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08. März 2017

#9
Lobpreis

von Sascha Gonzales

08. März 2017
Lesedauer: 5 Minuten
Von Sascha Gonzales


Lobpreis

Mir fällt es immer schwer eine Kolumne mitten am Tag zu schreiben. Nachts scheint es mir so viel einfacher zu sein. Woran das wohl liegt? Jedenfalls empfinde ich die heutige Kolumne als große Herausforderung, da ich letzte Woche nochmal neu verstanden habe, dass ich hier keine Ratschläge geben darf. Ich kann und darf euch aber erzählen, wie ich gewisse Themen, Erlebnisse und Entscheidungen im Leben empfunden habe. Ich kann und darf euch erzählen, wie es mir geht und wie sich mein Leben entwickelt. Ich kann und darf das, und es ist ein Segen.

Ich hab gebetet und Gott gefragt, was er heute für eine Kolumne von mir lesen möchte: Es soll heute um Lobpreis gehen.

Als ich damals das erste mal in den Gottesdienst bei uns ging und vorne auf der Bühne eine Band im herkömmlichen Sinne stand, war ich erstmal verdutzt. Eine echte Band in der Kirche?
Ich kannte bislang immer nur die Orgel, oder, wenn es hart auf hart kam, mal der Pastor mit seiner Akustikgitarre. Beides sagte mir selten wirklich zu. Aber diese Musik da vorne, die war richtig gut?!
Ich kann mich noch bis heute an diesen Moment erinnern - gerade, weil er so unerwartet kam.

Lobpreis ist für mich ein gesungenes Gebet an Gott. Was ich singe, das ist viel mehr eine Bekundung seiner Liebe und Vollkommenheit. Es ist kein Konzert; es ist eine Proklamation. Ich gebe mir die größte Mühe für Gott, denn er hat es verdient. Wer sonst hat mein allerbestes Lied verdient?

Denn deine Güte ist besser als Leben; meine Lippen preisen dich. So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben. Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann [..] – Psalm 63, 4-6

Ich liebe diese Bibelstelle hier. „Mit fröhlichem Munde“ - das spricht mir aus der Seele.

Wie vielleicht einige hier wissen, war ich beinahe 7 Jahre Vollzeit- und Vollblut-Musiker. Wir waren mehrmals auf Tour, haben 2 wunderbare Alben veröffentlichen dürfen und haben so, so viel erlebt in der Zeit. Was mich aber immer gestört hat, war die Glorifizierung der Menschen.
Ich konnte das bis vor einigen Monaten nicht einmal so benennen. Mich störte einfach immer etwas, egal, ob da nun 700 oder 3 Leute im Publikum saßen, irgendetwas war falsch daran, mich und meine Songs hochleben zu lassen.
Erst als ich anfing selbst Lobpreis, oder Worship, zu machen, merkte ich: “Wow, da ist dieser Teil, der mir immer fehlte.“ Dieser Teil, der nicht mich hochleben lässt, sondern Gott. Der nicht mich in den Mittelpunkt stellt, sondern Gott.

Ich möchte, dass wir - gerade die Musiker unter euch - verstehen, dass es nicht falsch ist, sondern absolut richtig und gut, wenn wir unsere Gaben und Talente ausleben. Wenn wir sie zeigen und nicht verstecken. Wenn wir unser Bestes für Gott geben. ABER, stellt nicht euch ins Zentrum - stellt Gott in den Mittelpunkt. Stellt seine Gnade, seine Liebe und seine Gaben an euch ins Zentrum. Und DANN.. gebt alles für Ihn.
Und falls ihr noch keine Ahnung habt, was Lobpreis ist, und wovon ich hier spreche, dann lasst euch einfach mal drauf ein. Lasst eure alten, eingestaubten Vorurteile von Kirchenmusik mal weg und gebt echtem Lobpreis für Gott die Möglichkeit euch zu begeistern und zu inspirieren. Gott spricht durch Talente und durch Gaben. Und Gott spricht auch durch Lobpreis zu euch. Selbst, wenn ihr ihn noch nicht kennt: