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25. Oktober 2017

#39
Vollkommene Liebe,
keine Angst

von Sascha Gonzales

25. Oktober 2017
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Vollkommene Liebe, keine Angst

Vieles von dem, was ich hier schreibe, habe ich vielleicht schon das eine oder andere Mal erwähnt oder sogar ausführlicher erzählt. Für mich ist dieses Thema des „Verzichtens“ jedoch immer noch und immer wieder brand aktuell. So war es das auch gestern wieder.

Als Gott vor einigen Monaten, besser gesagt, Anfang des Jahres, ein Jahr des Verzichts für mich ausgesprochen hatte, war mir wirklich nicht bewusst, worum es sich dabei handeln könnte. Mir war nicht bewusst auf was man alles verzichten kann und sollte. Ich könnte hier eine Liste machen und würde vielleicht niemals ganz zum Ende finden. Eine der prägnantesten Sachen, auf die ich verzichten durfte, war mein Augenlicht - jedenfalls die Hälfte davon. Und auch wenn es jeweils nur ein Tag war, war es so einschneidend und verändernd für mich.

Ebenfalls einschneidend – und immer noch aktuell – ist der Verzicht der Musik. Nicht nur die Tatsache, dass ich mich zur Zeit ganz bewusst gegen meine Karriere als Musiker entscheide - nein. Als ich vergangenen Sommer beim Physiotherapeuten war, weil ich meinen Hals mehrere Wochen nicht mehr bewegen konnte, wurde eine Verdrehung meiner Wirbelsäule festgestellt, welche genau in der Gegend ist, in der mein rechter Arm in seine Gitarren-Festhalte-Stellung geht. Das ist jetzt sicherlich nicht besonders akkurat und medizinisch sinnvoll erklärt, aber es nimmt mir gerade quasi die Fähigkeit öfter als alle 3 bis 4 Tage Gitarre zu spielen. Was meine Entscheidung auf Musik im öffentlichen Rahmen zu verzichten etwas „einfacher“ gemacht hat - haha.

Kommen wir zum heutigen Verzicht des Tages. Vielleicht sollte ich eine eigene Kategorie hier auf keineinsamerbaum.org schaffen: „Der Verzicht des Tages – präsentiert von McDonalds“ mit Titelmelodie und so. Gute Idee?
Ich habe heute auf meine Haare verzichtet. Lasst mich das erklären:

Anfang des Jahres hatte ich den Eindruck ich solle mir die Haare abschneiden. Aus diesem Eindruck wurde mein eigener Wunsch mir die Haare abzuschneiden. Sie gingen mir immerhin mittlerweile bis zur Brust und wurde von mir dauerhaft in entweder Dutt, oder unter eine Mütze verbannt.
Wie dem auch sei, es dauerte bis Ende August bis ich mich durchringen konnte sie mir zu kürzen. Mein Wunsch ging jedoch weiter: Ich wollte sie abrasieren. Warum das? Keine Ahnung. Es lag mir wirklich am Herzen dies zu tun.
Schon der erste Schritt, die Haare zu kürzen, dauerte, wie gesagt, knappe 7 Monate. Aus Angst.

Ich habe seit jeher diese Angst, dass ich nicht gemocht werde. Das mag für den einen oder anderen sehr, sehr komisch erscheinen, ist im Prinzip aber der Wahrheit entsprechend. Ich habe im Laufe der Jahre gelernt diese Angst zu besiegen und offener, ehrlicher und freier zu werden. Immerhin ist es unmöglich und - mittlerweile weiß ich das - auch nicht wünschenswert von jedem gemocht und geliebt zu werden.
Eine der prägnantesten Auswirkungen dieser Angst waren jedoch meine Haare. Der Gedanke, man würde mich mit langen/längeren Haaren mehr mögen und vor allem schneller mögen, weil ich „more likeable“ aussehe, hatte sich so hart in mir gefestigt, dass selbst mein Herzenswunsch und mein Eindruck mir die Haare abzurasieren keine Chance hatte gegen diese manifestierte Angst.
Letztes Wochenende hatte ich eine der intensivsten Zeiten meines Lebens mit einer einzigen Person, die nicht meine Frau oder meine Mutti ist. Und nicht nur, dass Gott mich benutzen durfte ihr zu helfen - nein. Gott nutzte diese Person, um mir zu helfen. Win-Win würde man da wohl sagen.
Mir war diese Angst schon so lange bewusst, aber es brauchte irgendwie die Worte dieser Person, um mich davon zu befreien.
Gott gab mir vor einiger Zeit mal ein Bild für und über diesen besonderen Menschen: “Sie sei die pure Liebe.“ – Und ich glaube, genau diese pure und vollkommene Liebe zu spüren, reichte aus, um meine Angst zu besiegen. Ihre Worte reichten aus, um den Entschluss zu fassen es zu tun. Und et voilà, sie sind ab und ich fühle mich grandios und frei. Preist den Herrn!

Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. – 1. Johannes 4, 18