Wie oft vergessen wir, dass Gott heilen will. Er will es noch so viel mehr als ich. Wie oft spüre ich Gottes Trauer über die falschen Entscheidungen und das unerfüllte, geistlose Leben seiner vielen Kinder. Es ist diese Trauer, die meine Sehnsucht nach nach Heilung geweckt hat und antreibt. "Gott, bitte bring Heilung!"

"Durch mich?" Wie oft vergessen wir, dass es doch auch innere Krankheiten und Verletzungen gibt. Wie viele von unseren Brüdern und Schwestern sitzen innerlich im Rollstuhl? Sind gelähmt von Kopf bis Fuß? Wie viele geistliche Tumore bringen uns an den Rand unserer Kräfte und vernichten Leben? Gott will heilen! Und er wünscht sich von mir, dass ich sein Werkzeug bin, um die Menschen zu IHM zu führen, um nicht mehr einsam zu sein. Gott wünscht sich von mir, dass wir die Menschen gemeinsam von Einsamkeit befreien.