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29. Februar 2017

#8
Vom Rufen
und Überlegen

von Sascha Gonzales

29. Februar 2017
Lesedauer: 5 Minuten
Von Sascha Gonzales


Vom Rufen und Überlegen

Ich glaube, dass wir alle Veränderung bringen können. In unserer Familie, in unserem Freundeskreis, in unserer Gemeinde, in unserer Stadt, in unserem Land, in der Welt. Ich glaube, dass wir einander helfen und unterstützen sollten, diese Welt zu einem lebendigen Ort Gottes zu machen. Und, wie ihr sicherlich in den vergangenen Wochen durch meine Kolumnen und Artikel mitbekommen habt, bin ich ein riesiger Freund davon, Ratschläge und Erfahrungen mit euch zu teilen.

Kommen wir zum heutigen Thema. Direkt nachdem ich meine Kolumne für den heutigen Tag fertig geschrieben hatte, habe diese Bibelstelle hier gelesen und dachte: „Okay, du musst dringend eine Kolumne darüber schreiben." Also hier erstmal die Bibelstelle:

Denn mit seinem Herzen kann ein Mann mehr erkennen als sieben Wächter, die oben auf der Warte sitzen. Doch bei alledem rufe den Allerhöchsten an, dass er in Wahrheit deinen Weg ebne. Ehe du etwas anfängst, überleg dir's zuvor; und ehe du etwas tust, geh mit dir zurate. Veränderung beginnt im Herzen, und vier Dinge erwachsen daraus: Gutes und Böses, Leben und Tod; und darüber regiert allezeit die Zunge. Mancher ist zwar fähig, vielen andern zu raten, aber sich selbst kann er nicht helfen. Mancher möchte klug raten und wird doch gehasst; der wird alles verlieren. – Jesus Sirach 37, 14-20

Besonders inspirierend empfinde ich den ersten Satz. In dem steckt für mich eine riesige Wahrheit Gottes drin, die ich schon so oft erleben durfte: Ich erkenne mit dem Herzen. Ich erkenne so viel mehr mit dem Herzen, als ich mit meinen Augen jemals sehen könnte; egal wie Hoch mein Ausblick ist. Ich liebe diesen Satz und die Metapher dahinter.

Ich hatte vorhin darüber gesprochen, wie gerne ich Veränderung bringe und wie oft ich doch tatsächlich nach dem Handeln und der Umsetzung strebe; wie gerne ich Ratschläge gebe und Erfahrungen teile. Aber rufe ich zu allererst immer Gott an, um mir meinen Weg in Wahrheit ebnen zu lassen? Hm.. Ich glaube nicht.

Heute war jedenfalls ein tolles Beispiel dafür, dass ich es nicht unbedingt so gehandhabt habe. Meine erste Kolumne war gut und lebendig, aber doch sehr aus einer Emotion heraus geschrieben. Ich habe über sie nachgedacht, überlegt und bin „mit mir zurate gegangen“. Allerdings konnte ich sie nicht so stehen lassen, weil ich nicht wusste, was aus ihr „erwächst“. Denn wir lesen weiter: „Veränderung beginnt im Herzen, und vier Dinge erwachsen daraus: Gutes und Böses, Leben und Tod; [..]“
Aufregend oder? Ich bin beinahe der Meinung, dass es mir vorher noch nie so klar war, welche Auswirkungen meine Handlungen und Worte hier auf dem Blog haben.
Ich erkenne mit meinem Herzen, dass Gott der König ist; ich erkenne, dass ich berufen wurde. Und doch liegt in meinen Taten eine Gefahr, ob ich das so möchte oder nicht. Und diese Gefahr kommt aus meinem Mensch-sein.
„Doch bei alledem rufe den Allerhöchsten an, dass er in Wahrheit deinen Weg ebne.“ - genau das will ich von nun an immer tun. Immer! Ich will meine Unfähigkeit erkennen, mein „Nicht-Wissen“, meine Fehlbarkeit, meine Schwäche. Ich will im Vertrauen leben, dass Gott gut ist und dass sein Wort wahr ist. Täter seines Wortes sein; das ist ein lebendiges Leben mit Gott. Seine Gnade und seine Liebe zu 100% anzunehmen; das ist ein lebendiges Leben mit Gott. Meine Sehnsucht nach ihm und seinem Geist soll größer sein, als jeglicher Wille nach Veränderung und jedwede Ungeduld in meinem Verstand.

Wenn ich mich denn rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. – 2. Korinther 11, 30