Menü

18. Oktober 2017

#38
Gottes Wege
und ein Gerstenkorn

von Sascha Gonzales

18. Oktober 2017
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Gottes Wege und ein Gerstenkorn

Hallo! Verzeiht mir die Verzögerung am heutigen, wunderschönen Mittwoch. Meine Ausrede ist etwas dürftig, aber ich lasse sie euch trotzdem wissen: Ich musste schlafen und mich ein wenig erholen. Warum das? Nun, das führt mich direkt zu meinem heutigen Thema: Gerstenkorn.

Vielleicht könnt ihr euch noch dunkel an eine Kolumne aus dem Sommer erinnern. Ich glaube, es war Ende Juli / Anfang August. Damals hatte ich 2 Gerstenkörner an meinem rechten Augenlid. Eines innen, eines außen. Nach mehrmaligem Besuch beim Augenarzt und vielen, vielen unterschiedlichen Salben und Tropfen war es dann doch soweit: Sie mussten operativ geöffnet und entfernt werden.
Das gefiel mir natürlich überhaupt nicht - zumal ich Gottes Wort für mich zu diesem Thema glatt und einfach ignoriert hatte: “Schmier’ dir Fenchel drauf!“

Das war zwar nicht ganz sein Wortlaut, aber ähnlich. Nun stand also der Termin für die OP fest und ich dachte mir: “Na gut, Gott! Dann hör ich halt auf dich und schmier mir Fenchel Tee auf die Gerstenkörner.“ Gesagt, getan und es half. Es half soweit bei dem äußeren Gerstenkorn, dass es beim Termin der OP schon wirklich gut verheilt war. Dementsprechend wurde es nicht aufgeschnitten, sondern nur das Innere. Ich durfte einen Tag mit einem Augenverband herumlaufen und auch hier in den Geschmack des Verzichtens kommen. (Gott hatte ja Anfang des Jahres ein Jahr des Verzichts über mir ausgesprochen, falls ihr euch an den Beitrag erinnert.)
Kurze Zeit später begann aber, ganz zu meinem Ärger, das äußere Gerstenkorn wieder größer zu werden und es ging tatsächlich - egal, was ich draufschmierte - nicht mehr weg. Bis gestern.

Gestern hatte ich also den 2. OP Termin und das Äußere wurde aufgemacht und entfernt. Ich durfte wieder knapp 24 Stunden einäugig herumlaufen und abwarten, bis heute Morgen der Verband entfernt wurde und ich damit, hoffentlich, meine Gerstenkorn-Reise als abgeschlossen ausweisen darf.

Warum hat Gottes versprochene Heilungsmethode, also Fenchel, geholfen, aber nicht die Heilung, sondern nur eine Besserung gebracht? Diese Frage stelle ich mir nun.
Ich finde, ganz zu meiner eigenen Freude, irgendwann irgendwie doch das Gute in Situationen, Ereignissen und Dingen, die es vielleicht auf den ersten Blick nicht zulassen. Aber hier finde ich dieses Gute darin nicht. 4 Monate begleitete mich nun dieses Gerstenkorn und, damit verbunden, auch der Gedanke über Gottes Wort für mich in dieser Situation und der vermeintlichen Tatsache, dass die Heilung trotz dessen nicht eintrat. Vielleicht ist die Frage unberechtigt, da nun alles gut ist. Vielleicht wollte Gott, dass in der Zeit irgendetwas passiert, was sonst, ohne Gerstenkorn, nicht passiert wäre. Oder genau andersherum: Vielleicht wollte Gott mich bewahren. Ich weiß es nicht - ganz ehrlich.

Zweifel ich nun daran, dass Gott gut ist? Absolut nicht. Es lehrt mich einfach nur erneut, dass wir aufhören sollten, unser Gehirn anzustrengen, um Gottes Wege und sein Wirken in unserem Leben verstehen zu wollen. Die Gedanken darüber, warum seine Heilung - vermeintlich - ausbliebt, machen nichts besser. Sie sind nur der Nährboden, um sich von Ihm zu entfernen und angreifbar zu sein für Zweifel und Hoffnungslosigkeit.
Für mich ist es deshalb wichtig euch an dieser Geschichte teilhaben zu lassen, um zu zeigen, dass Gott wirkt. Mein Gerstenkorn ist weg. Es brauchte dafür aber die Hilfe eines anderen Menschen. Mehrerer anderer Menschen sogar. Wollte ich, dass Gottes Wort über den Fenchel mein Auge heilt? Absolut. Ich will mir aber nicht erlauben seine Wege in Frage zu stellen. Zu Vertrauen und Glauben gehört auch Gehorsamkeit und das Akzeptieren seiner Entscheidungen und Führung für mich. Also, nach 4 Monaten des Wartens, hat meine Reise mit dem Gerstenkorn nun endlich ein Ende gefunden. Preist den Herrn für die Helfer, die er mir hierbei zur Seite gestellt hat.

Und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. – Philipper 1, 6