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17. Mai 2017

#19
Mein neues
altes Feuer

von Sascha Gonzales

17. Mai 2017
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Mein neues altes Feuer

Ich erlebe gerade meine ganz eigene, echte Renaissance in der Musik. Das hat weniger damit zu tun, dass ich irgendwelche alten Songs oder Stile wieder entdecke und neu aufleben lasse, sondern viel mehr mit der Freude dabei.
Wie viele von euch vielleicht wissen, hatte ich Ende vergangenen Jahres meine Musikkarriere an den Nagel gehängt - erst nur als Auszeit, aber dann doch irgendwie mit der Absicht, sie - in dieser bisherigen Form - aufzugeben und einen Haken dahinter zu machen.

Dieser ganze Prozess des Hinterfragens meiner Musik und ihrer Ausrichtung begann auf der Tour mit meinen Freunden von den Kids of Adelaide. Wir waren das Frühjahr über zusammen auf Tour und ich durfte knapp 10 Konzerte für die Jungs eröffnen. Unter anderem waren wir auf der Tour auch in Berlin im Lido.
Das Lido war für mich bis dato wirklich eine Hausnummer. 2014 saß ich mit einem Freund im Backstage und dachte „Man, wenn du es mal hier her geschafft hast, dann is’ wirklich was aus dir geworden!“ - wie man sich doch irren kann. :D
Als ich dann 2016 tatsächlich dort spielen durfte und von der Bühne kam, war mir spätestens beim Verlassen der Konzerthalle klar: Das war nicht so erfüllend und wichtig, wie ich gedacht hatte.

Meine Zweifel über die Notwendigkeit und Priorität meiner Musiklaufbahn und Streben nach Erfolg in dieser Branche wuchsen dann im Laufe des Jahres immer weiter an, bis ich im Herbst 2016 dann tatsächlich absolut keinerlei Freude mehr empfand, während ich auf Tour war. Ganz im Gegenteil: Ich bekam Herz- und Kreislaufprobleme. Auffällig daran war, dass sie, sobald ich Zuhause war, oder die Tour beendet war, völlig verschwanden. Kurz gesagt: Meine Arbeit stresste mich einfach nur noch. Meine Leidenschaft für Musik war völlig unauffindbar. Und meine Lebensfreude war auf ein Minimum herabgesunken.

Darum, Brüder und Schwestern, bemüht euch umso eifriger, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr niemals straucheln [..] – 2. Petrus 1, 10

Ich war mir immer so sicher, dass Musik meine Berufung war. Ich war mir so sicher, dass ich genau das tat, was Gott von mir wollte. Jedenfalls wollte ich das glauben. Mir war nicht klar, dass es die Form war, die Gott nicht gefiel - nicht die Musik an sich.
Gott entscheidet, welche Gaben und Talente er an Menschen verteilt, und ich darf mich glücklich schätzen, dass ich musikalisch sehr talentiert und beschenkt bin. Doch ich musste erst lernen, dass es nicht um mich gehen soll, sondern um Ihn! Ich musste erst mal noch sooo viel lernen und bin immer noch dabei.
Trotzdem erlebe ich gerade einfach einen echten Höhenflug in der Musik. Nicht, weil ich gerade bessere Songs schreibe, oder mehr Erfolg habe - gar nicht. Dieser Höhenflug wurde eingeleitet, als ich meine Musik und meine Talente vor Gott niedergelegt habe und Ihm alles gegeben habe. In dem Moment, wo ich verzichtete, wurde ich befreit - und wie!

Ich bin gerade immer noch wie wild auf der Suche nach dem „Wo geht es hin?“ und Gott ist kurz davor es mir zu zeigen - das spüre ich. Es ist ein Prozess, in dem ich so quasi mittendrin stecke. Und es wird um mich herum immer mehr sichtbar von dem, was in seinem Plan für mich steht. Ich liebe es gerade meine Zeit und meine Musikalität in das Projekt und in die Songs einer jungen, überragenden Musikerin - und mittlerweile guten Freundin - zu stecken. Ich liebe es zu sehen, dass Gott meine Musikalität nutzt, dass ich Ihm und anderen dienen kann und so wunderbare Menschen näher kennenlerne. Dass ich aufhöre, mich um meinen Erfolg und meine Karriere zu drehen, sondern dass ich in seinem Reich und seinem Plan meinen Platz finde. Ich bin ganz neu verliebt in die Musik. Ganz neu begeistert. Ich bin endlich wieder voller Leidenschaft und Lebensfreude in diesem Bereich, der mir doch so viel im Herzen bedeutet, und der mir doch so viel schon gegeben hat.

Danke Dinah.