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18. April 2018

#61
Zweischneidiges
Schwerz

von Sascha Gonzales

18. April 2018
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Zweischneidiges Schwert

Ich habe vergangene Woche einen wunderbaren Artikel über einen Teil der Bibel gelesen. Genau genommen ging es um diesen Vers:

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. – Hebräer 4, 12 (Lutherbibel)

Warum ich diesen Vers so sehr mag? Weil er stimmt. Wer hätte es gedacht. Er beschreibt für mich auf eine unsagbar schöne und präzise Art und Weise die Kraft und Radikalität des Wortes Gottes.
Mir kam dann sofort noch diese Stelle hier in den Sinn:

Predige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Geduld und Belehrung! Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Lüsten Lehrer anhäufen werden, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zuwenden. Du aber bleibe nüchtern in allen Dingen, erleide das Ungemach, tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus! – 2. Timotheus 4, 2-5 (Lutherbibel)

Gottes Wort ist gefährlich scharf, spricht Wahrheit in die Leben der Menschen, ist unglaublich präzise in der Zielfindung und bewegt Berge, wenn wir es zulassen.
Aber worauf will ich hinaus? Lasst uns nochmal zum Anfang gehen: Das Wort Gottes ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Das Wort "zweischneidig" hat es mir angetan. Das bedeutet, wenn wir im Bild des Schwertes bleiben, und dieses als Teil der Waffenrüstung Gottes (Epheser 6, 14-17) vor uns führen, dann richtet sich auch eine der Seiten gegen uns selbst. Versteht ihr?

Ich glaube, dass unsere Versuche die Welt zu verändern und unser Umfeld zu korrigieren viel zu oft scheitern, weil wir vergessen, das Wort ebenfalls gegen uns zu richten: Lebe ICH eigentlich so, wie ich es gerade jemand anderem als richtig verkaufen möchte? Wenn deine Antwort 'Nein' lautet, dann korrigiere zu allererst dich selbst, und dann den anderen. Geistige, wahre Worte, die nicht mit 100% Ehrlichkeit und Leben gefüllt sind, werden nichts verändern. Wir müssen uns zum Vorbild machen, in dem wir besser sind. Weiter gehen als die bisherigen Grenzen es zulassen würden. Veränderung zum Guten passiert zu allererst im Herzen. Und damit wir die Herzen der Menschen erreichen, müssen wir uns selbst mit Gottes Wort durchdringen.

Dich selbst aber erweise als Vorbild guter Werke, ohne Falsch in der Lehre und ehrbar, mit heilsamem und untadeligem Wort, damit der Widersacher beschämt werde, weil er nichts Schlechtes über uns sagen kann. – Titus 2, 7-8 (Lutherbibel)

Und ja, diese Kolumne richtet sich in erster Linie an mich selbst.