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04. April 2018

#59
Geist der Armut

von Sascha Gonzales

04. April 2018
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Geist der Armut

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich diese Kolumne hier am Mittwochmorgen schreibe. Normalerweise bin ich in den frühen Stunden des Tages unfassbar unkreativ – normalerweise!
Doch heute ist alles anders?! Nicht wirklich. Mir scheint, als wäre es ein 'normaler' Tag, denn ich bin gerade wirklich unkreativ.
Es ist verblüffend, wie sehr meine Fähigkeit des Kreativ-seins von der Tageszeit abhängt. Geht euch das auch so?

Ich möchte mit euch über meinen Geist reden. Genauer gesagt, über meine Einstellung zum Thema 'Geld verdienen' und Reichtum.

Meinem eigenen Empfinden nach, nehme ich mich als 'reich' wahr. Das hängt allerdings weniger mit einem monetären Vermögen zusammen, als mit einer inneren Haltung und Dankbarkeit für das, was ich alles besitzen und erleben darf.
Würde ich mein Leben als 'gesegnet' bezeichnen? Ja, mit Sicherheit. Ich glaube nicht, dass ich ohne meine Treue zu und mein Vertrauen auf Gott dieses Leben führen würde. Es sähe gewiss trister und grauer aus. Warum ich das glaube? Weil es vorher so war. Warum hätte es sich ändern sollen?

Seht, ich glaube, wir tragen alle etwas aus der Vergangenheit mit uns 'rum. Sei es ein Gefühl der Schuld, Unsicherheit oder Angst. Folgen wir diesem Ballast und diesen Lügen bis zum Kern, enden wir oft weit in der Vergangenheit.
Generationen vor uns können unser heutiges Leben noch immer beeinflussen – ohne dass wir uns darüber im Klaren sind. Auch der Sündenfall Adam und Evas in der Bibel zieht sich bis heute durch die Welt, weil wir es als Menschheit (bislang) nicht geschafft haben, ihn abzulegen.

In meinem Fall geht dieses 'Erbe' nur wenige Jahrzehnte zurück und doch war dieser Geist stark genug, um meine Geschicke in einer Weise zu lenken, die drastische Auswirkungen auf meine letzten 7 bis 8 Jahre hatte.
Wie euch der Titel bereits verraten hat, geht es um einen 'Geist der Armut'. Erst vor einigen Tagen gelang mir in diesem Thema eine Art 'Durchbruch' und ich durfte – Gott sei Dank – erkennen, dass dieses 'Erbe' nicht zu mir gehörte.
Für mich war es bislang immer klar, dass ich mit wenig auskommen müsste und sollte. Und ja, ich bin froh über diese Lektion, da ich nun eine Ebene der Dankbarkeit und Freude erkennen durfte, die mich frei davon macht, mein Fundament auf Finanziellem aufzubauen. Doch trotzdem gehört dieser Geist nun mal nicht zu mir. Ich hatte den Eindruck, Gott sagt zu mir: "Du hast es jetzt verstanden. Du darfst ihn nun ablegen und mit den Gaben und Talenten, die ich dir geschenkt habe, für deine Familie sorgen." – wow! In all den Jahren meiner Selbstständigkeit und meiner Arbeit hatte ich wirklich noch nie den Eindruck, ich dürfe jetzt 'viel Geld verdienen'. Ist das nicht verblüffend?
Und diese Erkenntnis war unter anderem die Folge meines 'Abstand gewinnens' der vergangenen 2 Monate, von denen ich euch in den beiden Ausgaben zuvor berichtet hatte.

Ich bin so gespannt, was dieses Jahr mit sich bringt und was Gott für mich und meine Familie geplant hat. Brauchen wir viel Geld? Nein. Wollen wir es unbedingt? Nein. Geld wird niemals unsere Priorität im Leben werden – diese Überzeugung trage ich tief in mir. Das Leben mit Gott ist von so viel kostbareren Dingen geprägt, die wir verfolgen möchten. Und doch, ja, doch empfinde ich es als eine befreiende Erkenntnis und erleichternde Gnade.