Menü

05. April 2017

#13
Verführung

von Sascha Gonzales

05. April 2017
Lesedauer: 3 Minuten
Von Sascha Gonzales


Verführung

Es erscheint mir so fern, dass ich früher mehrere Stunden täglich Zuggefahren bin. Ich sitze gerade (30. März) in der Bahn Richtung Uelzen, um zum Geburtstag meiner Oma zu fahren und ich bin einfach fassungslos, wie die Menschen hier um mich herum ihr Leben und ihre Zeit verbringen. Es wirkt so matt hier im Waggon. Wo ist deine Lebendigkeit, Welt?

Mir fällt es manchmal schwer die Hoffnung nicht zu verlieren, dass sich im Endeffekt ganz bald alles bessern wird - ich nehme tatsächlich eher einen negativen Trend wahr. Die Menschen leben in einer parallelen Welt - zwischen ihrem Smartphone und dem ständigen Bedürfnis entertaint und abgelenkt zu sein. Sie verbringen ihre Zeit mit Rauchen, Serien schauen, Handyspiele spielen, lautstarkem Smalltalk über Nichtigkeiten wie ihr neuer Fernseher oder sie scheinen mir in einer Hilflosigkeit des Nicht-weiter-wissens zu stecken.

Vor einigen Wochen war in unserem Gottesdienst ein Mitarbeiter der Organisation Open Doors zu Gast und berichtete von verfolgten Christen und ihren Geschichten. Was mir besonders im Ohr und Gedächtnis geblieben ist, ist der Satz: „Die verfolgten Christen beten für euch hier!“ - und ich dachte nur: „Wie bitte?!“ Sie beten für uns? Menschen werden getötet, weil sie an Jesus glauben, ihre Familien werden verstoßen und vertrieben, sie sitzen in zerbombten Häusern und haben kaum Nahrung und Wasser für den nächsten Tag und sie beten ausgerechnet für.. mich? Für uns hier in Europa?

„Sie beten für euch, weil ihr euren Feind nicht einmal erkennt. Sie beten für euch, weil ihr in der Verführung lebt. Die verfolgten Christen leben tagtäglich im Herrn.“ - Wow. Das musste ich erstmal sacken lassen. Aber bitte, Freunde, wie viel Weisheit steckt in dieser Aussage. Wie viel Wahrheit? Erkennen wir denn unseren Feind? Erkennen wir, wer unser Leben gefangen hält? Wer uns knechtet? Wer uns von Gott fern hält? Es ist die Verführung. Das Entertainment. Warum sonst kriegen wir nie genug? Brauchen immer mehr? Sind nie genügsam? Leben lästerlich, egoistisch, einsam, in Unvergebung, fragen uns nach dem „Sinn des Lebens“, brauchen Koffein und Drogen, um uns lebendig und kreativ zu fühlen, suchen Pornografie, Fetische und andere Unnatürlichkeiten, wie eine „Virtuelle Realität“ in Form von Computerspielen und YouTube?

Ich kann mich noch gut daran erinnern, warum ich, als ich 15-16 war, den ganzen Tag, mein ganzes Leben in der World of Warcraft verbrachte. Ich wollte die Realität gar nicht sehen. Ich wollte für mich sein. Mein Ding machen. Mich ablenken von dem, was mich gefangen hielt. Von Trauer, von Einsamkeit, von Ermahnung.
Für meine Mutter war es unbegreiflich. Sie sah mich, aber sie erkannte mich nicht. Denn ohne Glauben, können wir nicht erkennen. Wir können die Wahrheit nicht verstehen. Ohne Gott, leben wir, wie wir nun mal gerade leben. Und es wird nicht besser, außer wir erkennen endlich die Lügen, in denen wir stecken. Außer wir laden endlich Gott in unser Herz ein und somit auch seinen Geist, den Geist der Wahrheit.

Und der Geist ist es, der Zeugnis gibt, weil der Geist die Wahrheit ist. – 1. Johannes 5, 6