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11. April 2018

#60
Immer der
gleiche Bäcker

von Sascha Gonzales

11. April 2018
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Immer der gleiche Bäcker

Diese Kolumne handelt von einem meiner Lieblingsgleichnisse – dem Gleichnis vom Bäcker und seinen knusprig warmen Backwaren:

Ich bediene mich gerade wieder vermehrt diesem Vergleich und mir scheint es, als hätte dieses Thema gerade Hochsaison – passend zum Frühlingsstart.
Meine Theorie lautet wie folgt: Wenn ich mein Leben lang immer und immer wieder zum exakt gleichen Bäcker gehe und dort meine täglichen Brötchen hole, dann werde ich weder daran zweifeln, dass es die besten Backwaren der Stadt sind, noch werde ich meinen Horizont in puncto Brötchen erweitern. Stattdessen werden mir diese Brötchen als 'lecker' erscheinen und ich würde dementsprechend meinen Bäcker reinen Herzens an alle weiterempfehlen.
Nun, eines Tages komme ich zufällig an einer anderen Bäckerei vorbei und sehe, wie glücklich und erfüllt alle Kunden aussehen, die den Bäcker verlassen oder dort etwas speisen. Ich wundere mich: "Könnte es sein, dass ich all die Jahre diese wunderbaren Brötchen verpasst habe, weil ich dachte, dass mein Bäcker des Vertrauens die einzig wahren Backwaren serviert?""Kann es tatsächlich sein, dass meine Vorstellung in puncto Backwaren zu eng gesteckt war und da doch noch so viel mehr auf mich wartet?"
Versteht ihr mein Gleichnis in Bezug auf unseren Glauben an Gott? Wenn nicht, ich mache es mal deutlicher:

Ich behaupte, dass wir uns viel zu lange schon mit viel zu wenig zufrieden geben, weil wir noch gar nicht bemerkt haben, dass da noch so viel mehr auf uns wartet. Wir glauben, dass unser Leben geistlich erfüllt ist und alles passt. Ich behaupte weiter, dass es nicht mal dicht an dem dran ist, was sich Gott für uns wünscht. Wir bleiben in unserer bekannten Box (oder bei unserem bekannten Bäcker) – denken, dass die geistliche Skala unseres Lebens mit Gott von 0 bis 5 bereits bis 4 vorgedrungen ist. Ich sage euch, die Skala geht bis 10. Bis 20? 100 vielleicht?
Ich weiß es selbst nicht. Aber ich verspreche euch, wenn ihr einmal erkannt habt, dass da noch andere, bessere Backwaren auf euch warten, dann möchtet ihr diesen Geschmack immer wieder kosten. Wenn wir einmal die Brötchen von der Bäckerei Gottes in vollem Bewusstsein genießen durften, dann sind diese alten, gewohnten, zähen Brötchen, die wir all die Jahren gegessen haben, nicht mehr zufriedenstellend. Nicht mehr sättigend. Bei 5 von 100 erscheint auf einmal noch so viel Möglichkeit. Und diese Möglichkeiten will Gott gemeinsam mit uns erkunden.
Gott ist der Schmied, wir sind das Werkzeug, sein Heiliger Geist ist das Feuer. Aber ich bin mir sicher, dass Gott lieber ein scharfes Messer als Werkzeug haben möchte, als ein stumpfes. Also, lass dich schärfen und erkenne die endlosen Möglichkeiten Gottes.