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23. August 2017

#31
Kein Sklave
der Angst

von Sascha Gonzales

23. August 2017
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Kein Sklave der Angst

So schnell kann’s gehen. Heute morgen hatte ich noch ein langes Gespräch über die Gefahr, dass unser Verstand herrscht - unser Fleisch regiert - und schon hätte ich, gerade mal 3 Stunden später, fast eine Kolumne für euch geschrieben, die vom Verstand bestimmt wurde. Zur Zeit taucht kein anderer Vers der Bibel so oft in meinem Alltag und Leben auf wie dieser hier:

Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen. Das wird deinem Leibe heilsam sein und deine Gebeine erquicken. – Sprüche 3, 5-8

Wenn ihr regelmäßig meine Kolumnen lest, dann werdet ihr diesen Vers wahrscheinlich schon gar nicht mehr lesen müssen. So oft wie ich ihn hier aufschreibe, habt ihr den wohl schon lange auswendig abgespeichert ( oder als unwichtig abgehakt.) Ich für meinen Teil sehe eine ganz große Wahrheit in diesem Vers.
Erst heute morgen war er wieder präsenter denn je, als ich erkennen musste, dass wir beherrscht werden. Und das leider viel zu wenig von Gottes Geist, sondern oftmals von unseren Ängsten.

Ich glaube daran, dass in Gott keine Angst ist. Wirklich keinerlei! Denn Gott ist gut, und wenn ich wirklich daran glaube, dann wird sein Plan für mich - ob ich ihn verstehe oder nicht - der bestmögliche Plan sein. Ein Plan, der mich zu 100% dorthin bringen wird, wo Gott mich sehen und haben will.

Ich spüre oft eine Angst davor, Gott blind zu vertrauen. Erst heute morgen hörte ich jemanden sagen: „Wir sollen aber auch nicht blind folgen.“ - ich glaube manchmal schon.
Mir fiel dabei sofort das Bild eines Blinden und seines Blindenhundes ein. Sofern ich mir anmaßen darf, etwas über dieses Thema zu wissen, ist es, dass der blinde Mensch ein unfassbares Vertrauen gegenüber seinem Blindenhund als Führer haben muss. Der Hund kann nur durch Körpersprache und einigen, wenigen Geräuschen anzeigen, was gerade um ihn herum passiert - das erfordert schon ein irres Vertrauen!
Ganz zu unserem Glück ist Gott kein Hund, sondern absolut und prickelnd in der Lage mit uns auf allen erdenkbaren und spürbaren Ebenen zu kommunizieren. Trotzdem sollen wir ihm vertrauen, und manchmal eben auch blind und ohne, für uns, sichtbare Logik.

Der „Blindflug“ ist, glaube ich, oftmals ein Geschenk. Erst einmal muss ich verstehen, dass mein Blindsein nicht immer ein Nachteil ist. Ich glaube, dass Gott uns mit Absicht im Dunkeln tappen lässt, um a) zu schauen, ob wir Ihm von ganzen Herzen vertrauen, und b) um uns vor Dingen zu schützen, mit denen wir uns nicht befassen sollen; die uns nur ablenken würden, oder sogar schaden könnten.
So oft regiert Angst in unserem Leben. So oft ist es Angst, die uns zweifeln lässt. Zweifeln, ob Gott wirklich gut ist? Wenn wir aufhören immer alles in unserer irdischen Kontrolle haben zu wollen, dann können wir wirklich und ganz frei erleben, was Gott für uns vorbereitet hat. In der Angst vor Kontrollverlust verpassen wir seine Güte womöglich.
Ich will aufhören meinen Verstand als mächtig und weise anzusehen. Mein Verstand ist hilfreich, aber nicht entscheidend. Gott ist ganz simpel, und ich muss nicht verstehen, warum Dinge passieren. Ich muss nur daran festhalten, dass GOTT GUT IST - nicht mehr und nicht weniger. Und dann schenke ich diesem guten Gott all mein Vertrauen und meine Hoffnung. Dann strecke ich mich nach seinem Himmel aus, orientiere mich ganz ohne Angst und Misstrauen nach seinem Wort und werde Täter dieses Wortes. Nur wenn ich zuerst verstehe, dass Gott der ist, der er sagt zu sein, dann kann ich auch frei mit Ihm leben. Und das möchte ich.

Wir sangen vergangenen Sonntag im Gottesdienst „I’m no longer a slave of fear..“ und meine Frau und ich fragten uns vorhin: Verstehen wir eigentlich, was wir da singen? Leben wir, was wir da singen? Wir proklamieren keine Sklaven der Angst zu sein, und doch ertappe ich mich dabei, viel öfter Sklave meines Fleisches, meines Verstandes und eben auch meiner Angst zu sein, die ihren Nährboden eben nur im Fleisch und im Verstand findet. Denn im Geist, ja im Geist ist keine Angst, nur ein Nichtzweifel und ein tiefes, gläubiges Vertrauen.

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. – Hebräer 11, 1

PS: Ja, der Heilige Geist kann dir Erkenntnis über Gottes Pläne für dich geben. Trotzdem ist es wichtig, dass wir in allererster Linie einfach nur Kinder Gottes sind und Gott vertrauen, dass sein Herz für uns ein reines und gutes Herz ist - eben genau so wie ein Kind seinem Vater vertraut.