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22. Februar 2017

#7
Mein altes Ich

von Sascha Gonzales

22. Februar 2017
Lesedauer: 5 Minuten
Von Sascha Gonzales


Mein altes Ich

Diese Woche wurde ein Interview und zwei Songs von mir mit Video veröffentlicht, die ich vergangenen Dezember für einen YouTube Kanal auf Tour in Hildesheim gespielt hatte. Ich war damals schon nicht mehr so richtig überzeugt von dem, was ich da mache.
Das hatte weniger etwas mit den Songs, den lieben Leuten vom Kanal oder meiner Musik an sich zu tun, als viel mehr mit der Tatsache, dass ich einen Schlussstrich unter mein altes Leben ziehen wollte.

Dann wurdet ihr aber auch gelehrt, nicht mehr so weiterzuleben, wie ihr bis dahin gelebt habt, sondern den alten Menschen abzulegen, der seinen trügerischen Begierden nachgibt und sich damit selbst ins Verderben stürzt. Und ihr wurdet gelehrt, euch in eurem Geist und in eurem Denken erneuern zu lassen und den neuen Menschen anzuziehen, der nach Gottes Bild erschaffen ist und dessen Kennzeichen Gerechtigkeit und Heiligkeit sind, die sich auf die Wahrheit gründen. – Epheser 4, 22-23

Da hing noch etwas an mir dran. Ich war überall ein neuer Mensch, allerdings war meine Musik immer noch eine Sache, die von früher dabei war. Gott wollte aber von mir, dass ich auch dort ein neuer Mensch werde.
Um das ganze noch deutlicher zu machen, gab mir Gott ja sogar einen neuen Nachnamen, als ich 2015 meine Frau Claire heiraten durfte. Warum also noch an 'Sascha Reske‘ bei der Musik festhalten?

Jedenfalls, ich wollte über die Videos und das Interview reden. Weil es so lange her war, hab ich mir natürlich nochmal alle Videos angeschaut und mich dabei beobachtet. Ich sah meine Unsicherheit im Interview, meine (damalig noch sichtbare) Zurückhaltung, was meinen Glauben anging. Ich sah einfach jemanden, der mir heute, 3 Monate später, beinahe fremd und irreal erschien. Es war fast so, als würde ich jemand anderem zuschauen, wie er Fragen beantwortet und singt, und dabei klingt er mir überraschend ähnlich. Versteht ihr?

Ich liebe Musik, es ist und war ein riesiger Teil von mir. Die Erfahrungen auf Touren durch ganz Deutchland, Frankreich und den Niederlanden; mit Freunden oder auch alleine; als Vorband oder auf eigenen Konzerten - das würde ich niemals eintauschen! Allerdings ist es gerade nicht mehr dran, glaube ich. Gott hat mir meine Talente in der Musik und auch meine Stimme gegeben, um ihn zu lobpreisen und zu ehren - nicht mich.
Mir fiel es immer schwer, mich zu verkaufen. Mich den Leuten anzubieten und anzupreisen. Das gefiel mir einfach nicht! Weil es um mich und meine Erfolge ging und dabei viel zu kurz kam, wer mir eigentlich diese Talente und Gaben anvertraut hat: Gott. Niemand sonst. Also warum sollte ich sie dann dazu nutzen, mich hochleben zu lassen. Mich zu einem Idol für die Menschen zu machen. Ich bin das nicht und ich will und wollte das nie sein.

Ich möchte euch hier heute mit einer Botschaft in den restlichen Tag schicken: Lasst eure Talente, eure Gaben und eure Erfolge nicht auf eure Kappe anschreiben. Die gehen zu 100% auf Gottes Gnade zurück.
Ich konnte, bis ich 18 war, überhaupt gar nicht singen; bis ich 20 war, konnte ich kein einziges Instrument. Meine Erfolge und meine Songs, meine Stimme, meine Konzerte - das waren alles Geschenke von Gott. Nutzen wir also das, was Gott uns schenkt, dazu, dass wir sein Reich bauen und nicht unseres. Himmeln wir ihn an und nicht Menschen, die ihre Gaben für ihre eigene Glorifizierung missbrauchen.

Lasst uns zu Menschen werden, die Gott glorifizieren und in den Mittelpunkt rücken!

Mehr noch: Jesus Christus, meinen Herrn, zu kennen ist etwas so unüberbietbar Großes, dass ich, wenn ich mich auf irgendetwas anderes verlassen würde, nur verlieren könnte. Seinetwegen habe ich allem, was mir früher ein Gewinn zu sein schien, den Rücken gekehrt; es ist in meinen Augen nichts anderes als Müll. Denn der Gewinn, nach dem ich strebe, ist Christus [..] – Philipper 3, 8