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10. Mai 2017

#18
"Was kann
ich eigentlich?"

von Sascha Gonzales

10. Mai 2017
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


"Was kann ich eigentlich?"

Ich hab den gesamten gestrigen Abend damit verbracht eine Kolumne für euch zu schreiben und ganz egal, was für Themen oder Erlebnisse ich zu beschreiben versuchte - nichts schien mir lesenswert oder gar spannend genug, um veröffentlicht werden zu müssen. Als ich dann eine einigermaßen gute Kolumne zustande bekommen hatte, und schlafen gehen wollte, kam mir dann doch noch das Thema, über das ich heute mit euch sprechen soll: Was kann ich eigentlich? Und warum kann ich es?

Mein Fehler am gestrigen Abend war, dass ich dachte, ich könne schreiben. Das kann ich aber nicht - jedenfalls nicht einzig und allein aus mir heraus. Ich bin schon im Vorhinein davon ausgegangen, die Kolumne zu schreiben, wäre ein Selbstläufer. Und obwohl ich den Heiligen Geist um ein Thema gebeten hatte, hatte ich ihn nicht darum gebeten mit mir den Text zu verfassen. Und da liegt die Crux. Genau das wollte ich doch vermeiden und bin doch wieder in ein altes Muster verfallen: Hochmut, statt Demut.

Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. – 1. Petrus 5, 5

Kein Wunder, dass es nicht fließen wollte. Mein Hochmut stand mir im Weg.

Was kann ich also einfach so aus mir heraus? Wenig würde ich meinen. Ich verstehe schon, dass ich Talente und Gaben habe. Aber verstehe ich auch, von wem diese Talente und Gaben sind? Und wer sie mir jederzeit wieder nehmen kann, wenn ich nicht mit der richtigen Demut an sie herantrete? Mir scheint so, als müsse ich hier noch einiges dazulernen! Und das will ich auch.

Das Thema „Was kann ich eigentlich?“ ist für mich gerade aktueller denn je. Dieses Jahr war bislang ein Jahr der Neuorientierung. Ein Jahr des Beendens. Ein Jahr der Freisetzung. Und das ist grandios, so wie es ist. Ich merke, dass Gott etwas mit mir vor hat. Ich merke, dass es nicht mehr weit weg ist - auch wenn ich immer noch keine Ahnung habe, was genau das sein wird.
Gott ist gut - mehr muss ich eigentlich nicht wissen. Und was Gott beginnt, dass vollendet er auch.

[..] und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. – Philipper 1, 6

Konkret frage ich mich gerade, was genau ich beruflich machen werde. Bei dem Gedanken mich "einfach mal so“ zu bewerben, merke ich, dass es mich kurz zögern lässt: „Ist das wirklich dran?“ „Kann ich das denn überhaupt?“ „Nimmt mich denn überhaupt jemand?“ - Ihr kennt diese Fragen vielleicht. Für mich sind sie absolutes Neuland. Ich war zuvor erst ein Mal in der Situation, dass ich mich bewerben musste, und dort ging es nur um einen Aushilfsjob, während ich mein zweites Album produziert hatte. Aber jetzt? Jetzt geht es doch irgendwie um mehr, oder?
Ich fühle mich herausgefordert mutig zu sein und mich auch auf diesem Gebiet auf Ihn zu verlassen: Wenn es passieren soll, passiert es - und ich will nicht im Weg stehen.
Ich glaube meine Unsicherheit kommt daher, dass ich keine regulären Zeugnisse und Zettelchen habe, auf denen steht, was ich kann. Gott hat mich mit Gaben gesegnet, mit Wissen und mit Fähigkeiten für viele, unterschiedliche Dinge. Aber reicht das in unserer Welt? Sind meine Werke Zeugnis genug? Sind meine Werke überhaupt wichtig für meine Berufung?

Es ist spannend zu sehen, zu fühlen, zu erleben, dass ich an etwas dran bin. Ich habe letztens einem Freund geraten seine berufliche Unsicherheit und die damit verbundene Freiheit zu genießen, bis sich eine neue Tür öffnet, durch die er durchgehen soll. Ich meinte, er solle flexibel bleiben und auf den Heiligen Geist hören - Täter des Wortes sein. Ich lebe dann mal vor, was ich anderen rate - haha!