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30. August 2017

#32
Berufung
und Zwischenetappe

von Sascha Gonzales

30. August 2017
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Berufung und Zwischenetappe

Ich glaube, ich kenne meine Berufung - oder sagen wir, ich habe sie in diesem Jahr mehr gefunden und kennenlernen dürfen, als in jedem anderen Jahr bisher. Vermutlich liegt es vorwiegend daran, dass ich mich von meiner eigenen Berufung lossagen konnte. ICH war es, der mich dazu berufen hatte, eine Musikkarriere zu verfolgen und alles auf eine Karte zu setzen. Nicht, dass ich es bereuen würde meine letzten 7 Jahre so verbracht zu haben - ganz im Gegenteil. Diese Zeit der Irrfahrt, meine Odyssey sozusagen, brachte mich genau dorthin, wo ich gerade stehe. Genau an diesen Ort, den ich so sehr liebe.
Trotzdem war es schön und nötig - oder wie mein bester Freund Lukas und ich gerne zu sagen pflegen: schnötig - eine Pause einzulegen und sich neu zu orientieren. Es war immerhin meine erste Neuorientierung mit Jesus an meiner Seite - das ist schon etwas besonderes und neues für mich gewesen. Gott hatte am Anfang des Jahres zu mir gesagt, 2017 wäre für mich ein Jahr des Verzichts. Sei es die Tatsache, dass ich knapp 1 Monat keine Gitarre spielen konnte, weil mein Daumen sich an einer verrosteten E-Gitarren-Saite entzündet hatte, die Wohltat namens Gerstenkorn, die nicht nur meine Eitelkeiten in Frage stellte, sondern mich auch nach einer OP für 24 Stunden fühlen lies, dass es schön ist, 2 funktionierende Augen zu haben. Der Verzicht auf meine langen Haare und eben auch auf diese erneute Eitelkeit - und eben auch das bislang wohl Einschneidenste, auf das ich verzichten muss: Einen Job.

Mir war wirklich von Anfang an glasklar: Gott versorgt mich - wie auch immer er das macht. Nicht nur Gott persönlich hatte mir das gesagt, sondern auch eine Freundin meiner Frau. Sie hatte den Eindruck ich dürfe mein Hamsterrad verlassen und mich genüsslich und entspannt versorgt wissen - und kurz ab: Ich war und bin versorgt. Trotzdem lies mich dieser Tatendrang nicht los. Dieses Verlangen etwas zu bewegen. Aber es war nicht dran sich in eine neue Arbeit zu stürzen. Und es war vor allem nicht dran sich in alte Muster zurück zu begeben. Und so hörte ich auch darauf: Pause.

Jetzt haben wir September, wir erwarten in den nächsten Tagen unser erstes Kind und habe einen Job. Nicht irgendeinen, und was mich am meisten schockiert: Ich wollte diesen Job gar nicht - er wurde mir angeboten. Oder bat ich mich einfach an? Wer weiß. Jedenfalls arbeite ich so richtig ab September - wow.
Mir war es wichtig, dass ich ein „go“ von Gott bekomme. Ein „es ist dran für dich“. Und es ist dran. Ist dieser Job meine Berufung? Nein. Führt er mich meiner Berufung näher - ja. Ich würde euch zu gerne sagen, wozu Gott mich alles berufen hat. Welche Salbung und welche Gaben er mir zur Verfügung stellt und noch stellen wird, aber ich kann es nicht. Ich soll es nicht - da bin ich mir ganz sicher - leider. Es fiele mir so viel leichter zu erklären, warum ich gewisse Entscheidungen treffe und warum ich gewisse Chancen verstreichen lasse. Seien es Anfragen für Konzerte, Kongresse oder Jobs - es ist gerade nicht dran.
Und es passt irgendwie gerade in diese Zeit, in diese Phase in meinem Leben, dass ich euch gerade nicht einmal sagen kann, warum mein neuer Job genau der richtige ist. Ein Schritt in die Richtung, in die Gott mich lenken will. Und es ist wirklich ein riesiger Schritt! Und ich hoffe wirklich sehr, dass sich diese Zwischenetappe auch hier bemerkbar machen wird - dass mich diese Etappe noch näher zu Gott bringen wird. Bis nächste Woche!