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25. Januar 2017

#3
Reichtum für alle

von Sascha Gonzales

25. Januar 2017
Lesedauer: 4 Minuten
Von Sascha Gonzales


Reichtum für alle

Ich möchte heute für den Anfang ein paar Jahre zurückgehen - 2009. Gregor Gysi.
Ich weiß noch, wie wir ihn damals alle belächelten. Den Gregor. Keiner meiner Freunde oder Bekannten konnte dieses Wahlversprechen ernst nehmen. „Reichtum für Alle?“ Wirklich? Wie sollten denn alle Menschen durch Die Linke auf einmal reich werden? Unmöglich. Oder meinte der verehrte Herr Gysi doch etwas völlig anderes mit „Reichtum“? Wir dachten jedenfalls es ginge um unser Vermögen..

Machen wir uns nichts vor. Wir waren dumme, unreife und manipulierte Teenager. Wir kannten nur das, was uns verkauft wurde - also unser System: Der "soziale" Kapitalismus. "Arbeite hart und eifrig, bereichere dich mit finanziellen Mitteln, und das Entscheidende: Denk zuerst an dich!“
Gehört, getan: FDP gewählt. Wie viele meiner Freunde in jenem Jahr 2009.

Ich war ein Verfechter des Prinzips „Survival of the Fittest“ - der Stärkste und Klügste überlebt. Und da kam natürlich so ein provokantes, und in meinen Augen „falsches“ Wahlversprechen wie „Reichtum für Alle“ einfach nicht unter.

Aber warum denke ich mittlerweile anders? Warum denke ich, dass „Reichtum für Alle“ eigentlich genau das war und ist, was wir heutzutage immer noch so sehr brauchen?
Weil wir verarmt sind. Nicht monetär. Nicht materiell. Wir verarmen in unseren Werten, unserer Willenskraft, unseren Visionen, unseren Beziehungen und in unserem Glauben an Gott. Und die Ursache ist genau das, an was ich früher so geglaubt habe: „Survival of the Fittest“ - nur der Stärkste überlebt; nur der Klügste bereichert sich auf Kosten der Menschen, die scheitern oder nicht so viel Glück hatten. Der Egoismus regiert - das Krebsgeschwür dieser Welt, welches die Wurzel allen Übels ist, und uns irgendwann zum Verhängnis wird, wenn wir nichts an uns ändern.

Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. – 1. Johannes 2, 17

Was ist also dieser „Reichtum“, wenn es nicht um Vermögen oder Besitztümer geht?
Es ist das Leben in Fülle. Nicht nur für mich, sondern auch für die Menschen, die ich in meinem Umfeld habe. Gerne teilen. Gerne geben. Menschen Lebensfreude schenken zu wollen. Ein Licht in der Welt sein. Das Salz der Erde. Befreit von Egoismus und Habgier. Befreit von einer Zukunft in Gewohnheit, Lethargie und unwissender Zufriedenheit. Hinein in die wirkliche Bedeutung der Worte „Lebendiges Leben“. Ein Leben in Überraschung, Freude und Berufung. Ein neuer Horizont.

Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle und Wonne zu deiner Rechten ewiglich. – Psalm 16, 11