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24. Mai 2017

#20
Ende des
Versteckspiels

von Sascha Gonzales

24. Mai 2017
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Ende des Versteckspiels

Ich möchte heute mit euch über diesen Bibeltext sprechen, der vergangenen Sonntag mein Herz erreicht. Mein liebster Pastor Henry zitierte in seiner Predigt am Sonntag diese Stelle und Gott sprach durch sie zu mir: “Kämpfe! Ich hab dir deine Gaben nicht gegeben, damit du sie versteckst. Ich will, dass du Licht ins Dunkle bringst.“ - jedenfalls ist das die Kurzfassung von dem, was ich in meinem Schreibexzess festgehalten hatte. Ich schrieb einfach drauf los und konnte nicht stoppen. Es war wirklich verrückt. Gott sprach durch mein Schreiben.
Ich hatte sowas vorher noch nie erlebt, aber ich konnte wirklich nicht aufhören meinen Stift auf dem Papier zu führen und aufzuschreiben, was ich hörte, was ich spürte.

Gott sprach so krass durch Henrys Worte und seine Predigt, dass ich mich völlig ertappt fühlte. “Gemeinde ist eine Zuflucht, aber kein Versteck.“ - und ich hatte mir ein Versteck gewünscht. Ein Versteck vor der Außenwelt, vor der Musikszene, vor dem Kampf außerhalb der Gemeinde.
Einer der Hauptgründe, warum ich mit der Musik aufhörte, war, dass ich keine Lust mehr hatte mich selbst zu glorifizieren und Ihm die Ehre geben wollte. Gleichzeitig damit verbunden war die Frustration über mein Feststecken zwischen dem Wunsch nach irdischem “Erfolg“ für mein Ego und der Tatsache, dass mir dieser Erfolg - selbst als ich ihn hatte - nichts gegeben hatte. Wirklich gar nichts!
Die Gottlosigkeit und die Wertelosigkeit innerhalb der Musikszene war dann nur die Kirsche auf der Sahne der Schokoladentorte. Kurz um: Ich wollte mich verstecken. Einen Job, einen Platz in der christlichen Welt für mich finden und abtauchen. ****** auf meine Songs, ****** auf das was war - Hauptsache weg. Und so war auch bisher mein Jahr.

Trotzdem kamen mir immer wieder Zweifel an meinem Abtauchen; an meinem Versteckspiel.
Als ich eines Morgens im Waschsalon meines Vertrauens saß und Gott ganz deutlich zu mir im Gebet sprach, dass ich Tränen in den Augen hatte, kam da auch etwas von Ihm, was ich nicht hören wollte. Ich fragte Ihn: “Werde ich mit Gläubigen oder Ungläubigen arbeiten?“ - und er sprach, und es gefiel mir nicht: “Mit Gläubigen und Ungläubigen.“ Schöner Käse… ich ignorierte die zweite Hälfte bis jetzt jedenfalls und probierte mich in meiner Neuorientierung auf die Gläubigen zu konzentrieren.

Anfang des Jahres sagte Gott schon einmal zu mir: “Can you do it one more time?“ - und ich wusste, wovon er sprach. Er sprach von einem dritten Album. Ein Album mit und von mir, welches ganz anders sein würde, als das, was bislang von mir kam. Ein Album für Ihn, nicht mich. Für seine Ehre, nicht mein Ego. Nicht um allen zu beweisen, was ich drauf habe - nein - ein Album allen zu zeigen, was ER drauf hat… Schöner Käse - ich ignorierte es damals ebenfalls.

Aber meine Angst vor dem Risiko der Welt außerhalb der Gemeinde - vor dem Wagnis der Konfrontation mit der Wertelosigkeit und Bedeutungslosigkeit der vielen verlorenen Leben darin, darf mich nicht abschrecken. Wie Gott sagt: “Die Finsternis vor ihren Augen mache ich zu Licht.“ (Jesaja 42, 16) Wir sind ebenfalls… ICH bin ebenfalls geboren, um Licht in der Dunkelheit zu sein. Um die Veränderung zu sein. Um Zeugnis seiner Herrlichkeit zu geben, dort, wo es sonst keiner macht. Schöner Käse… diesmal kann ich es wohl nicht mehr ignorieren?